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	<title>filmabend.info - news &#124; trailer &#124; reviews &#187; Reviews</title>
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	<description>Die Filmfans und Blogger omahabitch und Frankie besprechen aktuelle und kommende Kinofilme, Film Reviews, News und Trailer.</description>
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		<title>Wackelkamera? Zur Hölle! &#8211; World Invasion: Battle Los Angeles Review</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 22:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was den Japanern ihr Gozilla, das sind den Amerikanern ihre Alien-Invasionsfilme. Wohl keine Angst sitzt in der letzten Weltmacht tiefer, als dass die stärkste Armee der Erde auf eigenem Grund und Boden von einer fremden, übermächtigen Macht bezwungen wird. Deshalb enden solche Filme dann auch meist im Triumph über die Invasoren, wenn sich amerikanische Moral [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/04/battle_los_angeles.jpg" alt="battle los angeles Wackelkamera? Zur Hölle!   World Invasion: Battle Los Angeles Review" title="battle_los_angeles" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1989" /></p>
<p>Was den Japanern ihr <em>Gozilla</em>, das sind den Amerikanern ihre Alien-Invasionsfilme. Wohl keine Angst sitzt in der letzten Weltmacht tiefer, als dass die stärkste Armee der Erde auf eigenem Grund und Boden von einer fremden, übermächtigen Macht bezwungen wird. Deshalb enden solche Filme dann auch meist im Triumph über die Invasoren, wenn sich amerikanische Moral und Patriotismus gegen die überlegene Bedrohung letztendlich doch durchsetzen. <em>World Invasion: Battle Los Angeles</em> macht hier keine Ausnahme. Angeblich konnte die Produktion auf Ausrüstung und Beratung des Pentagon zurückgreifen, dementsprechend wirkt der Film auch wie ein zweistündiger Werbespot für die Marines.</p>
<p>Wer über triefenden Pathos, schwache Story und Charaktere, sowie einige technische Holprigkeiten hinwegsehen kann, wird allerdings gut unterhalten. Denn eines muss man <em>World Invasion: Battle Los Angeles</em> trotz all seiner Fehler zugestehen: Er ist verdammt kurzweilig.</p>
<p>Schon zu Beginn wird der Zuschauer mitten ins Geschehen, sprich die Alieninvasion geschmissen und man möchte fast dafür danken dass hier auf eine lange Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere verzichtet wurde. Dummerweise springt der Film dann nach wenigen Minuten doch nochmal zurück und bietet nach einer albernen „24 hours earlier“ Einblendung doch noch das, was man eigentlich gar nicht vermisst hat: Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere.<br />
<span id="more-1988"></span><br />
All diese Schwächen hätte der Film in seinen rasanten Actionsequenzen allerdings locker ausgleichen können, denn es kracht und knallt an allen Ecken. Das exzellente Sounddesign macht diese Szenen zu einem wahren Fest für die Ohren. Nur haben die Augen leider nicht annähernd so viel Spaß. Denn die Gleichung „wachelige Handkamera und hektische Schnitte ergeben für den Zuschauer ein Mittendrin Gefühl“ ging hier völlig nach hinten los. <em>Der Soldat James Ryan</em> und <em>District 9</em> (<a href="http://www.filmabend.info/aufstand-im-alienghetto-district-9-review/" >Review</a>) haben gezeigt dass man auch mit wackeligen Bildern mitreißende Action inszenieren kann, doch das muss man eben erst einmal schaffen. In <em>World Invasion: Battle Los Angeles</em> hat man als Zuschauer in den Actionszenen selten den Überblick über das Geschehen. Was punktuell eingesetzt sicher effektiv wäre und dem Zuschauer das Gefühl geben könnte, nah bei den Marines in der Schlacht zu sein, wirkt auf Dauer einfach ermüdend und dilettantisch. </p>
<p>Die bereits angesprochene Glorifizierung der Marines war von diesem Film ja nicht anders zu erwarten, wird hier aber derart auf die Spitze getrieben, dass Militärfetischisten zwar einen Ständer bekommen, alle anderen aber eher genervt die Augen verdrehen. Insgesamt ist <em>World Invasion: Battle Los Angeles</em> ein netter SciFi-Actionfilm für zwischendurch, der sicher nicht so schlecht ist wie ihn einige Kritiker darstellen, aber leider auch die hohen Erwartungen der extrem guten Trailer nicht erfüllen kann. Dem <em>Transformers</em>-Kinderkram von Michael Bay ist dieser Film meilenweit überlegen, doch ebenso weit bleibt er hinter <em>District 9</em> (<a href="http://www.filmabend.info/aufstand-im-alienghetto-district-9-review/" >Review</a>) zurück. </p>
<p><strong>6/10</strong></p>
<p><strong>Trailer</strong></p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/M_pAsPPDdC8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Asiawochen bei fimabend.info: I Saw The Devil Review</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 16:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Byung-hun Lee]]></category>
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		<category><![CDATA[Jee-woon Kim]]></category>
		<category><![CDATA[Min-sik Choi]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl Jee-woon Kim sich in der Rezeption durch das internationale Publikum noch nicht ganz aus dem Schatten seines übermächtigen koreanischen Kollegen Chan-wook Park befreien konnte, kann sich sein bisheriger Output sehen lassen. Mit dem Mystery Thriller A Tale Of Two Sisters, dem stylishen Gangster-Crime-Drama A Bitterweet Life und der durchgeknallten Westernhommage The Good, The Bad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/04/ISawTheDevil02.jpg" alt="ISawTheDevil02 Asiawochen bei fimabend.info: I Saw The Devil Review" title="ISawTheDevil02" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1980" /></p>
<p>Obwohl Jee-woon Kim sich in der Rezeption durch das internationale Publikum noch nicht ganz aus dem Schatten seines übermächtigen koreanischen Kollegen Chan-wook Park befreien konnte, kann sich sein bisheriger Output sehen lassen. Mit dem Mystery Thriller <em>A Tale Of Two Sisters</em>, dem stylishen Gangster-Crime-Drama <em>A Bitterweet Life</em> und der durchgeknallten Westernhommage <em>The Good, The Bad and the Weird</em> wanderte Kim zwischen verschiedenen Genres, um sich nun mit seinem neuesten Film, <em>I Saw The Devil</em>, dem wohl populärsten Bereich des koreanischen Kinos zu widmen: dem Rachethriller. <em>I Saw The Devil</em> ist dabei ein eigenständiger Beitrag in dieses Genre, der zugleich als eine adrenalingetränkte Parodie daherkommt.<br />
<span id="more-1979"></span><br />
Kyung-Chul (Oldboy-Star Min-Sik Choi) ist ein Serienkiller aus Leidenschaft. Mit seinem Schulbus macht er sich nachts auf die Suche nach einsamen Frauen, um sie kurzerhand per Hammerschlag auf den Kopf zu betäuben und später in seinem Versteck auseinanderzunehmen. Als er sich bei einem seiner Streifzüge die Frau des Polizisten Kim Soo-hyeon (Byung-Hun-Lee) als Opfer aussucht, macht dieser Jagd auf Kyung Chul. Was klingt wie der Aufguss eines billigen amerikanischen Actionfilms aus den 80er Jahren, wird von Kim bald thematisch auf den Kopf gestellt. Statt einer 90minütigen Jagd mit finalem Showdown lässt er die beiden Kontrahenten schon nach wenigen Muten aufeinanderprallen – mit dem besseren Ende für den Polizisten. Doch anstatt seinen Rachegelüsten freien Lauf zu lassen und dem Killer den kurzen Prozess zu machen, beschliesst dieser seine Rache noch länger auszukosten. Er versieht den bewusstlosen Killer mit einem Peilsender und hetzt diesen nun kreuz und quer durch die Stadt, um ihm bei jedem Aufeinandertreffen erneut große Schmerzen zuzufügen.</p>
<p>Dieser kleine Plottwist sorgt für zweieinhalbstündige, extrem kurzweilige Unterhaltung. Auch formal begnügt sich Jee-woon Kim nicht mit den Standards des Genres. Während der Polizist und Rächer in der ersten halben Stunde des Films noch Protagonist und Identifikationsfigur ist, wechselt die Perspektive bald auf den Killer, der nun ebenso zum Opfer wird wie seine weiblichen Opfer. Das hätte leicht nach hinten losgehen können, gelingt aber wunderbar, was neben Kims sicherer Regie vor allem der brillanten darstellerischen Leistung von Min-sik Choi zu verdanken ist, der seine Paraderolle in Oldboy hier sogar noch einmal toppen kann.</p>
<p>Mit <em>I Saw The Devil</em> demonstriert Jee-woon Kim die Stärken der modernen koreanischen Kinos. Optisch und technisch geht der Film weit über den Standard der derzeitigen Hollywoodfilme hinaus, es wird mit Kameraperspektiven und –fahrten experimentiert, die Actionszenen sind professionell und mitreissend choreographiert und gefilmt. Wie so oft bei koreanischen Filmen wechselt der Ton oft zwischen düsterem Thriller und leichteren Action- oder sogar Comedypassagen, die aber nie in den Slapstick abdriften. Auch wenn <em>I Saw The Devil</em> inhaltlich nie die Tiefe und den Anspruch in der Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstjustiz und ihre Konsequenzen erreicht wie beispielsweise die Rachetrilogie von Chan-wook Park oder The Chaser (<a href="http://www.filmabend.info/asiawochen-bei-filmabend-info-the-chaser-review/" >Review</a>), wird nicht leichtfertig mit der Materie umgegangen. Am Ende ziehen sich sogar düsterste Dramatöne durch das wilde Actionspektakel und machen den bis dahin „nur“ unterhaltsamen (das aber auf höchstem Niveau) Actionfilm zu einem handfesten Rachedrama.</p>
<p><em>I Saw The Devil</em> ist ein absolutes must-see für Freunde des asiatischen Kinos und markiert den bisherigen Höhepunkt in Jee-woon Kims Karriere.</p>
<p><strong>8/10</strong></p>
<p><strong>Trailer</strong><br />
<iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/tkwEFKdTckk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Killer Queen: I Spit On Your Grave (2010) Review</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 16:17:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als sich die amerikanische Exploitation- und Grindhousewelle in den 70er Jahren auf ihrem Höhepunkt befand, waren es vor allem zwei Filme, die neben Tobe Hoopers Kultfilm Texas Chainsaw Massacre beim Horrorpublikum für Furore sorgten. The Last House On The Left sowie Day Of The Woman (später vom Verleiher in I Spit On Your Grave umbenannt) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/04/I-Spit-On-Your-Grave-Movie.jpg" alt="I Spit On Your Grave Movie Killer Queen: I Spit On Your Grave (2010) Review" title="I Spit On Your Grave Movie" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1975" /></p>
<p>Als sich die amerikanische Exploitation- und Grindhousewelle in den 70er Jahren auf ihrem Höhepunkt befand, waren es vor allem zwei Filme, die neben Tobe Hoopers Kultfilm <em>Texas Chainsaw Massacre</em> beim Horrorpublikum für Furore sorgten. <em>The Last House On The Left</em> sowie <em>Day Of The Woman</em> (später vom Verleiher in <em>I Spit On Your Grave</em> umbenannt) machten mit ausgedehnten Vergewaltigungs- und Gewaltszenen Schlagzeilen, und sorgten für den Durchbruch des <em>rape and revenge</em> Genres. Beide Filme spalteten ihr Publikum, erschienen in einer Zeit, in der sich sexuelle Revolution und Feminismus auf die prüde amerikanische Gesellschaft stürzten. So gab es bereits damals das eine Lager von Horrorfans, die in diesen Filmen einen anspruchsvollen Subtext, eine Verbildlichung des damaligen amerikanischen Zeitgeist sahen, während vor allem die seriösen Filmkritiker angewidert auf diese Provokationen reagierten. Mit der derzeitigen Welle an Remakes, torture porn und Remakes von torture porn war es nur eine Frage der Zeit bis irgend jemand auf die Idee kommen würde, diese beiden Schocker neu aufzulegen. Doch während das Remake von <em>The Last House On The Left</em> zumindest durch einige atmosphärisch dichte Terrorszenen überzeugen konnte, enttäuscht das <em>I Spit On Your Grave</em> Remake auf ganzer Linie.<br />
<span id="more-1974"></span><br />
Das liegt vor allem daran dass die Macher den damaligen Zeitgeist und seine Aufbereitung im Film entweder nicht erkannt haben oder keine Ideen hatten, wie man die Aussage und Wirkung des Originals auf die Gegenwart anpassen könnte. <em>I Spit On Your Grave</em> ist ein leerer, belangloser und ideenarmer Neuzeithorror vom Fließband, der optisch und formal auf die MTV-Generation zugeschnitten ist. Von der Härte des Originals ist wenig übrig geblieben. Zwar kommt während des Übergriffs der extrem unglaubwürdigen Klischee-Rednecks auf die Protagonistin Jennifer anfangs tatsächlich ein klein wenig Terrorfeeling auf, doch <em>I Spit On Your Grave</em> lässt die Psychoterror Komponente bald zugunsten billigster Effekte und Klischees fallen. </p>
<p>Wie so oft im rape and revenge Genre scheitert <em>I Spit On Your Grave</em> vor allem im zweiten Teil, der Rache der gedemütigten und vergewaltigten Frau an ihren Peinigern. Zu keinem Zeitpunkt nimmt man der Protagonistin ihren Wandel vom braven Mädchen zum Rache-Mastermind ab. Anstatt ihre Gegner direkt, instinktiv und emotional zu töten (wie es im Original noch der Fall war), baut Jennifer Fallen und Tötungsvorrichtungen, die ihr die eigenhändige Rache abnehmen, und eher an den Jigsaw Killer aus SAW erinnern als an eine angepisse Rächerin. Dass sich Jennifer nicht einmal die Tode ihrer Feinde anschaut (was ja eigentlich der Sinn eines Mordes aus Rache ist) offenbart dann auch, wie wenig sich die Autoren mit der Materie des Films beschäftigt haben. Hinzu kommen Dialogszenen, die so sehr vorhersehbar und abgedroschen sind, dass man nur lachend den Kopf schütteln kann. </p>
<p>Auch Spannung kommt während des Racheparts zu keiner Zeit auf. Jennifer, die ja zumindest theoretisch Identifikationsfigur für den Zuschauer sein soll, gerät nie in Gefahr, es steht für sie nie etwas auf dem Spiel. Die Szenen, in denen sie ihre Vergewaltiger ausschaltet sind inhaltlich nicht verknüpft, wirken ideenlos aneinandergereiht. </p>
<p>Auch darstellerisch gleicht <em>I Spit On Your Grave</em> einem Blackberry Sturz ins Klo. Die Rednecks sind flach, eindimensional, der behinderte Bruder, mit dem man wohl versuchte so etwas wie ein moralisches Dilemma in diesen strunzdämlichen Film hineinzuzwängen wird unfreiwillig komisch und absolut unglaubwürdig dargestellt. Auch der fiese Hinterwäldlersheriff ist eine missglückte Hommage an (nein, eine Beleidigung für) R. Lee Ermey im Texas Chainsaw Massacre Remake.</p>
<p>Würde <em>I Spit On Your Grave</em> am Ende nicht einige (eher billig umgesetzte) Goreszenen bieten, die allerdings auch nicht über den heutigen Standard hinausgehen, könnte man diesen Unfall von einem Film nicht einmal Horrorfans wirklich empfehlen. Zu ideenlos, zu sehr und zu schlecht zusammengeklaut, zu belanglos. So wird der Film aufgrund seines in der Szene bekannten und berüchtigten Titels aber sicher sein Publikum finden, im Sinne der Remakewelle im Horrorgenre könnte man also sagen: mission accomplished!<br />
<strong>2/10</strong></p>
<p><strong>Trailer</strong><br />
<iframe title="YouTube video player" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/8tvnqlt-QRI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Opas Filmkiste: Topkapi (1964)</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 18:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jules Dassins Vita allein würde ausreichen, um daraus einen spannenden Film zu machen. Ende der 40er Jahre kreierte er für 20th Century Fox einige der besten Film Noirs, um wenig später Opfer des McCarthyismus zu werden. Mit einem Arbeitsverbot belegt, verließ er die USA und siedelte sich in Europa an. Mit Rififi sollte ihm 1955 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1895" title="TOPKAPI" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/02/TOPKAPI-0.jpg" alt="TOPKAPI 0 Opas Filmkiste: Topkapi (1964)" width="640" height="261" /></p>
