Dredd Review (UK, 2012)

Veröffentlicht von omahabitch um 20:23 Uhr in Reviews | 1 Kommentar

Dredd 011 Dredd Review (UK, 2012)

Wenn Engländer über eine amerikanische Dystopie phantasieren, kommt dabei wohl so etwas heraus, wie die Welt in der britischen Comicserie Judge Dredd. Die amerikanische Gesellschaft vegetiert in gigantischen Megacities vor sich hin, die letzte Bastion gegen Verbrechen und Gewalt sind die sogenannten Judges: Polizisten, Richter und Henker in Personalunion, die den totalen Krieg gegen den Abschaum führen, ohne sich mit Nebensächlichkeiten wie Menschenrechten oder fairen Verfahren aufzuhalten. Judge Dredd ist eine konsequente Überspitzung des amerikanischen Law&Order-Fetischismus, quasi eine futuristische Version von Dirty Harry.

Bereits 1995 wurde die Geschichte verfilmt, damals mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle, allerdings verzichtete der Film auf so ziemlich alles, was die Vorlage ausmacht. Die Brutalität, mit der die Judges in der Zukunftsvision des Comics vorgehen, wich seichten Actionszenen und Slapstickhumor. Stallone war offensichtlich zu eitel, oder die Produzenten wollten es dem Publikum nicht zumuten, Judge Dredds Gesicht für den gesamten Film hinter seinem Helm zu verstecken. Dredd wurden nicht nur ein nervender Sidekick, sondern auch noch eine Romanze angedichtet. Beides hat mit dem emotionslosen Badass der Vorlage ungefähr so viel zu tun, wie Katie Holmes mit dem Oscar. Die Neuverfilmung von 2012 macht in dieser Beziehung glücklicherweise weniger Fehler, auch wenn sie nicht das ganze Potenzial der Vorlage nutzt.

Dredd erinnert über weite Strecken an die Perlen des harten Sci-Fi-Action-Kinos, allen voran Paul Verhoevens inoffizielle Robocop/Total Recall/Starship Troopers Trilogie. Leider fehlen Dredd die bei Verhoeven so prominenten, beißend-satirischen Untertöne, obwohl doch gerade diese Ebene insbesondere Robocop zu so viel mehr machte, als nur einem brutalen Actionfilm, und obwohl gerade die Vorlage so viel Potenzial dazu geboten hätte. Auch die Story lässt sich mit Bedenken gerade noch so als „dünn“ bezeichnen. Judge Dredd (schön knurrig: Karl Urban) wütet sich mit einer neuen Kollegin (erstaunlicherweise sehr erträglich: Olivia Thirlby) durch ein abgeschottetes Hochhaus, um das Verbrechersyndikat von Ma-ma (Lena Heady) zu zerschlagen. Letztere gibt sich zwar alle Mühe, eine subtile Gefährlichkeit auszustrahlen, wirkt dann aber doch etwas zu blass für die Rolle der Hauptantagonistin.

Gerade Fans der Vorlage dürften enttäuscht darüber sein, dass sich tatsächlich fast der gesamte Film in eben jenem Hochhaus abspielt, von MegaCity One selbst bekommt der Zuschauer abgesehen von einigen durchaus stimmungsvollen Bildern zu Beginn leider recht wenig mit. Die Begrenzung des Schauplatzes hat allerdings auch einen entscheidenden Vorteil: Sie führt zu einer unglaublich hohen Dichte an Actionszenen. Ständig ist was los, und wenn was los ist, dann richtig. Denn bei der Action macht Dredd absolut keine Gefangenen: Es wird zerballert, zerfetzt, gehäutet und zerplatzt was die menschliche Anatomie halt so hergibt. Im Prinzip ist Dredd eine 90-minütige NonStop Achterbahnfahrt mit wilden Actionszenen und jeder Menge Adrenalin. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Dredd versteht es durchaus, den Zuschauer für den Mangel an Tiefe und Story zu entschädigen. Eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt dabei Kameramann und Oscargewinner Anthony D. Mantle, der vor allem für seine Arbeit mit Danny Boyle (28 Days Later, Slumdog Millionär, 127 Hours) bekannt ist. Dredd sieht, und das hätte ich bei diesem Film nun wirklich nicht erwartet, fantastisch und vor allem außergewöhnlich aus. Szenen von in Zeitlupe zerplatzenden Körpern werden in fast schon ästhetisch schönen Bildern umgesetzt, Stürze vom 200. Stockwerk des Hochhauses in Richtung Betonboden choreografiert wie ein Ballett. Überhaupt spielen Zeitlupen eine große Rolle in Dredd. Und auch wenn versucht wird, die exzessive Verwendung dieses Stilmittels über die fiktive SlowMo-Droge in der Story zu verankern, ist und bleibt es letztendlich ein Gimmick, wenn auch ein verdammt beeindruckendes.