<p>Jules Dassins Vita allein würde ausreichen, um daraus einen spannenden  Film zu machen. Ende der 40er Jahre kreierte er für 20th Century Fox  einige der besten Film Noirs, um wenig später Opfer des McCarthyismus zu  werden. Mit einem Arbeitsverbot belegt, verließ er die USA und siedelte  sich in Europa an. Mit <em>Rififi</em> sollte ihm 1955 sein bekanntester  Film gelingen und auch in den 60er Jahren gehörte er zu den gefeierten  Regisseuren Europas. Speziell die Produktionen mit seiner Ehefrau Melina  Mercouri und ihr politisches Engagement für die Demokratisierung  Griechenlands bleiben im Gedächtnis. 1964 kehrte Dassin insofern zu  seinen europäischen Filmwurzeln zurück, als dass er mit <strong>Topkapi</strong> noch einmal einen Heist-Film ablieferte, der zugleich auch als  selbstironische Persiflage auf seinen großen Erfolg zu verstehen ist.<br />
<span id="more-1894"></span><br />
Elizabeth Lipp (Melina Mercouri) hat es auf edle Schmuckstücke  abgesehen. Speziell an einem mit wertvollen Edelsteinen besetzten Dolch  hat sie Gefallen gefunden. Dieser befindet sich im Topkapi-Palast in  Istanbul. Zusammen mit Walter Harper (Maximilian Schell), einem  Meisterdieb, schmiedet sie einen Plan, um an das Objekt der Begierde zu  gelangen. Man einigt sich darauf, Amateure zu engagieren, da diese bei  der Polizei noch nicht aktenkundig sind und man so keine Spuren  hinterlasse. Alles verläuft wie am Schnürchen, bis sie in Griechenland  den selbsternannten Archäologen Arthur Simpson (Peter Ustinov) damit  beauftragen, einen Wagen nach Istanbul zu überführen, der mit  versteckten Waffen ausgestattet ist. <img class="alignleft size-medium wp-image-1897" title="Topkapi - Mercouri" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/02/Topkapi1-300x200.jpg" alt="Topkapi1 300x200 Opas Filmkiste: Topkapi (1964)" width="300" height="200" />Der türkische Zoll findet diese  jedoch an der Grenze und verdächtigt den etwas trotteligen Simpson nun  des Terrorismus, da sie der Überzeugung sind, dass  die Waffen für ein  Attentat bestimmt sind. Um an die Hintermänner zu gelangen, wird Simpson  kurzerhand zu einem türkischen Agenten ernannt und auf Lipp und Harper  angesetzt. Durch einen Trick kann Simpson sein Verbleiben bei Lipp und  Harper erklären und schon bald erweist sich Simpson als unersetzlich, da  ein Mitglied der Diebesbande verletzt ausscheiden wird und nur Simpson  seinen Platz einnehmen kann…</p>
<p>Auch mehr als 45 Jahre nach seinem Erscheinen, ist es leicht verständlich, was <strong>Topkapi</strong> auszeichnet(e). Vor der faszinierenden Kulisse Istanbuls spielend,  verfolgt der Zuschauer das Treiben jener bunten Truppe. Passend zum  Wetter und der Entstehungszeit strahlt der Film eine herzliche und  gelöste Atmosphäre aus. Letzteres liegt vor allem an den teils skurrilen  Charakteren, denen man begegnet. Da gibt es den exzentrischen,  britischen Tüftler, der in einem Spielzeugladen zu wohnen scheint und  nicht zuletzt ist es Ustinovs tollpatschiger Simpson, der sich in die  Herzen des Publikums spielt. Nichtsdestotrotz merkt man dem Film aber  auch an, dass er nicht ganz so gut gealtert ist. Primär die  Eröffnungssequenz ist deutlich als Kind der Zeit zu erkennen, wirkt aber  gleichzeitig wie ein deplatziertes Gimmick und auch die allgemeine  Formel des Heist-Films ist hier recht schleppend erzählt, so dass die  Spannungskurve während der zwei Stunden einige Beulen bekommt, was  stellenweise auch daran liegt, dass Szenen zu sehr gedehnt werden, wie  z.B. jene während des Ringkampfturniers. Andererseits wird die Spannung  beim finalen Einbruch dann wieder merklich angezogen und Reminiszenzen  zu Rififi werden geweckt. <img class="alignright size-medium wp-image-1898" title="Topkapi - Ustinov - Tamiroff" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/02/Topkapi2-300x200.jpg" alt="Topkapi2 300x200 Opas Filmkiste: Topkapi (1964)" width="300" height="200" />Erneut stellt Dassin sein ganzes  inszenatorisches Können unter Beweis und nicht umsonst wird jener  Einbruch auch in Brian De Palmas <em>Mission: Impossible</em> (1996) zitiert. So entschädigt das Finale für einige zähe Passagen.</p>
<p>Dass diese ebenfalls nicht so sehr ins Gewicht fallen liegt auch an den  Schauspielern, die den Zuschauer auch in jenen Momenten unterhalten  können. Speziell Peter Ustinov sticht hervor, dessen Darbietung des  Arthur Simpson genau richtig betont ist, um diesen liebenswerten  Lebenskünstler glaubhaft wirken zu lassen, der hier in etwas verwickelt  ist, was viel größer als er selbst ist und zwischen den Stühlen des  türkischen Geheimdienstes und der Diebesbande sitzt. Seine zweite  Oscarauszeichnung war insofern die richtige Konsequenz. In einer tollen  Nebenrolle brilliert auch Akim Tamiroff, der einen dauerbetrunkenen Koch  spielt, der Lipp und ihre Bande für russische Spione hält und unbedingt  einen Orden bekommen möchte. Besonders im Vergleich zu Ustinov fallen  Schell und Mercouri zurück. Ersterer schafft es nicht wirklich, sich als  Mastermind zu präsentieren und brilliert eher mit seinem guten Aussehen  und Melina Mercouri möge es mir verzeihen, wo immer sie jetzt auch sein  mag, dürfte die Rolle der blonden Verführerin und Juwelenliebhaberin  primär ihrer Ehe mit Dassin zu verdanken haben. Talent ist ihr  sicherlich nicht abzusprechen aber die Rolle der Elizabeth Lipp, so wie  sie vom Drehbuch angelegt ist, ist für sie suboptimal.</p>
<p>Auch wenn der Film ein wenig von seinem früheren Charme verloren hat, kann <strong>Topkapi</strong> noch immer gut unterhalten und gehört zum Standardrepertoire des Heist-Films: 7,5/10.  ﻿</p>
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		<title>The Green Hornet &#8211; von flügellahmen Insekten</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 23:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/01/GrüneBiene.jpg" alt="GrüneBiene The Green Hornet   von flügellahmen Insekten" title="GrüneBiene" width="640" height="230" class="aligncenter size-full wp-image-1800" /><br />
Geboren in den 30er Jahren als fortlaufendes Hörspiel  eines Detroiter Radiosenders, erlangte <strong>The Green Hornet</strong> schon schnell landesweite Bekanntheit in den USA. Es folgten Comicbücher, zwei Kinoserials  – eine abgeschlossene Geschichte wird episodenhaft vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt, sodass der Zuschauer gezwungen wird, regelmäßig ins Kino zu gehen, um alles mitzubekommen – in den 40er Jahren und eine TV-Serie in den 60er Jahren mit u.a. Bruce Lee, bevor es still wurde um die grüne Hornisse – zumindest in Form von bewegten Bildern. Dass es bis zum Jahr 2011 dauern sollte, um jenen (Super)Helden wieder sehen zu können, liegt vor allem an der bewegten Historie des Projekts, das vor allem von Tiefschlägen, Verschiebungen und anderen Katastrophen gekennzeichnet ist. Insofern kann man nur spekulieren, wie viele Evolutionsstufen das Projekt schlußendlich durchlaufen hat, bevor Seth Rogens Drehbuch von Michel Gondry verfilmt wurde.<br />
<span id="more-1829"></span><br />
Nach dem Tod seines Vaters sieht sich Britt Reid (Seth Rogen) mit dem Vermögen und dem Vermächtnis seines Erzeugers konfrontiert, der mit Britts Werdegang und Lebensstil nie zufrieden war. Sichtlich mit dem eigenen Dasein überfordert, beschließen er und Kato (Jay Chou), seines Zeichens Assistent, Chauffeur und Kfz-Mechaniker von Britts Vater, aus einer Schnapslaune heraus, in der Stadt ein paar Dummheiten anzustellen. Sie werden jedoch Zeugen eines Überfalls, greifen ein, primär Kato, der darüber hinaus auch ein Meister der Kampfkunst ist, und beschließen fortan, den Schwachen zu helfen, um so ihrem Leben einen Sinn zu geben. Sie erschaffen mit Hilfe des Reid’schen Zeitungsimperiums die Figur der Green Hornet und stellen diese als Verbrecher dar, um so näher an die richtigen bösen Buben zu kommen. Mit allerlei von Kato konstruierten Gimmicks gehen sie auf Gangsterjagd und natürlich bleibt das dem Paten der Stadt, Chudnofsky (Christoph Waltz), nicht lange verborgen und bald machen er und seine Leute Jagd nach dem Insekt.</p>
<p>Worin liegt nun der Reiz jener Produktion? Der Name Michel Gondry zieht sicherlich einige Filminteressierte an, machte er sich nicht nur einen Namen als Regisseur extravaganter Musikvideos, sondern punktete auch mit seinen von Kritikern gelobten Werken wie <em>Eternal Sunshine of the Spotless Mind</em> (2004) oder <em>The Science of Sleep</em> (2006). Vom Glanz vergangener Tage blieb jedoch nicht viel übrig, liefert er doch mit <strong>The Green Hornet</strong> eine überaus ordinäre Arbeit ab, bei der eine Zeitrafferszene  als einzige kurz den Ideenreichtum des Regisseurs aufblitzen lässt. Davon abgesehen, hat man es hier mit einem auf Seth Rogen zugeschnittenen Action/Comedyvehikel zu tun, das sich beim pubertären Publikum anzubiedern versucht. Anders lässt sich ein Großteil der Gags nicht erklären, wobei Humor ja bekanntlich ein strittiges Thema ist. Nichtsdestotrotz mag sich bei mir kein zu großes Lachen einstellen, wenn Christoph Waltzs Charaktername für infantile Witze herhalten muss.</p>
<p> In jenen Szenen werden auch die Schwächen des Drehbuchs schamlos entblößt, welches auf der einen Seite echte Probleme hat, gute Dialoge zu liefern – für eine Actionkomödie unabdingbar – und darüber hinaus jegliche Chemie zwischen Reid und Kato, Rogen und Chou, vermissen lässt. Wirkliche Harmonie ist zwischen den beiden selten zu spüren, sodass die Szenen hölzern und gewollt wirken, ohne Charme zu versprühen. Man mag sicherlich einiges an Freude haben, wenn man Seth Rogens typisches Spiel mag aber auf die Dauer ist das Auftreten des chargierenden kindischen  Kumpeltyps belastend. Erneut ist es also Christoph Waltz, der als psychopathischer Bösewicht seinen Kollegen die Schau stiehlt und sollte <strong>The Green Hornet </strong>wirklich als Genrepersiflage angelegt worden sein, was ich jedenfalls bestreite, so erfüllen auch einzig Waltzs Szenen diesen Charakter, karikiert er doch die stereotypen Merkmale des typischen Genrefieslings.  </p>
<p>Abgesehen von den inhaltlichen Defiziten gibt sich der Film keine weiteren größeren Blößen. Bei der Inszenierung der Actionszenen beweist Gondry Geschick, sodass diese unterhalten können und Jay Chou darf sein Martial Arts-Geschick unter Beweis stellen. Auch die Effekte wirken adäquat und da ich mich schon genug über den Film an sich ausgelassen habe, verkneife ich mir gehässige Kommentare zur 3D-Postkonvertierung.<br />
Abschließend betrachtet möchte ich nicht sagen, dass <strong>The Green Hornet</strong> eine große Enttäuschung war, da mich der Trailer schon nicht viel mehr erwarten ließ. Nichtsdestotrotz ist es ein wenig schade, dass sich die Befürchtungen bewahrheiteten und wir es hier mit einem Film am unteren Ende des Durchschnitts zu tun haben, der sicherlich ein paar Fans gewinnen wird aber ansonsten schnell in Vergessenheit gerät: 05/10.</p>
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		<title>Schwanensee Deluxe: Black Swan Review</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 20:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die introvertierte Tänzerin Nina Sayers (Natalie Portman) träumt vom großen Durchbruch als Ballerina in New York. Als der Choreograph ihres Theaters (Vincent Cassel) sie für die Hauptrolle in der Inszenierung des Ballettklassikers Schwanensee besetzt, scheint sie ihrem großen Ziel nahe zu sein. Doch dann bekommt sie plötzlich unerwartete Konkurrenz von der selbstbewussten Lily (Mila Kunis), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/01/black-swan.jpg" alt="black swan Schwanensee Deluxe: Black Swan Review" title="black-swan" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1819" /></p>
<p>Die introvertierte Tänzerin Nina Sayers (Natalie Portman) träumt vom großen Durchbruch als Ballerina in New York. Als der Choreograph ihres Theaters (Vincent Cassel) sie für die Hauptrolle in der Inszenierung des Ballettklassikers Schwanensee besetzt, scheint sie ihrem großen Ziel nahe zu sein. Doch dann bekommt sie plötzlich unerwartete Konkurrenz von der selbstbewussten Lily (Mila Kunis), die Ninas ohnehin schon fragiles Seelenleben endgültig zum Einsturz bringt. </p>
<p>Mit <em>Black Swan</em> liefert Darren Aronofsky den Nachfolger seines gefeierten und oscarnominierten Dramas <em>The Wrestler</em> ab, und festigt seinen Ruf als einer der besten jungen Regisseure Amerikas. Thematisch bleibt er seinem Lieblingssujet treu und zeichnet das spannende Psychogramm eines Menschen, der verzweifelt versucht die Kontrolle über sein Leben zu erlangen. In <em>Black Swan</em> bedient sich Aronofsky den Konventionen des klassischen Thrillers, spielt vor allem gegen Ende des Films aber auch mit Motiven des Horror. Dennoch ist <em>Black Swan</em> in erster Linie eine Studie der menschlichen Psyche, die sich nicht auf den Schauwert oder Unterhaltung beschränkt.<br />
<span id="more-1818"></span></p>
<p><em>Black Swan</em> ist ein bildgewaltiger Film, dessen Bilder aber nie um ihrer selbst Willen im Vordergrund stehen. Aronofsky schafft es, Ballett tatsächlich packend wie Actionszenen zu inszenieren, setzt dabei nicht auf stilisierten, glamourösen Kitsch sondern auf künstliches und kaltes Licht, wackelige Handkamera und in ihrer Natürlichkeit faszinierende Nahaufnahmen. Die beeindruckenden Tanzszenen wirken in ihrer Machart wie ein Understatement, die sehr grazilen und flüssigen Bewegungen (zu einem großen Teil übrigens tatsächlich von Portman und Kunis persönlich dargeboten) stehen im Kontrast zur eher nüchteren Inszenierung. Es ist auch beeindruckend, wie Aronofsky Spiegel einsetzt, in den Tanzszenen als Erweiterung der Szenerie, in den Thriller- und Horrorelementen als klassisches Stilmittel um den Schock vorzubereiten.</p>
<p>Tatsächlich gelingt Aronofsky das Künststück, den Konkurrenzkampf in einer Balletschule als spannenden Psychothriller zu verkaufen. <em>Black Swan</em> funktioniert auch durchaus als reiner Genrebeitrag, bezieht seinen Reiz aber vor allem aus der Psychoanalyse der Protagonistin Nina. Es werden Erinnerungen an Filme wie <em>Fight Club</em> oder die Hollywood-Trilogie (bestehend aus <em>Lost Highway</em>, <em>Mulholland Drive</em> und<em> Inland Empire</em>) von David Lynch wach, die sich ebenfalls mit Menschen beschäftigen, die in einer trichterförmigen Spiralbewegung in den Wahnsinn stürzen. Auch wenn <em>Black Swan</em> zumindest zugänglicher ist als die bizarren Charakterstudien von David Lynch, bringt Aronofsky mit fortschreitender Laufdauer immer mehr surreale Elemente ins Spiel, auf der Leinwand vermischen sich Realität und Psyche von Nina. Der Zuschauer bekommt den Boden unter den Füßen entzogen, weil er nicht mehr sicher sein kann was wahr ist und was Halluzination. Wie bei den Filmen von David Lynch wird Black Swan von einem surrealen, grotesken Unterton begleitet, der das Publikum in einen Zustand von Unsicherheit versetzt, eine furchterregende, alptraumhafte Atmosphäre schafft, ohne auf billige Schocks zurückzugreifen. Das mag keine Innovation mehr sein, doch es ist eine Kunst, dass <em>Black Swan</em> auf dieser surrealen Ebene ebenso gut funktioniert wie als reiner Thriller. </p>
<p>Die Einflüsse von David Lynch und David Cronenbergs „body horror“ auf diesen Film sind unverkennbar, doch Aronofsky emanzipiert hier seinen eigenen Stil und steht den offensichtlichen Vorbildern in nichts nach. Getragen wird der Film von den hervorragenden Darstellern, der Oscar für Natalie Portman dürfte reine Formsache sein. Doch auch Mila Kunis, die ihre Karriere als Sitcom Flittchen begann und hier zur femme fatale herangewachsen ist, sowie der ohnehin immer brillante Vincent Cassel und Barbara Hershey als herrschsüchtige Mutter machen den kleinen Thriller über Balletttänzerinnen zu ganz großem Kino. Und wenn dann selbst Winona Ryder in einer Nebenrolle wieder glänzen kann besteht kein Zweifel mehr, dass diese schauspielerischen Leistungen in erster Linie der Regie Aronofskys zuzurechnen sind.</p>
<p>Darren Aronofsky, dem von Kritikern immer vorgeworfen wurde, seine Filme seien nicht gerade subtil, lädt <em>Black Swan</em> mit einer Menge Subtext auf. Gerade in der Beziehung zwischen Nina und ihrer Mutter, die einst selbst an der großen Ballettkarriere scheiterte, schwingen zwischen den Zeilen des Drehbuchs so viele groteske Andeutungen über ihr Verhältnis mit, dass man sich kaum traut über den enormen emotionalen und eventuell sogar sexuellen Missbrauch an Nina nachzudenken, der letztendlich die unterdrückte Sexualität und ihren schwarzen Schwan zum Vorschein bringt. Ninas Charakter, ihr Streben nach Perfektion und ihr selbstzerstörerischer, fataler Weg dorthin sind das Ergebnis jahrelanger Ausbeutung durch ihre sehr begrenzte Umwelt. Sämtliche Charaktere im Film haben ihre eigene Agenda, die nicht mit dem Wohlergehen Ninas vereinbar ist, im Film werden diese Motivationen aber stets nur angedeutet und verweisen auf den düsteren Subtext, der unter der Oberfläche der Szenen klafft wie ein großes schwarzes Loch.</p>
<p><em>Black Swan</em> ist ein erschütterndes Drama mit emotionaler Wucht, ein spannender Thriller, ein surrealer Horrorfilm und das Werk eines großen Regisseurs, der 2012 mit <em>The Wolverine</em> zeigen kann, ob er auch Blockbuster beherrscht.</p>
<p><strong>9/10</strong></p>
<p><strong>Deutscher Trailer</strong></p>
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		<title>Foltern für den Frieden: Unthinkable Review</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 19:59:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Terrorist versteckt drei Bomben in verschiedenen amerikanischen Städten und droht mit deren Zündung, falls die USA ihre ausbeuterische Nahostpolitik nicht ändern. Ausnahmsweise handelt es sich bei dem Terroristen in Unthinkable nicht um einen radikalen Araber, sondern um den amerikanischen Staatsbürger Steven Arthur Younger, der (denn ein bisschen Klischee muss dann eben doch sein) allerdings [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/01/torture_scene__samuel_l_jackson_martin_sheen_unthinkable.jpg" alt="torture scene  samuel l jackson martin sheen unthinkable Foltern für den Frieden: Unthinkable Review" title="torture_scene__samuel_l_jackson_martin_sheen_unthinkable" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1816" /></p>
<p>Ein Terrorist versteckt drei Bomben in verschiedenen amerikanischen Städten und droht mit deren Zündung, falls die USA ihre ausbeuterische Nahostpolitik nicht ändern. Ausnahmsweise handelt es sich bei dem Terroristen in Unthinkable nicht um einen radikalen Araber, sondern um den amerikanischen Staatsbürger Steven Arthur Younger, der (denn ein bisschen Klischee muss dann eben doch sein) allerdings zum Islam konvertiert ist und seinen Namen in Yusuf geändert hat. Yusuf lässt sich von den Behörden ohne Gegenwehr verhaften und weil denen die Zeit davonläuft und die Bomben laut Yusufs Aussage auch noch Atombomben sind (was auch sonst) greifen die Gesetzeshüter zur archaischsten aller Verhörmethoden, um dem Schurken das Versteck der Bomben zu entlocken: Folter.<br />
<span id="more-1814"></span></p>
<p>Was klingt wie eine Inhaltsbeschreibung einer x-beliebigen <em>24</em>-Staffel ist der Plot von <em>Unthinkable</em>, einem der kleinen Thriller die Samuel L Jackson in einer Hauptrolle haben, nur um dann vom Publikum relativ unbeachtet auf DVD ausgeschlachtet zu werden. Das ist einerseits verständlich, denn zumindest vordergründig hebt sich Unthinkable nicht von der üblichen Thriller-Massenware ab, auch wenn Jackson hier mal wieder eine großartige Performance abliefert. Andererseits ist es aber schade, denn <em>Unthinkable</em> nimmt sich einem großen und höchst aktuellen Thema an.</p>
<p>Die Frage, ob ein demokratischer Staat Menschen foltern darf, um seine Bürger und die eigene Existenz zu schützen war vor nicht allzu langer Zeit noch eher theoretischer und vor allem rhetorischer Natur. Die Entwicklung des „Kriegs gegen den Terrorismus“ der USA hat jedoch jüngst dazu geführt, dass diese Frage plötzlich im Zentrum einer höchst realen und aktuellen Debatte steht. Und wenn gerade die Deutschen schnell dabei sind, die Amerikaner für die Missachtung von Menschenrechten zu kritisieren, sollten wir bedenken dass es vor wenigen Jahren nach der Entführung des Bankierssohnes Jakob Metzler eine erstaunliche Welle der Sympathie für den Polizeichef Frankfurts gab, der dem Täter Folter androhen ließ, um den vermeintlich noch lebenden Jungen zu retten.</p>
<p><em>Unthinkable</em> spielt mit den unvereinbaren Ansichten und Argumenten in dieser brisanten Debatte. Zeigt die Folter als unmenschliches Instrument staatlicher Macht, das nicht einmal so effektiv ist wie es eigentlich sein sollte. Wer in solchen Zeiten auf Menschenrechte und Verfassung pocht gilt als schwach, als nicht überlebensfähig im Kampf gegen ideologischen Terrorismus, das Argument von Carrie-Anne Moss, es sei besser die Atombomben hochgehen zu lassen als einen Menschen zu foltern wird im Film mehr oder weniger deutlich der Lächerlichkeit preisgegeben. Die stärkeren Argumente scheinen bei denen zu liegen, die Folter im Interesse der Nation für legitim halten. Glücklicherweise macht es sich <em>Unthinkable</em> dann doch nicht ganz so einfach, stellt die Vertretbarkeit von Folter vor allem mit dem sehr unlogischen aber auch sehr bitteren Ende der Extended Version in Frage, kratzt letztendlich aber trotzdem nur an der Oberfläche der Debatte.</p>
<p>Man wird den Eindruck nicht los, dass sich <em>Unthinkable</em> mit seinem großen moralischen Thema am Ende vielleicht doch ein bisschen übernommen hat, das ändert allerdings nichts daran dass der Film als unterhaltsamer Thriller durchaus taugt. Dafür sorgen vor allem Samuel L Jackson und der hervorragende Michael Sheen in den Hauptrollen, während Carrie-Anne Moss in ihrer Rolle als moralisches Gewissen leider sehr blass bleibt und die Nebenrollen teilweise deutlich unterdurchschnittlich besetzt sind. Dennoch hält <em>Unthinkable</em> den Zuschauer bei der Stange, ist ein spannender Thriller der einige völlig unerwartete Twists zu bieten hat und vor allem am Ende noch einmal richtig aufs Gas tritt. Fans von <em>24</em> werden hier sicher auf ihre Kosten kommen, wer sich einen ernstzunehmenden Diskussionsbeitrag zum Thema Folter erhofft, der den Zuschauer zum Nachdenken bringt wird jedoch enttäuscht. In Deutschland erscheint <em>Unthinkable</em> am 25. Februar 2011 auf DVD und BluRay.</p>
<p><strong>6,5/10</strong></p>
<p><strong>Trailer</strong></p>
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		<title>Platzangst? &#8211; Buried Review</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 21:56:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der amerikanische Lastwagenfahrer Paul Conroy (Ryan Reynolds) arbeitet für eine zivile Firma im Irak. Nach einem Terroranschlag erwacht er in einem Holzsarg, bei ihm nur ein Benzinfeuerzeug und ein Mobiltelefon. Das ist der einfache Plot des Suspensethrillers Buried, der 2010 auf diversen Filmfestivals für Aufsehen sorgte, vor allem die Tatsache dass sich der Film tatsächlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/01/buried_ryan_reynolds_review.jpg" alt="buried ryan reynolds review Platzangst?   Buried Review" title="buried_ryan_reynolds_review" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1772" /></p>
<p>Der amerikanische Lastwagenfahrer Paul Conroy (Ryan Reynolds) arbeitet für eine zivile Firma im Irak. Nach einem Terroranschlag erwacht er in einem Holzsarg, bei ihm nur ein Benzinfeuerzeug und ein Mobiltelefon. Das ist der einfache Plot des Suspensethrillers <em>Buried</em>, der 2010 auf diversen Filmfestivals für Aufsehen sorgte, vor allem die Tatsache dass sich der Film tatsächlich über seine gesamte Laufzeit auf einen einzigen, extrem begrenzten Handlungsort und mit Ryan Reynolds auf nur einen sichtbaren Darsteller beschränkt darf man getrost als innovativ bezeichnen. Dass <em>Buried</em> es schafft, aus diesem engen Korsett einen extrem packenden Thriller zu basteln, der den Zuschauer für volle 90 Minuten auf die Folter spannt, und dabei noch durch beeindruckende Kamerafahrten und –schwenks in einem Sarg glänzen kann ist schlichtweg beeindruckend.<br />
<span id="more-1771"></span></p>
<p>Regisseur Rodrigo Cortés begräbt den Zuschauer mit dem Protagonisten Paul tief in der irakischen Wüste, wo andere Filme immer wieder zu den Rettungsbemühungen Außenstehender schneiden würden, die in einem Weetlauf gegen die Zeit versuchen, Paul zu finden und zu retten, lässt Cortés dem Zuschauer keine Alternative oder Ausweichmöglichkeit, keine Atempausen. Man ist förmlich gezwungen, am Schicksal des begrabenen, ahnungslosen Paul teilzunehmen, spürt seine Panik, seine Todesangst und Verzweiflung wenn er versucht über das Mobiltelefon Hilfe zu rufen, dabei aber immer wieder an Bürokratie und vermeintlicher Professionalität scheitert. Ihr dachtet das Gedudel in den Warteschlangen eures Mobilfunkanbieters sei nervig? Kein Vergleich zur Situation in einem engen Holzsarg, wenn man in die Wartschleife geworfen wird, während langsam aber sicher der Sauerstoff ausgeht.</p>
<p>Das Drehbuch von Chris Sparling choreographiert die Tortur eines hoffnungslos um sein Leben kämpfenden Mannes wie eine Achterbahnfahrt. Immer wieder werden Hoffnungsschimmer wie Brotkrümel gestreut, immer wenn Comroy kurz davor ist, das Handtuch zu werfen, reicht man ihm einen neuen, letzten Strohhalm, nur um ihm und dem Zuschauer kurz darauf einen derben Schlag in die Magengrube zu verpassen. Dieses Spiel wiederholt sich mehrmals, bis es in den nervenzerreißenden letzten Minuten des Films seinen Höhepunkt findet.</p>
<p><em>Buried</em> ist ein perfekt inszenierter Suspensethriller der alten Schule, auf den wohl auch Alfred Hitchcock stolz gewesen wäre. Will man sich auf die spannende emotionale Achterbahnfahrt einlassen, muss man allerdings einige kleinere Abstriche bei der Logik machen, muss sich abfinden dass Blackberrys in der Welt von Buried nun mal einfach auch in einem Holzsarg in der irakischen Wüste Netz haben und Videos in wenigen Sekunden übertragen können. Diese kleineren Schlaglöcher im Konzept sind letztendlich den stark begrenzten Handlungsmöglichkeiten des Protagonisten geschuldet. Natürlich geschehen einige Dinge im Film nur zugunsten der Dramaturgie, aber es funktioniert auch einfach zu gut, als dass man sich daran stören sollte. <em>Buried</em> ist ein Film bei dem man noch während des Abspanns still sitzen bleibt um endlich wieder ruhig durchatmen zu können und ein Beweis dafür, dass Thriller keine enormen Produktionskosten und mehrere Stars brauchen um fesseln zu können.</p>
<p>8,5/10</p>
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		<title>Der Teufel steckt im Fahrstuhl: Devil Review</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 21:53:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sein Markenzeichen waren originelle, mystisch angehauchte Stories, an deren Ende stets ein überraschender Twist stand. Mit The Sixth Sense, Unbreakable, Signs und The Village machte sich M. Night Shymalan einen Namen in Hollywood und bei Filmfans, wurde schon mit Göttern wie Spielberg und Kubrick verglichen, sein Name hatte eine Anziehungskraft, die jeden seiner Filme zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2011/01/m-night-shyamalan-devil-review.jpg" alt="m night shyamalan devil review Der Teufel steckt im Fahrstuhl: Devil Review" title="m night shyamalan devil review" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1769" /></p>
<p>Sein Markenzeichen waren originelle, mystisch angehauchte Stories, an deren Ende stets ein überraschender Twist stand. Mit <em>The Sixth Sense</em>, <em>Unbreakable</em>, <em>Signs</em> und <em>The Village</em> machte sich M. Night Shymalan einen Namen in Hollywood und bei Filmfans, wurde schon mit Göttern wie Spielberg und Kubrick verglichen, sein Name hatte eine Anziehungskraft, die jeden seiner Filme zu einem garantierten Kinoerfolg machte. Doch nach dem kometenhaften Aufstieg kam dann der schnelle Absturz mit den Filmen <em>Lady In The Water</em>, <em>The Happening</em> und <em>The Last Airbender</em>. Der einst so gefeierte Regisseur wurde plötzlich zur Witzfigur, die vor allem von der Internetszene mit <a target="_blank" href="http://www.collegehumor.com/video:1940892" >Spott und Häme</a> bedacht wurde.<br />
<span id="more-1768"></span></p>
<p>So ist es dann auch zu erklären, dass der Trailer zu <em>Devil </em>in amerikanischen Kinos spontane Buhrufe vom Publikum erntete, als die Tagline <em>„from the mind of M. Night Shyamalan“ </em>auf der Leinwand erschien. Und das obwohl Shyamalan abgesehen von der zugrundeliegenden Kurzgeschichte und seiner Rolle als Produzent nichts mit dem Film zu tun hat. Und es ist schade, dass <em>Devil</em> so sehr unter dem Stigma des einstigen Kultregisseurs leiden musste, denn der Film ist besser als alle Geschichten, die in den letzten zehn Jahren von M. Night Shyamalan erzählt wurden.</p>
<p>Fünf Menschen bleiben im Fahrstuhl eines Bürogebäudes stecken, einer von ihnen ist der Teufel. <em>High Concept</em> nennt man im Filmjargon solch einfache Plots, die sich auf einen simplen Oneliner reduzieren lassen und doch genug Potential und Faszination für einen abendfüllenden Spielfilm bieten. Tatsächlich entwickelt sich in <em>Devil</em> nach kurzer Einführung ein dramatischer und spannender Mysterythriller, und spätestens nach den ersten mysteriösen Geschehnissen im Fahrstuhl beginnt für den Zuschauer ein lustiges Ratespiel, welcher der Insassen denn nun der Beelzebub höchstpersönlich ist. Auch die Gruppendynamik mitsamt gegenseitigem Misstrauen und Verdächtigungen der Protagonisten wird glaubhaft inszeniert, woran die relativ unbekannten aber guten Darsteller einen großen Anteil haben. Vor allem Logan Marshall-Green, der aussieht wie Tom Hardys (<em>Bronson, Inception</em>) eineiiger Zwillingsbruder und Chris Messina hinterlassen einen guten Eindruck. </p>
<p>Leider geht <em>Devil</em> insgesamt zu wenig Risiko ein, originelle Ideen wie der Kontakt der Insassen mit dem Sicherheitspersonal über eine nur einseitig funktionierende Video- und Gegensprecheinrichtung werden nicht voll ausgeschöpft und die Sprünge zum von Messina gespielten Polizisten, der versucht die Geschehnisse im Fahrstuhl von außen aufzuklären reißen den Zuschauer zu oft aus der grundsätzlich gelungenen und klaustrophobischen Grundstimmung des Films. Die finale Auflösung fällt dann auch leider etwas uninspiriert und aus anderen, ähnlichen Geschichten bekannt aus. </p>
<p>Diese Mängel werden allerdings zumindest teilweise durch die handwerkliche Perfektion wettgemacht, mit der <em>Devil</em> trotz des relativ moderaten Budgets aufwarten kann. Die Regiebrüder John Erick und Drew Dowdle, die schon <em>Quarantine</em>, für das amerikanische 1:1 Remake der spanischen <em>found footage</em> Horrorsensation <em>REC</em> verantwortlich waren, beweisen mit <em>Devil</em> ein gutes Gespür für Dramaturgie und faszinierende Bilder. Schon die gespiegelte Eröffnungsszene mit einer Kamerafahrt durch die Skyline Philadelphias, bei der die Wolkenkratzer wirken als würden sie aus dem Himmel wachsen, macht trotz der im Grunde simplen Idee einiges her. <em>Devil</em> ist ein netter kleiner Horrorthriller, der für 80 Minuten spannende Unterhaltung bietet, Shyamalan hin oder her.</p>
<p><strong>6,5/10</strong></p>
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		<title>Opas Filmkiste: Das Schweigen des Meeres (1949)</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 11:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nouvelle Vague]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick mag Jean-Pierre Melvilles Le Silence de la Mer ein wenig atypisch wirken, wurde Melville doch vor allem aufgrund seiner Gangsterfilme wie zum Beispiel Le Samouraï (1967) oder Le Cercle Rouge (1970) bekannt. Doch auch das Thema Résistance ist in seinen Filmen präsent, vor allem in L&#8217;Armée des Ombres und eben jenem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1665" title="Silence_Header2" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Silence_Header2.jpg" alt="Silence Header2 Opas Filmkiste: Das Schweigen des Meeres (1949)" width="636" height="217" /><br />
Auf den ersten Blick mag Jean-Pierre Melvilles <strong>Le Silence de la Mer</strong> ein wenig atypisch wirken, wurde Melville doch vor allem aufgrund seiner Gangsterfilme wie zum Beispiel <em>Le Samouraï</em> (1967) oder Le Cercle Rouge (1970) bekannt. Doch auch das Thema Résistance ist in seinen Filmen präsent, vor allem in <strong>L&#8217;Armée des Ombres</strong> und eben jenem Film, um den es in diesem Text geht. Dabei ist<strong> Le Silence de la Mer</strong> nicht nur aufgrund seines Inhalts von großem Interesse, es ist auch die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung für das Filmland Frankreich als Solches, die diesem Film einen Platz in den Annalen eingebracht hat.<br />