Insgesamt ist Dredd ein höchst unterhaltsamer und durchaus außergewöhnlicher Verteter des harten Sci-Fi-Actionfilms, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet, ohne sich irgendwelche Hintertürchen für PG-13 Cuts oder ähnliches Kokolores offen zu halten. Umso bedauerlicher, dass diese kleine Perle an der Kinokasse gnadenlos baden ging, trotz eines relativ großen Hypes im Internet. Bleibt zu hoffen, dass Dredd wenigstens auf BluRay sein Publikum findet und dadurch vielleicht doch noch zu seinem wohlverdienten Sequel kommt.

7,5 von 10 Todesurteilen

Veröffentlicht von omahabitch um 19:57 Uhr in Allgemeines | 2 Kommentare

designheader Neuer, schneller, besser! – Ich bin zurück

Liebe Filmfreunde: Wie euch sicher aufgefallen ist, war hier seit über einem Jahr tote Hose. Vielen Dank an alle, die trotzdem hin und wieder Kommentare und/oder Nachrichten hinterlassen haben. Was war passiert? Nunja, nicht viel.

Allerdings habe ich irgendwann eingesehen, dass das ursprüngliche Ziel, das ich für den Blog hatte, zu unrealistisch war. Ständig Reviews zu neuen Filmen schreiben, dazu möglichst aktuelle Trailer, Podcast. Das macht zwar Spaß, frisst aber enorm viel Zeit. Zeit, die ich nicht immer habe. Alleine für eine einstündige Episode des Podcasts mit Frankie muss ich mit Vorbereitung, Aufzeichnung und Nachbearbeitung 3-4 Stunden einplanen. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir diesen Aufwand zumindest nicht regelmäßig betreiben können und haben es daher ganz gelassen.

Während meiner Abwesenheit habe ich das Bloggen dann aber doch sehr vermisst, ständig Filme gesehen über die ich am Liebsten einen Text geschrieben hätte, was ohne aktiven Blog allerdings keinen Sinn macht. Um nun weiter bloggen zu können, die Fehler von damals aber zu vermeiden melde ich mich mit einem neuen Konzept zurück, einfach aber (hoffentlich) effektiv: Qualität statt Quantität :)

Anstatt zu versuchen, unbedingt aktuell sein zu müssen, werde ich zukünftig einfach nur dann schreiben, wenn es einen wirklichen Anlass für mich gibt. Das kann natürlich der aktuelle Blockbuster oder die Perle aus dem Programmkino sein, genau so gut aber auch der alte Schinken den ich zufällig auf DVD oder im TV entdeckt habe. Reviews, News und Trailer wird es nur dann geben wenn ich es wirklich für interessant halte. Den Anfang macht mein Review zu Looper. Würde mich freuen wenn trotz der langen Abwesenheit noch alte und/oder neue Besucher den Weg auf meinen Blog finden und mich mit Kommentaren unterstützen, das motiviert dann auch wieder dazu, mehr zu schreiben.

Und vielen, vielen Dank für die paar Tausend Leute, die sich bisher unseren Podcast angehört haben, Frankie und ich freuen uns sehr darüber. Auch in Zukunft wird es wieder Podcasts geben. Allerdings unregelmäßig (nicht dass der jemals regelmäßig erschienen wäre), dafür aber mit frischer Energie und Elan :)

Um auf dem Laufenden zu bleiben, was hier in Zukunft so passieren wird, abonniert meinen RSS-Feed, folgt mir auf Twitter, gebt mir eure Likes auf Facebook und kommentiert was das Zeug hält :)

In diesem Sinne,
omahabitch

Veröffentlicht von omahabitch um 19:23 Uhr in Reviews | Noch keine Kommentare

400 300 looper joseph gordon levitt feat  e1349632878822 Ich will nicht über Zeitreisen reden – Looper Review

Zeitreisen sind in der Zukunft möglich aber streng verboten, werden nur von Verbrechersyndikaten genutzt, um in Ungnade gefallene Personen in die Vergangenheit zu schicken. Dort werden sie von Auftragskillern, so genannten Loopern getötet. Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist einer dieser Looper und genießt die Annehmlichkeiten, die der Job mit sich bringt. Bis ihm eines Tages die ältere Version seiner Selbst vor die Flinte geschickt wird.