<span id="more-1663"></span><br />
Unabhängig und gegen den Willen der Filmgewerkschaften gedreht, ebnet Melville so auch den Weg für die Nouvelle Vague, wenngleich er Ende der 40er Jahre erst einmal genug Probleme damit hatte, den Film überhaupt machen zu können bzw. zu dürfen. Die Geschichte basiert nämlich auf einem Roman des Schriftstellers Vercors, der zur Zeit der Okkupation Frankreichs im Untergrund veröffentlicht wurde. Melville, selbst Mitglied der Résistance, hatte große Schwierigkeiten, Vercors‘ Einverständnis zu bekommen. So schlug Melville vor, den fertigen Film einer Gruppe ehemaliger Résistancemitglieder, darunter auch Vercors, zu zeigen und diese sollen dann entscheiden, ob der Film werkgetreu ist und aufgeführt werden kann. Es wurde für den Film votiert.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1666" title="Silence1" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Silence1-300x225.jpg" alt="Silence1 300x225 Opas Filmkiste: Das Schweigen des Meeres (1949)" width="300" height="225" />Die Geschichte selbst spielt in einem kleinen französischen Dorf im Jahr 1941. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht werden diverse Wohnhäuser requiriert, damit diese als Offiziersunterkünfte dienen können. Eines jener Häuser wird von einem Onkel (Jean-Marie Robain) und seiner Nichte (Nicole Stéphane) bewohnt. Als unbeliebter Untermieter zieht der deutsche Offizier Werner von Ebrennac (Howard Vernon) ein. Jeden Abend, erst zögerlich, später dann aber wie selbstverständlich, gesellt sich von Ebrennac zu den beiden Hausbewohnern vor dem Kamin, um in ausführlichen Monologen, seine Weltsicht darzulegen und seine Liebe zu Frankreich zu gestehen. Als Zeichen des Widerstands wechseln der Onkel und die Nicht kein Wort mit von Ebrennac und hören schweigend zu. Die Szenerie ändert sich jedoch, als von Ebrennac Urlaub in Paris macht und sich dort mit alten Kameraden trifft, die seine frankophile Ader nicht nur nicht teilen, sondern auch davon sprechen, wie alles Französische nach dem Endsieg vernichtet werden soll. Um nicht selbst Teil dieser Maschinerie zu werden, meldet sich von Ebrennac nach seiner Rückkehr in das Haus des Onkels freiwillig zur kämpfenden Truppe.</p>
<p>Stille, das ist das zentrale Thema der Geschichte, und so betritt Melville bei der Adaption des Stoffes auch Neuland, indem er einen Großteil der vom Onkel gesprochenen Dialoge als Gedanken aus dem Off sprechen lässt. So gibt es während des Films immer wieder Szenen, in denen das Schweigen zwischen dem Onkel und der Nichte auf der einen, und von Ebrennac auf der anderen Seite die Spannung in den Höhepunkt treibt. Untermalt werden diese Momente meist durch das schonungslose Ticken der Wanduhr. So ist es vor allem das Spiel mit dem Schweigen und den Hintergrundgeräuschen, das der Szenerie einen unverkennbaren Charakter gibt und die Distanz zwischen den Charakteren verdeutlicht. Und doch merkt man im Verlauf, dass sich der Onkel und der Offizier gar nicht so unsympathisch finden, ertappt sich der Onkel immer wieder dabei, wie er die Monologe von Ebrennacs genießt. <img class="alignright size-medium wp-image-1667" title="Silence2" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Silence2-300x225.jpg" alt="Silence2 300x225 Opas Filmkiste: Das Schweigen des Meeres (1949)" width="300" height="225" />Es ist im Grunde schon interessant, welch differenziertes Bild hier von von Ebrennac gezeichnet wird. Man zeigt einen rationalen deutschen Offizier und das vor dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der auch im Film omnipräsent ist und an verschiedenen Stellen erwähnt und angedeutet wird – speziell beim Besuch in Paris.  Auch die (passive) Rolle der französischen Bevölkerung bietet Raum für Interpretationen.</p>
<p>Schwenkt man wieder auf die filmische Ebene zurück, so kommt man nicht umher, die Kameraarbeit Henri Decaës zu loben, dessen Ausleuchtung der Szenen fürwahr meisterlich ist. So treiben die gezeigten Bilder den Film allein voran, ohne dass man viele Worte verlieren muss. Oft sind es kleine Gesten, Bewegungen, die viel über den Zustand der Charaktere preisgeben, wenn z.B. die Nichte beim Stricken ist und es eine Großaufnahme ihrer Hände gibt. Trotzdem ist es am Ende ein Wort, welches den emotionalen Höhepunkt des Films beschreibt. Ein sanftes „Adieu“, als von Ebrennac die Beiden verlässt und sie genau wissen, welch Schicksal den Offizier ereilen wird.</p>
<p>Die Größe <strong>Le Silence de la Mer</strong> in Worten auszudrücken, ist nahezu unmöglich, da man ihn gesehen haben muss, um seine Bedeutung für das französische Nachkriegskino zu verstehen und der Film unterstreicht darüber hinaus, mit welch einem Talent Melville gesegnet war, um so früh in seiner Karriere solch ein Werk abliefern zu können: 09/10.</p>
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		<title>Deutschland, deine Zukunft: Die kommenden Tage Review</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 02:02:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutschland in der nahen Zukunft: Die Europäische Union ist zerbrochen, die Rohstoffe sind durch einen dritten Golfkrieg knapp, es gibt wieder autofreie Sonntage, aber keine Milch mehr im Supermarkt. Die Grenzen werden militärisch gesichert um die afrikanischen Flüchtlingsströme abzuwehren. In diesem Setting erzählt Die kommenden Tage von Lars Kraume eine Familiengeschichte, in deren Zentrum Laura [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/die-kommenden-tage-johanna-wokalek.jpg" alt="die kommenden tage johanna wokalek Deutschland, deine Zukunft: Die kommenden Tage Review" title="die-kommenden-tage-johanna-wokalek" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1584" /></p>
<p>Deutschland in der nahen Zukunft: Die Europäische Union ist zerbrochen, die Rohstoffe sind durch einen dritten Golfkrieg knapp, es gibt wieder autofreie Sonntage, aber keine Milch mehr im Supermarkt. Die Grenzen werden militärisch gesichert um die afrikanischen Flüchtlingsströme abzuwehren. In diesem Setting erzählt <em>Die kommenden Tage</em> von Lars Kraume eine Familiengeschichte, in deren Zentrum Laura Kuper (Bernadette Heerwagen) steht. Aus ihrer Perspektive werden die unterschiedlichen Wege beschrieben, die ihre nahen Verwandten in dieser präapokalyptischen Welt einschlagen.</p>
<p>Eine durchaus interessante Prämisse, die Idee das altbekannte Familiengeschichtsdrama in die nahe Zukunft zu verlagern um so ein realistisches Szenario der Entwicklung unserer Gesellschaft zu zeichnen ist immerhin innovativ. Leider mangelte es dem deutschen Kino in den letzten Jahren allerdings nicht nur an Innovationen. Deutsche Filme, vor allem die großen Kinoproduktionen sind generell zu schwerfällig, nehmen sich zu ernst, können nicht auf moralische Zeigefinger verzichten, scheitern zu oft an ihren eigenen Ansprüchen. Leider kann man auch <em>Die kommenden Tage</em> trotz aller Qualitäten nicht gänzlich von dieser „deutschen Krankheit“ freisprechen.</p>
<p><span id="more-1583"></span></p>
<p>Die 130 Minuten Laufzeit wirken wie drei Stunden, was vor allem der sehr langsamen und inhaltlich zu großem Teil belanglosen ersten Hälfte der Geschichte geschuldet ist. Neben der Einführung der durchaus interessanten Charaktere der Familie Kuper werden mehrere uninteressante Handlungsstränge angerissen, die später im Film im Sand verlaufen oder sich als völlig unwichtig für die Geschichte erweisen. Dafür werden interessante Aspekte nur angedeutet, oberflächlich behandelt, nicht weiter vefolgt. <em>Die kommenden Tage</em> ist zu lang und zu kurz gleichzeitig. Man hat einerseits das Gefühl, es handele sich bei dem Film um die Verfilmung eines epischen Romans, dem die 130 Minuten Spieldauer einfach nicht gerecht werden konnten, andererseits hat der Film gerade in der ersten Hälfte Längen.</p>
<p><em>Die kommenden Tage</em> ist dennoch eine der besten deutschen Großproduktionen der letzten Jahre, was allerdings auch an der schwachen Konkurrenz liegt. Dies verdankt der Film neben seinem originellen Setting vor allem dem starken Cast. Mit Daniel Brühl und August Diehl stehen hier die beiden wohl besten deutschen Jungschauspieler vor der Kamera, vor allem letzterer trumpft in <em>Die kommenden Tage </em>richtig auf. Johanna Wokalek gibt quasi eine Neuauflage ihrer Rolle aus dem <em>Baader Meinhof Komplex</em>, Bernadette Heerwagen ist eine gelungene Besetzung für die Hauptrolle. Darstellerisch ist <em>Die kommenden Tage</em> ein echter cineastischer Leckerbissen.</p>
<p>Auch in der visuellen Umsetzung der nahen Zukunft kann der Film punkten. Glücklicherweise wird nicht übertrieben, es gibt keine Roboter oder dergleichen, stattdessen wird die Skyline Berlins von gigantischen LCD Screens geprägt, auf denen Werbebotschaften laufen. Die Computer sehen etwas moderner aus, alles realistisch und glaubhaft. Auch die gesellschaftlichen Konsequenzen des Kollapses der Konsumgesellschaft werden durchaus glaubwürdig vermittelt, bewaffnete Wachmänner bringen in Supermärkten die Einkäufe zum Auto, damit die bezahlten knappen Lebensmittel nicht gestohlen werden. Doch gerade hiervon hätte man sich aufgrund der Prämisse von <em>Die kommenden Tage</em> wesentlich mehr gewünscht, letztendlich spielt die Dystopie nur eine Nebenrolle, die meisten Aspekte des Familiendramas hätten auch in der Gegenwart ebenso gut funktioniert. Letztendlich muss sich auch <em>Die kommenden Tage</em> trotz vieler Stärken attestieren lassen, dass er wie so viele deutsche Filme seinem eigenen Anspruch am Ende leider nicht ganz gerecht wird. 130 Minuten sind zu kurz um Familiendrama, Liebesgeschichte, Poitthriller und Katastrophenfilm in einen Film zu zwängen, andererseits aber zu lang um jedes dieser Themen nur anzukratzen. Dennoch erfreulich dass es außer Vergangenheitsbewältigung noch andere Themen im deutschen Kino gibt.</p>
<p><strong>7/10 Punkte</strong></p>
<p><strong>Trailer</strong></p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/FgQKVKnlYZk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/FgQKVKnlYZk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Machete &#8211; They just fucked with the wrong Mexican!</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 22:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als im Zuge des Grindhouse-Projekts von 2007 der damalige Fake-Trailer zu Machete aus der Feder Robert Rodriguezs das Licht der Welt erblickte, verlangte die Internetfilmgemeinschaft schon recht schnell einen kompletten Spielfilm basierend auf jenen wenigen Minuten. Drei Jahre sollten bis zur Erfüllung des Wunsches vergehen, ist doch Rodriguez ein vielbeschäftigter Mann, dessen quasi-angekündigter Sin City [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Machete-Wallpaper-machete-14695551-1680-1050.jpg" alt="Machete Wallpaper machete 14695551 1680 1050 Machete   They just fucked with the wrong Mexican!" title="Ay Caramba" width="640" height="269" class="aligncenter size-full wp-image-1569" /></p>
<p>Als im Zuge des Grindhouse-Projekts von 2007 der damalige Fake-Trailer zu <strong>Machete</strong> aus der Feder Robert Rodriguezs das Licht der Welt erblickte, verlangte die Internetfilmgemeinschaft schon recht schnell einen kompletten Spielfilm basierend auf jenen wenigen Minuten. Drei Jahre sollten bis zur Erfüllung des Wunsches vergehen, ist doch Rodriguez ein vielbeschäftigter Mann, dessen quasi-angekündigter <em>Sin City 2</em> nun auch schon seit Jahren auf sich warten lässt. Als es dann so weit war, die Castingnews auf den ersten entsprechenden Seiten veröffentlicht wurden, man die ersten bewegten Filmszenen sehen konnte, traute man seinen Augen nicht so recht, was hier von einem Majorstudio &#8211; in den USA von Fox vertrieben &#8211; auf die Menschheit losgelassen wird und es blieb nur eine Frage im Raum. Kann Rodriguez alles unter einen Hut bringen und einen stimmigen Film abliefern, auf den die Fans gewartet haben?<br />
<span id="more-1568"></span></p>
<p>Nachgezeichnet wird das harte Leben des mexikanischen Bundesbeamten Machete (Danny Trejo), der weder Angst noch Gnade kennt und hinter dem Drogenbaron Torrez (Steven Seagal) hinterherjagt. Bei einer Geiselbefreiung tappt Machete jedoch in eine Falle und muss mit ansehen, wie seine Familie von Torrez getötet wird. Danach verliert sich seine Spur, ehe er einige Jahre später in den USA auftaucht, um dort als illegaler Tagelöhner zu arbeiten. Unterstützt von Luz (Michelle Rodriguez), die ein Untergrundnetzwerk betreibt, das den Illegalen unter die Arme greift, und beobachtet von Sartana Rivera (Jessica Alba), Beamtin der Einwanderungsbehörde, die eigentlich hinter jenem Netzwerk her ist, bekommt Machete von einem Fremden ein lukratives Angebot. Für $ 150.000 soll er den Senator von Texas, John McLaughlin (Robert De Niro), der für seine strikte Einwanderungspolitik bekannt ist und zusammen mit dem Freischärler Von Jackson (Don Johnson) Jagd auf Illegale macht, ermorden. Machete realisiert zu spät, dass er nur ein Spielball der Mächtigen ist und soll beim Attentatsversuch aufs Kreuz gelegt werden. Doch die bösen Jungs haben die Rechnung ohne ihn gemacht und so sinnt er auf Rache.<img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/04-300x189.jpg" alt="04 300x189 Machete   They just fucked with the wrong Mexican!" title="Macheten-Pepe" width="300" height="189" class="alignleft size-medium wp-image-1577" /></p>
<p>Dem Stil des ursprünglichen Fake-Trailers treu bleibend, nahezu alle Szenen aus eben jenem tauchen auch im fertigen Film wieder auf, entführen Rodriguez und sein Co-Regisseur Ethan Maniquis den Zuschauer in die wilde Welt der B-Movies. Schon die ersten Minuten geben den Ton an, der die folgenden 105 Minuten vorherrschen wird: Action, Gewalt, Sex wechseln sich hier in schöner Regelmäßigkeit ab. Dabei ist sich <strong>Machete</strong> zum Glück seiner Selbst bewusst, und konterkariert das Ganze mit seiner comichaften, selbstironischen Inszenierungsweise. So wirkt das Gezeigte dann auch nicht übermäßig hart, auch wenn hier und dort einige Körperteile durch die Luft fliegen. Man tritt damit viel eher in die Fußstapfen der Genrebrüder aus den wilden 70er und 80er Jahre. Passend dazu ist auch die teils verquere Story, die mit einer gar nicht so utopischen politischen Botschaft aufwartet &#8211; wir erinnern uns an das aktuelle Geschehen in Arizona und den speziellen Cinco de Mayo-Trailer &#8211;  die durchaus ans Blaxploitation-Subgenre erinnern kann. Zu haarsträubend wird der Film aber in seinem letzten Drittel. Wurden zu Beginn noch unzählige Charaktere eingeführt &#8211; ein Fest für Rodriguez-Fans, erkennt man doch im Grunde an jeder Ecke bekannte Gesichter aus seinen anderen Filmen &#8211; tauchen diese inkl. der eigenen kleinen Subplots wieder auf, um im großen Finale zu münden, was dann aufgrund der Masse an Leuten viel zu überladen wirkt. Darüber kann man aber hinweg sehen, hat man während des restlichen Films schon so viele Dinge gesehen und gelernt, u.a. über die menschliche Anatomie, dass man &#8211; ich &#8211; das breite Grinsen sowieso nicht mehr aus dem Gesicht bekommt.<img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/02-300x183.jpg" alt="02 300x183 Machete   They just fucked with the wrong Mexican!" title="Böse Buben" width="300" height="183" class="alignright size-medium wp-image-1578" /></p>
<p>Letzteres hat auch viel damit zu tun, wer sich hier auf der Leinwand die Klinke in die Hand gibt. Danny Trejo ist sowieso der coolste Mexikaner auf Gottes grüner Wiese, der vor Testosteron trieft, Taten sprechen lässt, die Frauen reihenweise ins Bett bekommt und wenn er dann auch noch den Mund aufmacht, mit Onelinern der Marke &#8220;Machete don&#8217;t text&#8221;, um sich wirft. Seine Gegenüber werden von Robert De Niro, Jeff Fahey und Steven Seagal verkörpert, wobei speziell De Niro eine tolle Figur als Mega-Hardliner abgibt, während man Seagal auch hier attestieren muss, dass er seinen Zenit deutlich überschritten hat und sein Fight sieht auch mit Bodydoubles und flotten Schnitten unspektakulär und behäbig aus. Was die Mädels angeht, so spielt sich z.B. Lindsay Lohan im Grunde selbst und ist dabei überflüssig. Auch Jessica Alba ist nicht viel mehr als nettes Eye-Candy, wobei der Stiletto-Fight echt innovativ war, und Michelle Rodriguez hat die Rolle der toughen Kämpferin sowieso abonniert. Knüller ist natürlich Don Johnson, inkl. dem Hinweis im Vorspann &#8220;introducing&#8221; Don Johnson, und die Nebenrollen von Cheech Marin und Tom Savini, dessen Werbung im Film einfach zum Brüllen ist. Ja, ein etwas anderer Ensemble-Film ist <strong>Machete </strong>schon.</p>
<p>Wie man sicherlich an dem Ton dieser kleinen Kritik merkt, ist <strong>Machete</strong> mein <em>guilty pleasure</em> des Jahres: vollkommen überzogen, abgedreht und höchst unterhaltsam. Als Fan des Rodriguez&#8217;schen Mikrokosmus ist es darüber hinaus auch wie ein Besuch bei alten Freunden, ist der Film doch übersät mit Selbstzitaten und Referenzen. So kann Kino im Jahr 2010 auch sein: 7,5/10, und ich plädiere dafür, ihn auch im Kino zu sehen, da dann auch die richtige Stimmung im Saal herrscht.</p>
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		<title>Bohrmaschine for my Valentine: The Loved Ones Review</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 18:17:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/the-loved-ones.jpg" alt="the loved ones Bohrmaschine for my Valentine: The Loved Ones Review" title="the loved ones" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1555" /></p>
<p>Während das amerikanische Horrorkino sich auf den alljährlichen, mittlerweile gefühlten siebzehnten Teil des <em>SAW</em> Franchises und etlichen Trittbrettfahrern zu beschränken scheint, sorgten in der jüngeren Vergangenheit vor allem die Europäer, allen voran Frankreich mit <em>Martyrs</em> (<a href="http://www.filmabend.info/martyrs-review/" >Review</a>) und England mit <em>Eden Lake</em> (<a href="http://www.filmabend.info/eden-lake-review/" >Review</a>) für Innovationen im Genre. Doch auch am anderen Ende der Welt scheint die Filmindustrie den Horrorfilm neu entdeckt zu haben, so machte Australien bereits vor einigen Jahren mit <em>Wolf Creek</em> auf sich aufmerksam. <em>The Loved Ones</em> ist eine weitere Horrorproduktion aus Down Under, bei der die Herzen der Genrefans höher schlagen dürften.</p>
<p><span id="more-1554"></span><br />
Brent (Xavier Samuel) ist seit dem Unfalltod seines Vaters, an dem er sich selbst die Schuld gibt das, was man wohl gemeinhin Emo nennt. Blass, ruhig und zurückhaltend, ständig den mp3 Player mit Metalcore im Ohr, die Arme angeritzt und kiffend. So weit so Klischee. Irgendwie hat er trotzdem eine Freundin gefunden und ist mit ihr für den alljährlichen Schulball verabredet. Als ihn die schüchterne Lola (Robin McLeavy) nach einem Date für den Ball fragt lehnt er deshalb auch ab, womit Lola allerdings so gar nicht klar zu kommen scheint&#8230;</p>
<p>Mehr sollte man über den Plot von <em>The Loved Ones </em>nicht wissen, ohne sich die Wendungen in der Story zu verderben. Denn so oberflächlich, kitschig und altbacken die teenage angst Story auch scheint, Regisseur Sean Byrne sorgt mit fliessenden Wechseln zwischen den Genres des Teenagerdramas und handfestem Torture Porn für Überraschungen. Der Horrorteil des Films ist dabei nicht nur spannend inszeniert und mit tiefschwarzem Humor durchsetzt, sondern lässt auch hartgesottene Horrorfans auf ihre Kosten kommen. Zwar gibt es in <em>The Loved Ones</em> nicht viele explizite Gewaltszenen, in diesen seltenen Spitzen wird aus dem engen Budget aber alles herausgeholt, wobei es weniger die sichtbaren Goreszenen sind, die weh tun als vielmehr das Sounddesign wenn die Bohrmaschine eingesetzt wird.</p>
<p><em>The Loved Ones</em> erfindet das Horrorgenre ganz sicher nicht neu, ist aber eine gelungene Hommage an das Terrorkino der 70er Jahre, als ikonenhafte Killer wie Leatherface oder Michael Myers zu Stars in der Szene avancierten. Auch <em>The Loved Ones</em> verfügt über eine solche Ikone, auch wenn diese zumindest äußerlich ganz anders daher kommt als die großen Vorbilder. Und während Brents Charakter eher blass bleibt ist es diese Killerikone, die <em>The Loved Ones</em> zu einem einzigartigen Film macht. Horrorfans werden dabei auch die zahlreichen Zitate von Klassikern wie <em>The Texas Chainsaw Massacre</em> zu schätzen wissen, Lolas Familie wirkt wie die moderne Vorstadtversion des legendären Leatherface Clans.</p>
<p>Der Humor in <em>The Loved Ones</em> wirkt zynisch und bitterböse, passt damit perfekt zur psychischen Gewalt der Bilder. Sean Byrne liefert mit diesem Film eine Visitenkarte ab, beweist dass er sich in verschiedenen Genres zurechtfinden und diese sinnvoll miteinander verknüpfen kann, lediglich der Subplot mit Brents Freund und seinem Date wirkt etwas überflüssig und deplatziert, dient wohl nur dazu den Film auf Spielfilmlänge zu bringen, sorgt aber immerhin für ein paar erleichternde Lacher.</p>
<p><strong>7/10</strong></p>
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		<title>Asiawochen bei filmabend.info: The Chaser Review</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 18:10:24 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/the-chaser.jpg" alt="the chaser Asiawochen bei filmabend.info: The Chaser Review" title="the chaser" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1552" /></p>
<p>Das Leben als Zuhälter kann schon ganz schön stressig sein. Das muss auch Jung-ho (Kim Yoon-seok) feststellen, als er den Polizeidienst quittiert um sich als Manager im horizontalen Gewerbe eine goldene Nase zu verdienen. So leicht ist das mit dem Geldverdienen dann allerdings doch nicht, Jung-ho muss sich nicht nur mit perversen Freiern rumschlagen, ihm laufen auch noch seine Mädchen weg. Als mit Min-Ji (Seo Yong-hee) auch noch seine beste Angestellte verschwindet, macht er sich auf die Suche nach ihr. Die Spur führt ihn zu Yeong-min, der jeweils der letzte Klient der verschwundenen Mädchen war. Jung-ho, der sich in seiner Ehre als Geschäftsmann verletzt fühlt, weil er Yeong-min als Konkurrenten verdächtigt der seine Mädchen abwirbt, muss bald feststellen dass er es hier mit einem Serienkiller zu tun hat.</p>
<p><em>The Chaser</em>, beeindruckenderweise die erste Regiearbeit von Na Hong-jin ist ein klassischer Vertreter des modernen koreanischen Kinos. Trotz der unverkennbaren Einflüsse aus Hollywood was Bildgestaltung und Dramaturgie angeht, emanzipieren sich die Filme immer weiter vom großen Vorbild und verpflichten sich einem eigenen, unverkennbaren Stil. So bietet auch The Chaser oberflächlich jede Menge Stilelemente des amerikanischen Thrillers, erinnert mit seinen düsteren Bildern von den Straßen der verregneten und anonymen Metropole Seoul deutlich an Filme wie David Finchers Sieben, vermengt diesen düsteren Grundtenor aber mit dem typisch koreanischen Humor und einem originellen Plot.</p>
<p><span id="more-1551"></span><br />
Wer aufgrund des Titels <em>The Chaser</em> hier die typische Hetzjagd der Polizei bzw. eines Zuhälters auf einen Zuhälter erwartet, wird überrascht. Tatsächlich bekommt Jung-ho den Killer durch eine absurde Verkettung von Zufällen schon nach kurzer Zeit zu fassen und liefert ihn der Polizei aus. Dort macht Yeong-min auch keinen Hehl aus seinem morbiden Hobby und gesteht von Anfang an der Mörder der Mädchen zu sein. Die Polizisten glauben der Geschichte jedoch nicht, da sie für dieses Geständnis keine Beweise finden können. Hier beginnt der eigentliche Plot von <em>The Chaser</em>, mit dem Regisseur Na Hong-jin einen wahren Fall aus der südkoreanischen Kriminalgeschichte verarbeitet, in dem ein geständiger Serienkiller wegen der dilettantischen Vorgehensweise der Polizei frei kam und weiter mordete. Tatsächlich wird die Polizei in <em>The Chaser</em> als die personifizierte Unfähigkeit, fast schon als Karikatur dargestellt. Dies sorgt für einen eigenartigen Humor, der fast schon an der Grenze zum Slapstick liegt und sicher gewöhnungsbedürftig ist. Dieser Humor ist es auch, der dem Film von vielen Kritikern vorgehalten wird. Doch The Chaser präsentiert dem Zuschauer am Ende die drastischen Konsequenzen dieses vordergründig so lustigen polizeilichen Versagens in einer Szene voll emotionaler Härte, in der einem das Lachen im Hals stecken bleibt. In dieser Sequenz erreicht The Chaser seinen dramaturgischen Höhepunkt, die Inszenierung dieser Szene vermittelt nervenzerreisende Spannung und ihre Auflörung ist an gefühlter Brutalität kaum zu überbieten.</p>
<p>Die Gewaltszenen in The Chaser wirken unspektakulär und beiläufig, sind nicht überstilisiert wie in vielen amerikanischen Genrekollegen, entfalten dadurch aber viel mehr Wirkung. Bei Schlägereien spürt der Zuschauer jeden Fausthieb auf die Nase, und wenn der Killer seinen Hammer zum Einsatz bringt, möchte man einfach nur noch wegschauen. Mit The Chaser liefert Na Hong-jin ein beeindruckendes Regiedebüt ab und reiht sich in die Riege der international bekannten koreanischen Regisseure um Park Chan-wook und Kim Ji-woon ein. Für Freunde des asiatischen Kinos ist The Chaser ohnehin Pflichtprogramm, aber auch Fans amerikanischer Psychothriller werden hier mit einem erfrischend neuen Blick auf das Genre belohnt.</p>
<p><strong>8/10</strong></p>
<p><strong>The Chaser Trailer</strong></p>
<p><object width="640" height="505"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/EkqczsLZd1I?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/EkqczsLZd1I?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="505"></embed></object></p>
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		<title>Opas Filmkiste: Der grauenvolle Mr. X (1962)</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 01:48:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Corman, 2010 mit dem Ehrenoscar für u.a. die Förderung junger Filmemacher ausgezeichnet, gehört sicherlich zu den interessantesten Personen im amerikanischen Filmgeschäft. Als Produzent von fast 400 Filmen – die Spanne reicht vom gröbsten Trash bis hin zu zeitlosen Klassikern &#8211; half er namhaften Größen wie Martin Scorsese, Robert De Niro, Peter Bogdanovich, Jack Nicholson [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1518" title="Lorre-Wein" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/B97F59F4E9.jpg" alt="B97F59F4E9 Opas Filmkiste: Der grauenvolle Mr. X (1962)" width="640" height="231" /><br />
Roger  Corman, 2010 mit dem Ehrenoscar für u.a. die Förderung junger  Filmemacher ausgezeichnet, gehört sicherlich zu den interessantesten  Personen im amerikanischen Filmgeschäft. Als Produzent von fast 400  Filmen – die Spanne reicht vom gröbsten Trash bis hin zu zeitlosen  Klassikern &#8211;  half er namhaften Größen wie Martin Scorsese, Robert De  Niro, Peter Bogdanovich, Jack Nicholson oder Joe Dante Fuß zu fassen in  jener schnelllebigen Industrie. Darüber hinaus führte Corman vor allem  in der Anfangszeit seiner Karriere oft selbst Regie, wobei hier  besonders seine Beiträge aus dem Bereich des phantastischen Films  (Sci/Fi oder Horror) eine große Anhängerschaft haben. Aus jener Zeit  stammt auch der von American International Pictures vertriebene <strong>Der grauenvolle Mr. X</strong>,  der als Episodenfilm konzipiert ist und drei bekannte Kurzgeschichten  Edgar Allan Poes zur Vorlage hat. Mit Corman an der Kamera, dem  Großmeister des Gothikhorrors Vincent Price als Darsteller in allen drei  Episoden und den Schauspielgrößen Peter Lorre und Basil Rathbone als  Stars in jeweils einem der Kapitel, steht hier einem schaurig schönen  Gruselspektakel nichts mehr im Wege.<br />
<span id="more-1517"></span><br />
Von einem Ich-Erzähler begleitet, werden die drei Episoden des Films  eingeleitet, wobei der Film mit der Geschichte von „Morella“ beginnt.  Nach dem Tod seiner Frau Morella hat sich Locke (Vincent Price) in  seinem Schloß zurückgezogen. Da er das Ableben seiner Frau noch immer  nicht überwunden hat, wurde sie auch nicht begraben, sondern liegt noch  immer in ihrem Totenbett. Erst nach Jahren, als seine Tochter Lenora zu  Besuch kommt, entwickelt er die Kraft, seine tote Frau zu begraben. Nun  ist es jedoch zu spät, da Morella – oder ihr Geist, die der Auffassung  ist, Lenora sei der Grund für ihren Tod gewesen, was wiederum dazu  geführt hat, dass Locke die Tochter jahrelang verstoßen hat, das  Wiedersehen von Vater und Tochter ausnutzt, um in Lenoras Körper zu  fahren und eine Transformation durchzuführen, sodass nun Lenora an ihrer  Stelle ist und Morella ihre Rache haben kann.<img class="alignleft size-medium wp-image-1542" title="Tales" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Tales-193x300.jpg" alt="Tales 193x300 Opas Filmkiste: Der grauenvolle Mr. X (1962)" width="193" height="300" /></p>
<p><strong>Tales of Terror</strong> beginnt meines Erachtens mit der  schwächsten der drei Geschichten. Zwar versprüht das Set einen morbiden  Charme und auch das Matte Painting vom Schloß inkl. obligatorischem  Gewitter befördert den Zuschauer in die passende (Grusel)Stimmung, doch  inhaltlich möchte das Gezeigte nicht wirklich überzeugen. Wie alle  Episoden ist auch diese recht lose an Poes Vorlage geknüpft, sodass es  in diesem Fall durchaus bei der Nachvollziehbarkeit hapert, da vor allem  das Ende und Morellas Motivation nicht wirklich geklärt werden kann und  so Raum für Spekulationen bleibt.</p>
<p>Mein persönliches Highlight folgt nach „Morella“, ein Mix aus „Der  schwarze Kater“ und „Das Fass von Amontaillado“ mit Peter Lorre als  Montresor, der dem Alkohol nicht ganz abgeneigt ist und so seine schöne  Frau immer wieder um Geld für den Kneipenbesuch anbettelt. Eines Abends,  Montresor ist gerade aus einer Lokalität geworfen worden, platzt er in  eine Versammlung von Weinhändlern und fordert den Weinkenner Luchresi  (Vincent Price) zu einem Verkostungsduell an. Erstaunlicherweise erkennt  Montresor alle Weinsorten ist danach aber so betrunken, dass er von  Luchresi nach Hause gebracht werden muss, wo sich dieser in Montresors  Frau verliebt. Die Beiden beginnen ein Verhältnis, doch Montresor kommt  bald dahinter und schmiedet einen teuflischen Plan, der schlussendlich  nur von seinem schwarzen Kater durchkreuzt wird.</p>
<p>Jenes Segment lebt schlicht und einfach von dem Spiel Peter Lorres, der  sich sichtlich wohl zu fühlen scheint als Montresor. Witzig, leicht  psychopathisch und durchtrieben und so ist auch sein Spiel angelegt.  Dazu Price als hochnäsiger Weinkenner, der in diesem Film seine  Wandlungsfähigkeit gekonnt zur Schau stellt. So macht es schlicht Spaß,  dem Treiben zuzuschauen und auch hier wurde ein liebevolles Set  gestaltet, das dem Ganzen als Spielort dient. Interessant sind  sicherlich die Halluzinationen Montresors. Während exotische  Spinnentiere und Reptilien vor 40 Jahren vielleicht noch Angst  verbreitet haben, ist besonders die Episode, in der Montresor träumt,  ihm werde der Kopf abgerissen, auch heute noch durchaus sehenswert, hat  man doch allerlei Tricks angewendet, um die Perspektive zu verzerren und  Lorre kopflos durch die Gegend irren zu lassen.<img class="alignright size-medium wp-image-1543" title="Mr. X 2" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/11/Mr.-X-2-300x233.jpg" alt="Mr. X 2 300x233 Opas Filmkiste: Der grauenvolle Mr. X (1962)" width="300" height="233" /></p>
<p>Beendet wird <strong>Der grauenvolle Mr. X</strong> dann mit der  Adaption von „The Facts in the Case of M. Valdemar“. Vincent Price  schlüpft hier in die Rolle des tödlich erkrankten Valdemar, der mit  Hilfe der Hypnose eines gewissen Carmichael (Basil Rathbone) zumindest  Schmerzlinderung erfährt. Sein Hausarzt Dr. James und seine Frau Helene  vertrauen diesem Ritual jedoch nicht und schon bald zeigt sich, was  Carmichael im Schilde führt. Kurz vor dem Tod Valdemars setzt er diesen  erneut in Hypnose und verhindert so, dass Valdemars Geist seine letzte  Ruhe findet. Carmichael möchte nämlich die Heirat mit Helene erzwingen,  die nach dem Ableben Valdemars Dr. James versprochen wurde. Carmichael,  der die Kontrolle über Valdemars Geist hat, möchte diesen nun zwingen,  dieses Versprechen zu ändern. Es hat auch erst den Anschein, als ob dies  gelingen würde, doch dann obsiegt schließlich Valdemar über Carmichael.</p>