Es muss irgendwann Anfang der 90er Jahre gewesen sein, als mich mit Zurück In Die Zukunft zum ersten Mal ein Film richtig umgehauen hat. Seitdem habe ich eine Schwäche für alles, was mit Zeitreisen zu tun hat. Das Konzept der Zeitreise liefert Filmemachern und Autoren so viele unterschiedliche Ansätze und Möglichkeiten, dass selbst die Werke, die das Thema lediglich als Gimmick nutzen, ohne sich wirklich intensiv damit auseinanderzusetzen (siehe Filme wie Timecop oder Bill & Ted) alleine durch die Zeitreisethematik jede Menge Unterhaltungswert bieten.
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Veröffentlicht von omahabitch um 03:25 Uhr in Trailer | 6 Kommentare

Gerade als alle Welt dachte, Jesse Eisenberg hätte sich mit The Social Network (Review) von seinem Spaßvogelimage gelöst, kommt da dieser Trailer zur abgedrehten Buddy Komödie 30 Minutes Or Less von Zombieland Regisseur Reuben Fleischer daher. Trotzdem sieht das sehr unterhaltsam aus, und der Plot ist so verrückt dass ich den in diesem Text gar nicht spoilern will. Viel Spaß.

Veröffentlicht von omahabitch um 23:50 Uhr in Reviews | 2 Kommentare

battle los angeles Wackelkamera? Zur Hölle!   World Invasion: Battle Los Angeles Review

Was den Japanern ihr Gozilla, das sind den Amerikanern ihre Alien-Invasionsfilme. Wohl keine Angst sitzt in der letzten Weltmacht tiefer, als dass die stärkste Armee der Erde auf eigenem Grund und Boden von einer fremden, übermächtigen Macht bezwungen wird. Deshalb enden solche Filme dann auch meist im Triumph über die Invasoren, wenn sich amerikanische Moral und Patriotismus gegen die überlegene Bedrohung letztendlich doch durchsetzen. World Invasion: Battle Los Angeles macht hier keine Ausnahme. Angeblich konnte die Produktion auf Ausrüstung und Beratung des Pentagon zurückgreifen, dementsprechend wirkt der Film auch wie ein zweistündiger Werbespot für die Marines.

Wer über triefenden Pathos, schwache Story und Charaktere, sowie einige technische Holprigkeiten hinwegsehen kann, wird allerdings gut unterhalten. Denn eines muss man World Invasion: Battle Los Angeles trotz all seiner Fehler zugestehen: Er ist verdammt kurzweilig.

Schon zu Beginn wird der Zuschauer mitten ins Geschehen, sprich die Alieninvasion geschmissen und man möchte fast dafür danken dass hier auf eine lange Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere verzichtet wurde. Dummerweise springt der Film dann nach wenigen Minuten doch nochmal zurück und bietet nach einer albernen „24 hours earlier“ Einblendung doch noch das, was man eigentlich gar nicht vermisst hat: Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere.
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Veröffentlicht von omahabitch um 14:12 Uhr in Trailer | 1 Kommentar

Während das Original mit seinem atemberaubenden Twist am Ende noch heute Kultstatus geniesst, ging Tim Burton mit dem Remake von Planet der Affen an den Kinokassen und bei Fans baden. Offensichtlich schreckt diese Tatsache Hollywood nicht davon ab, das Franchise mit einem weiteren Film auszuschröpfen.

Diesmal wird die Vorgeschichte erzählt, wie die Affen zur dominanten Spezies wurden. Der Trailer sieht ganz nett aus, auch James Franco lässt mich hoffen.

Gefunden bei Filmfreek.