<p>Ähnlich wie die erste Geschichte spielt auch diese ausschließlich in den  Gemächern Valdemars und so liegt hier vor allem das Augenmerk auf  Rathbone, der hier als undurchsichtiger Hypnotiseur auftritt, bei dem  Misstrauen mehr als nur angebracht ist. Vor allem die Idee, den Geist  nach dem Ableben des Körpers gefangen und unter Kontrolle zu halten,  macht den Reiz aus und verursacht durchaus ein Unbehagen. Umso  interessanter ist da die Auflösung der Geschichte.</p>
<p>Aus heutiger Sicht mag keine der drei Episoden noch richtig  furchteinflößend oder gruselig wirken, dafür versprühen sie diesen  einmaligen Charme jener Produktionen der späten 50er und 60er, der sie  sympathisch macht und in Nostalgie schwelgen lässt. Sehenswert ist der  Film sowieso allein wegen der Wandlungsfähigkeit Vincent Prices, der  hier drei komplett unterschiedliche Charaktere verkörpert und Dank der  Auftritte von Lorre und Rathbone. Für Fans jener Werke ist <strong>Tales of Terror </strong>sowieso ein Muss und prädestiniert für den nächsten dunstigen Sonntagnachmittag: 07/10.</p>
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		<title>Piranha 3D: von fiesen Fischstäbchen und Brüsten</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 22:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandre Aja]]></category>
		<category><![CDATA[Eli Roth]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Shue]]></category>
		<category><![CDATA[Piranha 3D]]></category>
		<category><![CDATA[Ving Rhames]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Haute tension machte er brachial auf sich aufmerksam und sicherte sich mit The Hills Have Eyes einen Platz im Herzen vieler Genrefans. Die Rede ist natürlich von Alexandre Aja, der mit seinem neusten Werk wieder einmal einen 70s-Kultfilm für das 21. Jahrhundert aufbereitet: Joe Dantes Piranha (1978) dient hier zusammen mit James Camerons Piranha [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1438" title="piranha_header" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/piranha_header.jpg" alt="piranha header Piranha 3D: von fiesen Fischstäbchen und Brüsten" width="640" height="233" /></p>
<p>Mit <em>Haute tension</em> machte er brachial auf sich aufmerksam und sicherte sich mit <em>The Hills Have Eyes </em>einen Platz im Herzen vieler Genrefans. Die Rede ist natürlich von Alexandre Aja, der mit seinem neusten Werk wieder einmal einen 70s-Kultfilm für das 21. Jahrhundert aufbereitet: Joe Dantes <em>Piranha (1978)</em> dient hier zusammen mit James Camerons <em>Piranha Part Two: The Spawning (1981) </em>als lose Basis für seinen <strong>Piranha 3D</strong>. Dank moderner Marketingkanäle wurde im Vorfeld auch für allerlei Wellengang gesorgt und die Fangemeinde mit reichlich nackter Haut und einigen Einblicken in die menschliche Anatomie gefüttert, um so die (jüngeren, männlichen) Massen in die Kinos zu locken. Dass eine solche Strategie, die auf viralem Marketing basiert, auch in die Hose gehen kann, hat <em>Snakes on a Plane</em> 2006 bewiesen und so erfolgt auch in diesem Fall die Abrechnung im Kinosaal.<br />
<span id="more-1437"></span><br />
Anhand der Trailer lässt sich dabei erahnen, dass man keinen höheren Schulabschluss benötigt, um der Story des Films folgen zu können. Letzteres darf dann durchaus als dehnbarer Begriff verstanden werden, denn das bisschen Plot ist schnell erzählt: jedes Jahr zum Spring Break zieht es tausende amerikanische Studenten zum Lake Victoria in Arizona, um literweise Alkohol zu trinken und dem Austausch von Körperflüssigkeiten nachzugehen. Dummerweise erschüttert ein Erdbeben den See kurz vor Beginn des Festivitäten und kurz darauf macht sich eine Horde prähistorischer Piranhas, die Millionen Jahre in einem See unter dem Lake Victoria gelebt haben, auf, um Teeniefleisch zu schnabulieren. <img class="alignleft size-medium wp-image-1439" title="piranha_3d_ver3" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/piranha_3d_ver3-201x300.jpg" alt="piranha 3d ver3 201x300 Piranha 3D: von fiesen Fischstäbchen und Brüsten" width="201" height="300" />Als die ersten angeknabberten Leichen ans Ufer gespült werden, wird auch die lokale Polizei aufmerksam und Sheriff Julie Forester (Elisabeth Shue) versucht, Herr, bzw. Frau, der Lage zu werden und die possierlichen Tierchen ins Jenseits zu befördern, währenddessen ihr Sohn Jake (Steven R. McQueen) Guide für einen Pornoproduzentin spielt, der ein heißes Spring Break-Video drehen will, obwohl er – sprich Jacke – eigentlich auf seine kleinen Geschwister aufpassen müsste. Ja, und zwischendrin gibt es natürlich auch noch die Piranhas.</p>
<p><strong>Piranha 3D</strong> ist im Grunde ein perfektes Beispiel dafür, wie Meinungen aufgrund von Erwartungshaltungen differieren können. Ist man auf der Suche nach kurzweiliger Berieselung, die möglichst viel nackte Haut zu bieten hat, eine mittelgroße Prise Gore und dämliche Dialoge, dann dürfte man mit diesem Film vergleichsweise gut fahren. Wer ein wenig mehr für sein Geld will, dürfte aber enttäuscht aus dem Kinosaal trotten. Man mag an dieser Stelle natürlich den Einwurf bringen, dass <strong>Piranha 3D</strong> ja gar nicht mehr sein möchte als eine spaßige Hommage an jene trashigen Vorbilder, die auch schon vor 30 Jahren schlecht waren und heutzutage durch eine verquere „Kultbrille“ betrachtet werden. Für meinen Geschmack reicht es aber leider nicht, die Missstände jener Filme wieder aufzugreifen, sanft zu konterkarieren und zu überspitzen und sie einem dann in Form von rudimentärer Story und Charakteren vom Klischeewühltisch erneut vorzusetzen.<img class="alignright size-medium wp-image-1440" title="12" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/12-300x199.jpg" alt="12 300x199 Piranha 3D: von fiesen Fischstäbchen und Brüsten" width="300" height="199" /> Es ist schlicht nicht meine Art von Unterhaltung, wenn der Film uninspiriert zwischen Fress- und Partyszenen umher springt und dabei leider jeden Anflug von Spannung im Keim erstickt. Dank der schon angesprochenen Charaktere entsteht auch nie eine wirkliche Bindung, sodass dem Zuschauer deren Schicksal vollkommen egal ist – einzig über Eli Roths Filmtod habe ich mich wirklich gefreut.</p>
<p>Handwerklich ist der Film indes sehr solide geworden und vor allem die Splatterszenen können sich sehen lassen und auch ich konnte mich nicht dem Unterwasserballet und seiner hypnotischen Wirkung entziehen nur gewinnt man damit am Ende auch keinen Blumentopf und so ist es dann zwar auch schön, Christopher „<em>Back to the Future</em>“ Lloyd mal wieder auf der Leinwand zu sehen, nur ist seine Rolle ähnlich belanglos wie Ving Rhames Auftritt als Elisabeth Shues Sidekick. Vielleicht wäre mein Urteil ein wenig gnädiger ausgefallen, wenn man nicht für den 3D-Bonus extra hätte bezahlen müssen, dessen Wirkung für zwei, drei kleinere Gags benutzt wird, ansonsten aber nutzlos ist. Insofern war es schon bezeichnend, dass die Despicable Me-Werbung vor dem Film den besten 3D-Effekt des Abends bot.</p>
<p>Als Fazit bleibt zu sagen, es war kein Film für mich und ähnlich gestrickte Leute dürften anschließend mit einer vergleichbaren Meinung aus dem Kino gehen, während speziell Genrefans sicherlich auf ihre Kosten kommen. Von meiner Seite daher nur: 4,5/10.</p>
<p><strong>Deutscher Trailer</strong></p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/EvqLqoveLBk?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/EvqLqoveLBk?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Das nackte Überleben: The Road Review</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 15:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cormack McCarthy]]></category>
		<category><![CDATA[John Hillcoat]]></category>
		<category><![CDATA[Kodi Smit-McPhee]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Cave]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Duvall]]></category>
		<category><![CDATA[The Road]]></category>
		<category><![CDATA[Viggo Mortensen]]></category>

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		<description><![CDATA[Moderne Endzeitfilme kommen gerne als Actionspektakel mit zugkräftigen Stars oder trashige B-Produktionen daher. The Road (IMDb), John Hillcoats Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Cormack McCarthy geht einen anderen Weg und schickt seine Protagonisten, einen namenlosen Vater (Viggo Mortensen) mit seinem Sohn (Kodi Smit-McPhee) in einem ruhigen aber ebenso verstörenden Drama durch die Landschaften eines verwüsteten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/theroad.jpg" alt="theroad Das nackte Überleben: The Road Review" title="THE ROAD" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1399" /></p>
<p>Moderne Endzeitfilme kommen gerne als Actionspektakel mit zugkräftigen Stars oder trashige B-Produktionen daher. <em>The Road</em> (<a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt0898367/" >IMDb</a>), John Hillcoats Verfilmung des <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3499246007?ie=UTF8&#038;tag=filmabendinfo-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3499246007" >gleichnamigen Bestsellers</a> von Cormack McCarthy geht einen anderen Weg und schickt seine Protagonisten, einen namenlosen Vater (Viggo Mortensen) mit seinem Sohn (Kodi Smit-McPhee) in einem ruhigen aber ebenso verstörenden Drama durch die Landschaften eines verwüsteten Amerikas.</p>
<p>Welche Katastrophe zu diesem Endzeitsetting geführt hat wird im Film nicht erklärt, es ist auch nicht relevant. Denn es geht um die Frage wie Menschen mit einer Situation umgehen, in der keine ordnenden gesellschaftlichen Strukturen mehr existieren und der Kampf ums nackte Überleben mit allen Mitteln geführt werden muss. Die Auswüchse, die hieraus entstehen werden im Film drastisch und verstörend dargestellt, ohne jemals die Grenze zur Effekthascherei zu überschreiten. Es ist zum Beispiel gar nicht nötig, Kannibalismus tatsächlich auf der Leinwand zu zeigen. Die bloße Erwähnung dessen, wozu Menschen in einer solchen Situation fähig sind sowie eine kurze Szene in der abgemagerte Menschen gezeigt werden, die auf einer Farm als Schlachtvieh gehalten werden sind verstörend genug.</p>
<p><span id="more-1398"></span><br />
Vater und Sohn befinden sich auf einer Odysee durch diese schreckliche und trostlose Welt. Doch wohin? „Die Küste“ wird vom Vater mehrmals als das Ziel der Reise genannt. Doch irgendwie ist klar dass selbst die Erreichung dieses Ziels keine besseren Aussichten bieten wird, es scheint mehr als Antrieb und Motivation zu dienen, den Kampf um das nackte Überleben nicht aufzugeben. Im Wissen um die aussichtslose Situation trägt der Vater neben einem Einkaufswagen mit den Habseligkeiten der halben Familie einen Revolver mit zwei Kugeln bei sich. Eine für seinen Sohn, eine für ihn selbst. Der Fatalismus des Vaters wird vor allem in der Szene deutlich, als er in einem verlassenen Haus die erhängten Körper der Bewohner (darunter ein Kind) vorfindet. Auf die Frage seines Sohnes, warum die Menschen das getan haben lautet die lapidare Antwort des Vaters „Du weißt warum“. Wer aufgibt, verliert. Wer schwach ist, verliert. Für den Vater führt das zur Konsequenz, das Überleben über alles zu stellen, für Menschlichkeit ist kein Platz in dieser Welt. </p>
<p>Dies führt zu einem hochinteressanten moralischen Konflikt mit seinem Sohn, der sich und seinem Vater und Vorbild immer wieder die Frage stellt „sind wir noch die Guten?“. Für den Vater besteht hieran kein Zweifel, doch letztendlich ist es immer wieder sein Sohn, der ihn in Konfliktsituationen dazu drängt, sich menschlich zu verhalten. Der Sohn beeinflusst und prägt den Vater in seinem Verhalten mindestens ebenso wie umgekehrt. Und so fragt man sich als Zuschauer wer von beiden hier tatsächlich der Vernünftige ist, wer von beiden den anderen tatsächlichen beschützt.</p>
<p>Auf der Reise durch die düstere Welt von <em>The Road</em> wirken die kurzen Momente des Glücks, etwa das kurze Entspannen des Vaters auf einer weichen Couch oder eine Fressorgie mit Chips und Cola wie kleine Inseln, die aber nur kurze Erleichterung von der Trostlosigkeit bieten. Obwohl es im Film nur sehr wenige Actionszenen gibt und ein Großteil der Spieldauer von Dialogen und der Reise der beiden Protagonisten eingenommen wird, hat <em>The Road</em> keine nennenswerten Längen. Die zerstörte und karge Landschaft Amerikas steht im Kontrast zur faszinierenden Schönheit, mit der sie in Bildern und Kamerafahrten eingefangen wird, der minimalistische Score von Nick Cave harmoniert perfekt mit dieser fast schon hypnotischen Bildgewalt. <em>The Road</em> zieht den Zuschauer in seinen Bann und obwohl von Anfang an klar ist dass dieser Film kein Happy End bieten will und kann vermittelt das Ende doch zumindest einen Funken von Hoffnung auf den letztendlichen Sieg der Menschlichkeit. </p>
<p>Ein auf Charakter und Dialogen basierendes Drama wie <em>The Road</em> steht und fällt natürlich mit der Leistung der Schauspieler. Viggo Mortensen, der hier vielleicht die beste Leistung seiner bisherigen Karriere abliefert wird dabei von Smit-McPhee fast noch übertrumpft. Es ist unglaublich was der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten gerade einmal zwölfjährige Jungschauspieler hier schauspielerisch bietet. Von Mortensen wurde ihm in einem Interview „das emotionale Spektrum eines Marlon Brando“ zugesprochen und angesichts seiner Leistung in <em>The Road</em> ist das wirklich keine Übertreibung, Kodi Smit-McPhee gehört zu den Namen die man sich merken sollte.</p>
<p>Es ist schade dass ein derart starker Film wie <em>The Road</em> so nachlässig und stiefmütterlich vermarktet wurde, dass er nicht einmal bei den letzten Oscars eine Rolle spielte, auch das gute Jahr, dass zwischen den Kinostarts in den USA und Deutschland liegt ist ein Armutszeugnis. <em>The Road</em> ist ein ruhig erzähltes Drama mit emotionaler Wucht, das man unbedingt erlebt haben sollte.</p>
<p><strong>9/10</strong></p>
<p><strong>Deutscher Trailer</strong></p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9mZOZaCVc1k?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/9mZOZaCVc1k?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Opas Filmkiste: Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (1933)</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 16:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Opas Filmkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[André De Toth]]></category>
		<category><![CDATA[Fay Wray]]></category>
		<category><![CDATA[Glenda Farrell]]></category>
		<category><![CDATA[Lionell Atwill]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Curtiz]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery of the Wax Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wahn ewiger Jugend und Schönheit sorgte in der Kunst schon des Öfteren für große Tragödien und auch in Mystery of the Wax Museum (1933) ist jenes Motiv ein Eckpfeiler der Geschichte. Doch der Film, der 20 Jahre später von dem durchaus unterschätzten André De Toth als House of Wax neu verfilmt wurde, bietet komprimiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1394" title="Wax Museum Header" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/Wax-Museum-Header.jpg" alt="Wax Museum Header Opas Filmkiste: Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (1933)" width="640" height="266" /><br />
Der Wahn ewiger Jugend und Schönheit sorgte in der Kunst schon des Öfteren für große Tragödien und auch in <strong>Mystery of the Wax Museum</strong> (1933) ist jenes Motiv ein Eckpfeiler der Geschichte. Doch der Film,  der 20 Jahre später von dem durchaus unterschätzten André De Toth als <em>House of Wax</em> neu verfilmt wurde, bietet komprimiert auf 77 Minuten noch viel mehr,  als das titelgebende Wachsmuseum. Und ich spreche in dem Zusammenhang  nicht nur über die Story an sich, bietet die Entstehungsgeschichte des  Films doch schon genug Highlights, die dieses Werk besonders machen. So  galt der Film nicht nur als verschollen, bis man eine letzte Kopie im  Vermächtnis Jack L. Warners fand, es ist auch eine der letzten  Produktionen, die im sog. „Two-Strip Technicolor-Verfahren“ produziert  wurden, bevor der aufkeimende Farbfilm auch von der „Great Depression“  nicht verschont wurde und die Studios die Kosten drastisch zurückfuhren.  Darüber hinaus entstand der Film auch noch vor dem Einsetzen des sog.  „Production Codes“, was einen überaus interessanten Blick in die  (Film)Welt der 30er Jahre erlaubt.<br />
<span id="more-1381"></span><br />
Die Story dreht sich dabei um den Wachsmuseumsbesitzer Ivan Igor  (Lionell Atwill), der im Jahre 1921 ein kleines Wachsfigurenkabinett in  London betreibt, welches trotz der Tatsache, nahezu realistische  Plastiken zu beherbergen, aber nur schwerlich Gewinne abwirft, wodurch  Igors Geldgeber kurzerhand beschließt, das Museum abbrennen zu lassen,  um die Versicherungssumme zu kassieren. Ivan, der seine Werke retten  will, verbrennt scheinbar in dem Feuer, um dann 12 Jahre später in den  USA wieder aufzutauchen. Erneut verfolgt er seine Vision des perfekten  Wachsmuseums und versucht, seine verbrannten Skulpturen wieder  auferstehen zu lassen. <img class="alignleft size-medium wp-image-1391" title="Wax" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/Wax-192x300.jpg" alt="Wax 192x300 Opas Filmkiste: Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (1933)" width="192" height="300" />Zur gleichen Zeit kämpft die Reporterin Florence  (Glenda Farrell) um ihren Job und um eine Titelstory, als in der  Neujahrsnacht eine junge Frau stirbt. Zu Beginn als Selbstmord einer  Drogensüchtigen abgestempelt, entwickelt der Fall Brisanz, als die  Leiche verschwindet und Florence wittert die Chance einer großen Story.  Bald werden sich auch die Wege von Ivan und ihr kreuzen…</p>
<p>Im Grunde ist es schon fast unglaublich, was hier alles in 77 Minuten  untergebracht wurde. Regisseur Michael Curtiz hat im Grunde Stoff für  zwei bis drei Filme und doch schafft er es irgendwie, die verschiedenen  Stränge unter einen Hut zu bringen. Während die kurze Inhaltsangabe  einen Blick auf die Hauptgeschichte gestattet, taucht im Film noch ein  Schmugglerring, ein unter Mordverdacht stehender Playboy und Florence  Freundin Charlotte (Fay Wray) samt Verlobten auf. Kein Wunder also, dass  der Film beim Sehen bisweilen etwas abgehackt und kantig wird, wenn  sich die Akteure gerade einmal wieder durch die Story hasten. Denn  spätestens mit dem Szenenwechsel in eine amerikanische Großstadt, ist  erst einmal der gotische Charme der Eröffnungssequenz verflogen und das  hektische Treiben einer Metropole hält Einzug.</p>
<p>Speziell Glenda Farrells Charakter haut den Zuschauer durchaus aus den  Socken, vor allem wenn man falsche Vorstellungen bzgl. klassischer  Hollywoodfilme hat. Als spitzfindige, quasi nie schweigende Reporterin  werden hier Dialoge zum Besten gegeben, bei denen das Wort  „wise-cracking“ noch untertrieben ist.<img class="alignright size-medium wp-image-1392" title="Wax1" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/Wax1-300x200.jpg" alt="Wax1 300x200 Opas Filmkiste: Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (1933)" width="300" height="200" /> So profitiert der Film auch von  der eingangs erwähnten Tatsache, vor dem Production Code entstanden zu  sein, und so wimmelt es nur von eindeutigen Anspielungen und  Kommentaren. Gerade im Kontrast zu der sonst fast klassischen Story, die  ein wenig Robert Louis Stevensons <em>The Body Snatcher</em> erinnert, ergibt das eine mehr als interessante Mischung, die auf den heutigen Zuschauer auch befremdlich wirken mag.</p>
<p>Es ist ein wenig schade, dass die damals schon bekannte Fay Wray hier  eigentlich nur als Zierde fungiert, während sich Glenda Farrell durch  den Film schnattert. Immerhin hat sie mit Lionell Atwill einen fähigen  Gegenspieler, der sein Spiel anfangs durchaus subtil anlegt, um später  sein wahres Ich zu zeigen, wenn es in Richtung Showdown kommt. So vermag  dann auch fast 80 Jahre später ein gewisser Grusel entstehen, wenn man  sich im Wachsmuseum gegenüber steht, dessen Kellergewölbe durchaus einen  expressionistisch/surrealistischen Einschlag hat, was durch den  verwendeten Farbfilm noch unterstützt wird.</p>
<p>Wie schon erwähnt, ist <strong>Mystery of the Wax Museum</strong> ein  Kleinod, welches seinen Platz in der Filmgeschichte sicher hat. Wer dann  über die teils holprig/ruppig erzählte und vollkommen überladene Story  hinwegsehen kann und auch keine Angst vor Glenda Farrells Mundwerk hat,  der bekommt hier einen zutiefst unterhaltsamen und temporeichen  Genrebeitrag geliefert: 07/10.</p>
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		<title>Auch Nerds können Arschlöcher sein: The Social Network Review</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 22:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[„Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben ohne dir ein paar Feinde zu machen“. Selten hat die Tagline eines Kinoplakats den Inhalt eines Films derart treffend und prägnant zugespitzt wie im Fall von The Social Network (IMDb). In Zeiten, in denen die Filmstudios in der Hoffnung des schnellen und einfachen Dollars auf Verfilmungen von weltbekannten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/10/thesocialnetwork.jpg" alt="thesocialnetwork Auch Nerds können Arschlöcher sein: The Social Network Review" title="The Social Network" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1360" /></p>
<p>„Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben ohne dir ein paar Feinde zu machen“. Selten hat die Tagline eines Kinoplakats den Inhalt eines Films derart treffend und prägnant zugespitzt wie im Fall von <em>The Social Network</em> (<a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt1285016/fullcredits#cast" >IMDb</a>). In Zeiten, in denen die Filmstudios in der Hoffnung des schnellen und einfachen Dollars auf Verfilmungen von weltbekannten Schlagworten wie <a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt1204976/" >Monopoly</a> und <a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt1440129/" >Schiffe versenken</a> setzen, sorgte die Meldung eines Facebook-Films vor einigen Monaten noch für Kopfschütteln und Gelächter, doch spätestens als David Fincher (<em>Fight Club</em>, <em>Sieben</em>, <em>Der seltsame Fall des Benjamin Button</em>) als Regisseur feststand wurde die ganze Sache plötzlich interessant. Die anfängliche Skepsis stellt sich nun nach dem Start des Films auch als völlig unbegründet heraus, denn in <em>The Social Network</em> geht es nicht um Facebook an sich, sondern um den Menschen dahinter.</p>
<p>Mark Zuckerberg. Facebook Erfinder und jüngster Milliardär der Welt, wird im Film von Jesse Eisenberg verkörpert, der eigentlich auf die Rolle des sympathischen und unsicheren Nerds abonniert ist. In The Social Network bricht er zumindest mit dem Etikett des Sympathieträgers, denn Zuckerberg wird zwar als unsicherer Nerd präsentiert, sympathisch ist er aber mit Sicherheit nicht. Zuckerberg ist ein egozentrisches, unfreundliches Arschloch. Ein nerdiges Computergenie ohne jegliche soziale Intelligenz und Freunde. Dabei sind gerade soziale Kontakte und Anerkennung sein größtes Ziel, dessen Erreichung aber sein arroganter Charakter im Wege steht. Deutlich wird das bereits in der Eröffnungsszene, als seine Freundin ihm völlig zurecht den Laufpass gibt.<br />
<span id="more-1359"></span></p>
<p>Und ausgerechnet dieser asoziale Einzelgänger schafft es, aus der Idee des größten sozialen Netzwerks der Welt ein milliardenschweres Unternehmen zu gründen. Es ist diese Ironie, die Zuckerbergs Geschichte so interessant macht. Dazu kommt das starke Drehbuch von Aaron Sorkin das die Charakterstudie eines Egomanen in Verbindung mit den stilsicheren Bildern David Finchers trotz aller Dialoglastigkeit zu einem packenden Kinofilm macht.</p>
<p>So unsympathisch Zuckerberg im Film auch rüberkommen mag, irgendwie hat man als Zuschauer doch zumindest Verständnis für sein Verlangen nach Anerkennung und Erfolg und hat Respekt vor seiner antimateriellen Einstellung. Zuckerberg geht es nicht darum reich und berühmt zu werden wie seine Vorgänger Bill Gates und Steve Jobs, ihn treibt nur der Ehrgeiz von der elitären Elitegesellschaft Harvards anerkannt und bewundert zu werden. Obwohl er diese eigentlich verachtet und sich ihr intellektuell überlegen fühlt wünscht er sich insgeheim nichts mehr, als endlich dazuzugehören. Eisenberg gibt hier die beste Leistung seiner noch jungen Karriere und man nimmt ihm ab, dass er die Menschen um sich herum nicht absichtlich verletzt sondern emotional lediglich nicht dazu in der Lage ist sie zu verstehen und zu respektieren. Ein Arschloch wider Willen sozusagen.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Um mit Anfang 20 zu einem der reichsten Männer der Welt zu werden muss man zumindest teilweise ein Arschloch sein und man macht sich zwangsläufig (und damit wären wir wieder bei der Tagline) Feinde. Während Filme mit ähnlichem Thema normalerweise das dramatische Potential des Sympathieträgers nutzen, dessen Charakter durch Geld, Erfolg und Macht ruiniert wird bringt Zuckerberg die Eigenschaften des „fertigen“ Erfolgsmenschen bereits von Haus aus mit, und so beschäftigt sich <em>The Social Network</em> eher mit der unschmeichelhaften Analyse seines Charakters als mit der Beschreibung des moralischen Zerfalls. </p>
<p>In unserer heutigen Gesellschaft, die durch eigentlich simple Erfindungen wie Napster und Facebook tiefgreifend verändert wird, sind Programmierer und Visionäre die modernen Rockstars und <em>The Social Network</em> stellt sie nicht auf ein Podest sondern zeichnet ein schonungsloses Bild dieser „zufälligen Milliardäre“ (Accidental Billionaires lautet auch der Titel des Buchs auf dem der Film basiert). Besonders deutlich wird das an der Rolle Sean Parkers (Justin Timberlake), Napster Erfinder und größenwahninniger Egomane, der den unglaublichen Erfolg offensichtlich nicht ganz unbeschadet überstanden hat und als eine Art Vorbild und Mentor für Zuckerberg fungiert. </p>
<p>Dass Zuckerberg hier eben gerade keine Katharsis durchmacht, sich sein Charakter durch den Erfolg eben nicht positiv oder negativ entwickelt sondern lediglich verstärkt wird und selbst die Opferung seines besten Freundes Saverin (Andrew Garfield, der neue Spiderman) deshalb keinesfalls überraschend sein dürfte, stört hier nicht weiter weil mit der Charakterisierung Zuckerbergs schon von vorneherein klar ist, dass die Titanic hier Kurs auf Eisberge nimmt. </p>
<p>Es sind Sorkins Dialoge und Finchers Regie, die das durch Gerichtsszenen und Rückblenden erzählte Drama trotz fehlender Überraschungen zu einer packenden und absolut sehenswerten Charakterstudie machen. Zwar hält sich Fincher diesmal sehr zurück was ausgefallene Motive und Kamerafahrten angeht, und schafft den Suspense lediglich aus dem Rhythmus der Dialoge, dennoch ist hier jede einzelne Kameraeinstellung perfekt eingefangen, jede Szene auf den Punkt genau geschnitten, optisch langt Fincher dann zumindest in einer zum treibenden und genialen Score von Nine Inch Nails Mastermind Trent Raznor geschnittenen Montage während eines Ruderrennens noch einmal richtig zu.</p>
<p>Dennoch verwundert es etwas, dass dieser Film zumindest in den USA derart erfolgreich lief, denn so interessant die Geschichte auch ist, sie ist ebenso wenig spektakulär wie ihre Umsetzung, aber genau das macht <em>The Social Network</em> sehenswert.</p>
<p><strong>8/10</strong></p>
<p><strong>Deutscher Trailer</strong></p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/YensPXeWSFw?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/YensPXeWSFw?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>The Town &#8211; Review</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 22:41:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rebecca Hall]]></category>

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		<description><![CDATA[Ben Affleck, als Schauspieler oft belächelt, gelang 2007 ein großer Wurf, als er als Regisseur Dennis Lehanes Gone Baby Gone auf die Leinwand bannte und damit viele seiner Kritiker verstummen lies. Trotzdem blieb die Frage im Raum, ob es sich dabei um eine Eintagsfliege handelt oder ob er an den Erfolg anknüpfen könne. Drei Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/TheTown-Poster03.jpg" alt="TheTown Poster03 The Town   Review" title="TheTown-Poster03" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1296" /><br />
Ben Affleck, als Schauspieler oft belächelt, gelang 2007 ein großer Wurf, als er als Regisseur Dennis Lehanes <em>Gone Baby Gone</em> auf die Leinwand bannte und damit viele seiner Kritiker verstummen lies. Trotzdem blieb die Frage im Raum, ob es sich dabei um eine Eintagsfliege handelt oder ob er an den Erfolg anknüpfen könne. Drei Jahre später läuft mit <strong>The Town</strong> seine zweite Kinoarbeit in den Lichtspielhäusern, in der er zugleich die Hauptrolle übernommen hat und man kann sagen, Gone Baby Gone war keine Eintagsfliege, wenngleich seine zweite Arbeit nicht an den Erstling heranreichen kann.<br />
<span id="more-1286"></span><br />
Erneut spielt die Geschichte in Boston, genauer gesagt in Charlestown, der, so erläutern die Texttafeln zu Beginn, Hauptstadt der Einbrecher und Räuber. Vier von ihnen sind Doug MacRay (Ben Affleck), James ‚Gem’ Coughlin (Jeremy Renner), Albert ‚Gloansy’ Magloan und Desmond Elden, die auch zugleich einen Geldtransport inkl. Bank ausrauben. Dabei gehen sie äußerst professionell und diszipliniert vor. Durch eine kleine Unachtsamkeit kann jedoch die Bankangestellte Claire (Rebecca Hall) nicht nur den stillen Alarm auslösen, sondern auch ein Tattoo eines der Räuber erkennen. Da die Polizei im Anmarsch ist, entscheidet sich die Bande, Claire als Geisel mitzunehmen, um diese später, nach erfolgreicher Flucht, <img class="alignleft size-medium wp-image-1291" title="Town1" src="../wp-content/uploads/2010/09/Town1-300x200.jpg" alt="Town1 300x200 The Town   Review" width="300" height="200" />wieder freizulassen. Auch wenn das FBI unter der Leitung des Special Agents Frawley (Jon Hamm) keine Beweise hat, um das Verbrechen mit MacRay und seinen Leuten in Verbindung zu bringen – auch Claire ist bei der Zeugenaussage keine Hilfe – macht sich Unruhe breit und so stellt MacRay Claire nach, um herauszufinden, inwieweit sie sich an den Überfall erinnern kann und ob sie Informationen an das FBI weitergeleitet hat. Schnell sind sich die Beiden sympathisch und eine Beziehung entsteht daraus, die durch MacRays illegale Aktivitäten, den Druck der Behörden und Spannungen innerhalb der Bande durchaus als kompliziert betitelt werden kann, zumal Claire Dougs wahre Identität noch immer nicht kennt…</p>
<p>Kann man den Plot als klischeehaft betiteln? Durchaus, zumindest wenn es um das Verhältnis zwischen Doug und Claire geht, das man so oder so ähnlich auch aus anderen Werken kennt aber das schöne an <strong>The Town</strong> ist, es stört nicht, da der Film trotzdem wunderbar funktioniert. Schon die Eröffnungssequenz, die laut und authentisch wirkt, vermittelt einen ausgezeichneten Vorgeschmack dafür, was in den folgenden 120 Minuten gezeigt wird: solide Crimethriller-Kost im Stile von Michael Manns <em>Heat</em>, ohne Einsatz von CGI und heiß geliebter Wackelkamera.<img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Town2-300x200.jpg" alt="Town2 300x200 The Town   Review" title="Town2" width="300" height="200" class="alignright size-medium wp-image-1293" /><br />