Veröffentlicht von omahabitch um 16:10 Uhr in Trailer | 2 Kommentare

Nachdem Lars von Triers letzter Film Antichrist sein Publikum mal wieder extrem polarisierte, ist er dieses Jahr wieder in Cannes am Start und präsentiert seinen neuen Film, Melancholia. Im Film geht es um das bevorstehende Ende der Welt und wie die Menschen damit umgehen.

Der Cast kann sich in der Tat sehen lassen, Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourgh, John Hurt, Kiefer Sutcherland und Udo Kier geben sich hier die Ehre. Allerdings erinenrt mich der Trailer stark an die ersten Bilder aus Terrence Malicks Tree Of Life (anschauen), auf den ich mich dann doch noch mehr freue. Vor allem weil die Filme von Triers mich bis auf Dogville und Antichrist stets enttäuscht haben.

Veröffentlicht von omahabitch um 17:27 Uhr in Asiawochen, Reviews | 2 Kommentare

ISawTheDevil02 Asiawochen bei fimabend.info: I Saw The Devil Review

Obwohl Jee-woon Kim sich in der Rezeption durch das internationale Publikum noch nicht ganz aus dem Schatten seines übermächtigen koreanischen Kollegen Chan-wook Park befreien konnte, kann sich sein bisheriger Output sehen lassen. Mit dem Mystery Thriller A Tale Of Two Sisters, dem stylishen Gangster-Crime-Drama A Bitterweet Life und der durchgeknallten Westernhommage The Good, The Bad and the Weird wanderte Kim zwischen verschiedenen Genres, um sich nun mit seinem neuesten Film, I Saw The Devil, dem wohl populärsten Bereich des koreanischen Kinos zu widmen: dem Rachethriller. I Saw The Devil ist dabei ein eigenständiger Beitrag in dieses Genre, der zugleich als eine adrenalingetränkte Parodie daherkommt.
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Veröffentlicht von omahabitch um 17:17 Uhr in Reviews | Noch keine Kommentare

I Spit On Your Grave Movie Killer Queen: I Spit On Your Grave (2010) Review

Als sich die amerikanische Exploitation- und Grindhousewelle in den 70er Jahren auf ihrem Höhepunkt befand, waren es vor allem zwei Filme, die neben Tobe Hoopers Kultfilm Texas Chainsaw Massacre beim Horrorpublikum für Furore sorgten. The Last House On The Left sowie Day Of The Woman (später vom Verleiher in I Spit On Your Grave umbenannt) machten mit ausgedehnten Vergewaltigungs- und Gewaltszenen Schlagzeilen, und sorgten für den Durchbruch des rape and revenge Genres. Beide Filme spalteten ihr Publikum, erschienen in einer Zeit, in der sich sexuelle Revolution und Feminismus auf die prüde amerikanische Gesellschaft stürzten. So gab es bereits damals das eine Lager von Horrorfans, die in diesen Filmen einen anspruchsvollen Subtext, eine Verbildlichung des damaligen amerikanischen Zeitgeist sahen, während vor allem die seriösen Filmkritiker angewidert auf diese Provokationen reagierten. Mit der derzeitigen Welle an Remakes, torture porn und Remakes von torture porn war es nur eine Frage der Zeit bis irgend jemand auf die Idee kommen würde, diese beiden Schocker neu aufzulegen. Doch während das Remake von The Last House On The Left zumindest durch einige atmosphärisch dichte Terrorszenen überzeugen konnte, enttäuscht das I Spit On Your Grave Remake auf ganzer Linie.
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Veröffentlicht von Frankie um 17:57 Uhr in Trailer | 1 Kommentar

Vor zwei Jahren war The Hangover der Überraschungshit des Sommers und spielte weltweit fast $ 500 Mio. ein. Es ist also kaum verwunderlich, dass Warner eine Fortsetzung produzieren ließ, die in Deutschland am 02. Juni in die Kinos kommen wird. Erneut führt Todd Phillips und auch Phil, Stu und viele weitere Charaktere aus dem ersten Film tauchen erneut auf. Inzwischen kann man den kompletten Kinotrailer sehen und am Konzept wurde nichts geändert. Einzig Las Vegas wurde durch ein Thailand-Setting ausgetauscht und man darf durchaus gespannt sein, wie sich der Film schlagen wird und wie sehr sich die Formel aus dem ersten Film abgenutzt hat.