Affleck nimmt sich dabei zwischen den Überfallszenen auch dementsprechend viel Zeit, um die einzelnen Akteure zu porträtieren, die Motivation offen zu legen und ihnen Raum zur Entfaltung zu geben, damit so das Gewirr aus Personen, die einem im Laufe des Films vorgestellt werden, verständlich und nachvollziehbar bleibt. Trotzdem scheint es, dass einige Episoden, speziell die Hintergründe rund um Dougs Vater Stephen (Chris Cooper, herrlich fies ausschauend) und auch die Rolle von Fergie Colm (Pete Postlethwaite) etwas auf der Strecke geblieben sind und wünscht man sich doch hier eine durchaus intensivere Betrachtung. So versucht der Film auch aufgrund dieser angerissenen Szenen durchaus mehr Tiefe zu generieren, ein komplexeres Bild der Geschehnisse zu entwerfen, was im Gegensatz zu <em>Gone Baby Gone</em> nicht ganz klappen mag.</p>
<p>Aber auch so bekommt man einen überaus interessanten Einblick in diesen Mikrokosmos Charlestown spendiert, die Leute, die dort wohnen und welche Ängste, Sehnsüchte und Träume sie antreiben. Für Letzteres sind dann natürlich auch die Schauspieler verantwortlich und hier kann man Affleck zu seinem Cast gratulieren. So zeigt nicht nur er selbst, der für seine Darbietungen ja des Öfteren für die <em>Razzie Awards</em> nominiert wurde, eine gute, sondern vor allem Jeremy Renner und Jon Hamm ausgezeichnete Leistungen. Besonders Hamms Rolle und Darbietung erinnert phasenweise an Al Pacino in Heat, während Renner definitiv einen authentischeren Entwurf eines Charlestowners abgibt als der doch kultiviert auftretende Ben Affleck.</p>
<p>Was bleibt am Ende übrig? Vielleicht zwei Erkenntnisse: <strong>The Town</strong> ist nicht <em>Heat</em>, dazu fehlen dem Film dann doch einige Komponenten; Ben Affleck ist trotzdem ein fähiger Regisseur, den ich öfter hinter als vor der Kamera sehen möchte. Wer also Interesse an Heist-Movies und Thrillern hat, der darf sich jenen Film ruhigen Gewissens ansehen und wenn es geht, im O-Ton, da macht auch Renners Akzent wesentlich mehr Spaß: 8/10</p>
<p>PS<br />
Produzent Basil Iwanyk hat in einem Interview einen Extended Cut des Films angekündigt, da Warner einige Schnitte zu Straffung verlangt hat. Auch ist die Rede von einem alternativen Ende. Vielleicht schmälert diese verlängerte Version einige Kritikpunkte.</p>
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		<title>Opas Filmkiste: Gefährten des Todes (1961)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 17:06:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Opas Filmkiste]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Keith]]></category>
		<category><![CDATA[Maureen O'Hara]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Peckinpah]]></category>
		<category><![CDATA[The Deadly Companions]]></category>

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		<description><![CDATA[Aller Anfang ist schwer. Diese Lektion musste auch Sam Peckinpah lernen, als er Anfang der 60er die Chance erhielt, seinen ersten Kinofilm zu drehen. Zuvor hatte er schon gewisse Bekanntheit durch seine Arbeiten für das Fernsehen erlangt, wo er zum Beispiel einige Episoden zu den Western-Serien Westlich von Santa Fe oder The Westerner beisteuerte. Bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1213" title="Companions" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Companions.jpg" alt="Companions Opas Filmkiste: Gefährten des Todes (1961)" width="640" height="238" /></p>
<p>Aller  Anfang ist schwer. Diese Lektion musste auch Sam Peckinpah lernen, als  er Anfang der 60er die Chance erhielt, seinen ersten Kinofilm zu drehen.  Zuvor hatte er schon gewisse Bekanntheit durch seine Arbeiten für das  Fernsehen erlangt, wo er zum Beispiel einige Episoden zu den  Western-Serien <em>Westlich von Santa Fe</em> oder <em>The Westerner </em>beisteuerte. Bei letztgenannter fungierte er darüber hinaus auch als Produzent.<br />
So war es dann auch Brian Keith, der mit Peckinpah schon bei The  Westerner zusammengearbeitet hat, der diesem seine erste  Spielfilm-Regiearbeit verschaffte. Eine Verfilmung des Romans Yellowleg  unter der Obhut des Produzenten Charles B. FitzSimons, Bruder der  Schauspielerin Maureen O&#8217;Hara, die neben Brian Keith in der Hauptrolle  zu sehen ist. Stark auf O’Hara zugeschnitten, störte sich Peckinpah früh  an dem schwachen Drehbuch, konnte sich aber nicht gegen FitzSimons  durchsetzen. Ein Problem, dass sich wie ein roter Pfaden durch das ganze  Projekt ziehen würde und sich vor allem anhand der schwachen und  unglaubwürdigen Story von <strong>The Deadly Companions</strong> (<strong>Gefährten des Todes</strong>) manifestiert.<br />
<span id="more-1212"></span><br />
Jene handelt nämlich von dem Bürgerkriegsveteranen Yellowleg (Brian  Keith), der seit Jahren durch das Land streift, um jenen  Südstaatensoldat zu finden, der ihn skalpieren wollte, wodurch Yellowleg  eine markante Narbe zurückbehalten hat und daher nie ohne Hut unterwegs  ist. In einem kleinen Kaff trifft er dann auf den Falschspieler Turk  (Chill Wills), der von den Mitspielern aufgeknüpft wurde und dessen  Kumpel Billy (Steve Cochran). Yellowleg befreit Turk und zusammen  schmiedet man den Plan, die Bank des nächsten Städtchens auszurauben.  Dort angekommen müssen sie jedoch bemerken, dass eine andere Bande  schneller war und beim Versuch, die Gangster zu stoppen,<img class="alignleft size-medium wp-image-1216" title="Gefährten1" src="../wp-content/uploads/2010/09/Gef%C3%A4hrten1-300x200.jpg" alt="Gef%C3%A4hrten1 300x200 Opas Filmkiste: Gefährten des Todes (1961)" width="300" height="200" /> erschießt  Yellowleg versehentlich den Sohn der Amüsierdame Kit Tildon (Maureen  O’Hara), die von den Bewohnern des Örtchens gemieden und beschimpft  wird, weil ihr Sohn angeblich in Sünde geboren sei. Kit selbst beharrt  jedoch darauf, dass ihr Ehemann früh gestorben sei und beschließt, ihren  verstorbenen Sohn neben ihrem Mann zu beerdigen, der in einem  verlassenen Ort im Gebiet der Apachen seine letzte Ruhestätte gefunden  hat. Yellowleg, getrieben von Schuldgefühlen, bietet sich als Eskorte  an, was von Kit jedoch ausgeschlossen wird. So verfolgen er und seine  beiden Begleiter die trauernde Mutter heimlich und bald akzeptiert sie  ihren Schutztrupp. Während sich das Bild zwischen Yellowleg und Kit  langsam entspannt, kommt es zu immer mehr Reibungen mit Turk und Billy  und zu allem Überfluss greifen zwischenzeitlich auch die Apachen an…</p>
<p>Schnell fallen einem dann auch die ersten Ungereimtheiten auf, wobei vor  allem das Verhältnis zwischen Yellowleg und Kit arg konstruiert und  wenig nachvollziehbar erscheint – speziell vor dem Hintergrund der  Geschehnisse. Des Weiteren erscheint die Auflösung des Films, sprich die  Bearbeitung der Rachekomponente der Story, als ebenso fragwürdig.  Ansonsten kann man die Story als Stangenware ablegen, die sich auch von  der Inszenierung her noch stark an den klassischen Western orientiert,  sodass der „Sam-Faktor“ noch nicht wirklich zum Tragen kommt.  Nichtsdestotrotz lassen sich Themen finden, auf die man auch in seinen  späteren Filmen treffen wird: die Aufarbeitung der eigenen Schuld,  religiöse Heuchlerei, Gewalt in Bezug zu Kindern. <img class="alignright size-medium wp-image-1218" title="Deadly" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Deadly-201x300.jpg" alt="Deadly 201x300 Opas Filmkiste: Gefährten des Todes (1961)" width="201" height="300" /><br />
So gewinnen der Film und die Story schlussendlich doch noch etwas an  Pepp und auch den Schauspielern kann man nicht vorwerfen, sie würden  keinen Einsatz zeigen. Angesichts der Geschichte können sie sich aber  auch nicht wirklich gefallen und speziell Brian Keith hinterlässt  oftmals einen apathischen Eindruck, während mir Chill Wills leicht  psychopathisch angehauchtes Spiel gefallen hat.</p>
<p>Auch sollte man bei der Bewertung des Films nicht vergessen, dass er mit  geringem Budget an gerade einmal 20 Tagen gedreht wurde und angesichts  dieser Tatsache, ist vor allem die Optik des Films erstklassig geraten.  Dies ist dem Kameramann William H. Clothier zu verdanken, der schon bei  diversen John Wayne-Filmen für die korrekte visuelle Umsetzung sorgte  und bei <strong>The Deadly Companions</strong>, der komplett außerhalb  eines Studios gedreht, das Maximum herausholte. Speziell die  Gewittersequenz mit dem sich heranschleichenden Apachen ist  ausgezeichnet fotografiert und auch der Ritt durch die hereinbrechende  Nacht sieht überaus ansprechend aus.<br />
Leider kann man den Score nicht gerade als ansprechend titulieren, sei  es das aufgesetzt wirkende Titellied, das von Maureen O’Hara gesungen  wurde oder die Musik von Marlin Skiles, die auf Wunsch FitzSimmons unter  der Leitung Raoul Kraushaars eingespielt wurde. Dies alles gefiel auch  Peckinpah nicht wirklich, doch wie er schon beim Drehbuch kein  Mitspracherecht hatte, so war sein Wort auch während der Postproduktion  unerwünscht.</p>
<p>Am Ende kann man so nur noch spekulieren, wie Peckinpahs Wunschversion von <strong>The Deadly Companions</strong> ausgesehen haben könnte. Nichtsdestotrotz erkannt man das Potential, welches er ja schon ein Jahr später bei <em>Ride the High Country</em> bestätigen konnte, sodass der Film noch immer als befriedigender  Western und, speziell für den Fan, als interessanter Erstling durchgeht. 06/10</p>
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		<title>Die sind hart, die Römer: Centurion Review</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 15:45:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Centurion]]></category>
		<category><![CDATA[Dominic West]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Fassbender]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Marshall]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Kurylenko]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahre 117 befindet sich das römische Imperium noch auf dem Vormarsch durch Europa. Keine militärische Macht scheint den gut ausgerüsteten und überaus brutal vorgehenden Soldaten gewachsen zu sein, doch in den Wäldern Britanniens stößt die erste Weltmacht plötzlich auf erbitterten Widerstand der Pikten, einem keltischen Stamm, der den römischen Soldaten das Leben mit schnellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Centurionreview.jpg" alt="Centurionreview Die sind hart, die Römer: Centurion Review" title="Centurionreview" width="640" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1178" /></p>
<p>Im Jahre 117 befindet sich das römische Imperium noch auf dem Vormarsch durch Europa. Keine militärische Macht scheint den gut ausgerüsteten und überaus brutal vorgehenden Soldaten gewachsen zu sein, doch in den Wäldern Britanniens stößt die erste Weltmacht plötzlich auf erbitterten Widerstand der Pikten, einem keltischen Stamm, der den römischen Soldaten das Leben mit schnellen und sehr effektiven Guerillaangriffen schwer macht. Bei einem dieser Angriffe gelingt es den Pikten, fast eine komplette Legion auszulöschen. Der loyale Soldat Quintus Dias (Michael Fassbender) verspricht seinem General Flavius Virilus (Dominic West) die wenigen Überlebenden sicher nach Hause zu bringen. Doch der König der Pikten hat mit den Soldaten noch eine persönliche Rechnung zu begleichen und setzt seine besten Krieger auf deren Jagd an.</p>
<p><span id="more-1177"></span></p>
<p>Nach seinen beiden von den Fans sehr positiv aufgenommenen Genrebeiträgen <em>Dog Soldiers</em> und <em>The Descent</em>, sowie seinem eher misslungenen Endzeitfilm <em>Doomsday</em> widmet sich der britische Regisseur Neil Marshall mit <em>Centurion</em> der Legende der neunten römischen Legion, die von einem Tag auf den nächsten ohne jegliche Erklärung von der Bildfläche verschwand. Obwohl <em>Centurion </em>thematisch nicht als Horrorfilm bezeichnet werden kann, bleibt Marshall seinem Lieblingsgenre treu, der Film eignet sich wahrlich nicht für zarte Gemüter. In den Kampfszenen wird geköpft, zerstückelt und abgeschlachtet was das Zeug hält, Römer und deren Gegner machten damals eben keine Gefangenen. Und wenn doch, dann wurden sie gefoltert und verhört um dann eben anschließend geköpft, zerstückelt oder abgeschlachtet zu werden. </p>
<p>In diesen Szenen zeigt Neil Marshall auch sein Talent als Actionregisseur, zwar sind die Kampfszenen durchaus schnell aber nicht hektisch geschnitten. Im Unterschied zu vielen modernen Actionstreifen verliert man als Zuschauer hier nicht den Überblick darüber, wer denn nun gerade geköpft, zerstückelt oder abgeschlachtet wird. <em>Centurion</em> dürfte Marshalls Visitenkarte für Hollywood sein, es würde mich sehr wundern wenn der Mann in ein paar Jahren nicht seinen ersten richtigen Blockbuster dreht. Es ist schon erstaunlich, wie viel hier aus dem knapp bemessenen Budget herausgeholt wird. In den Schlachtszenen mit den vielen Komparsen und Pferdestunts wirkt der Film fast schon episch und braucht sich auch vor Blockbustern wie <em>Gladator</em> nicht zu verstecken. Doch nicht nur die Schlachtszenen können beeindrucken, auch die atemberaubenden Kamerafahrten über die schottische Landschaft, die den ganzen Film von den opening credits bis zum Ende prägen verleihen <em>Centurion</em> einen Hauch Hollywood. </p>
<p>Leider reichte das Budget dann wohl doch nicht ganz aus, um die zahlreichen Splatterszenen vernünftig umzusetzen. Vor allem stört die viel zu häufige Verwendung von CGI-Blutspitzern, die unnatürlicher kaum aussehen könnten. Gerade hier hätte man von Horrorveteran Neil Marshall wirklich mehr erwartet. Das Drehbuch von <em>Centurion</em> liefert einerseits zwar mehr als das bloße Actionspektakel, offenbart aber auch einige Schwächen. So bleibt die Charakterentwicklung nach der ersten Hälfte des Films leider etwas auf der Strecke. Die verschiedenen Charaktere der Überlebenden römischen Soldaten bekommen nur wenig Freiraum zur Entwicklung, die Hintergrundgeschichte der stummen Killeramazone Etain (Ex-Bondgirl Olga Kurylenko) setzt sich aus beliebigen und altbekannten Filmklischees zusammen. Dafür kommt während dem Katz und Mausspiel der piktischen Häscher und den römischen Soldaten durchaus Spannung auf. Dummerweise wird das große Potential dieser Situation und vor allem Etains Rolle als übermächtiger Feind im viel zu kurzen und unspektakulären Showdown nicht ausreichend genutzt. <em>Centurion</em> ist vielleicht eine der wenigen Ausnahmen im Actiongenre, der zehn bis zwanzig Minuten mehr Spielzeit durchaus gut getan hätten, zumal gut zehn Minuten der nur 95minütigen Spielzeit an eine unnötige und kitschige Romanze verschenkt werden.</p>
<p>Trotz dieser Schwächen ist <em>Centurion</em> ein kurzweiliger Film mit jeder Menge Action, soliden Darstellern und perfekter Kameraarbeit, die man auf jeden Fall im Kino oder zumindest in High Definition bewundern sollte. Inhaltlich werden zwar weder das Rad noch das Genre neu erfunden, Spaß macht <em>Centurion</em> aber allemal. Wer auf harte Action steht und beim kleinsten Hauch von Anspruch Kopfschmerzen bekommt wird hier jedenfalls voll auf seine Kosten kommen.</p>
<p><strong>7,5/10</strong></p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KOZs2_i_cDE?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KOZs2_i_cDE?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Opas Filmkiste: Bewegliche Ziele (1968)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 19:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Opas Filmkiste]]></category>
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		<category><![CDATA[Boris Karloff]]></category>
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		<description><![CDATA[Die interessantesten Geschichten schreibt noch immer das Leben. Unter der Prämisse, Boris Karloff schulde ihm noch zwei Drehtage und er müsse Stockfootage aus The Terror &#8211; Schloss des Schreckens (1963) benutzen, genehmigte der legendäre Roger Corman Peter Bogdanovichs ersten bekannten und von der Kritik geschätzten Kinofilm: Targets bzw. Bewegliche Ziele – so der deutsche Titel. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1146" title="TARGETS" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/TARGETS_EC-0.jpg" alt="TARGETS EC 0 Opas Filmkiste: Bewegliche Ziele (1968)" width="640" height="328" /><br />
Die interessantesten Geschichten schreibt noch immer das Leben. Unter  der Prämisse, Boris Karloff schulde ihm noch zwei Drehtage und er müsse  Stockfootage aus <em>The Terror &#8211; Schloss des Schreckens</em> (1963) benutzen, genehmigte der legendäre Roger Corman Peter  Bogdanovichs ersten bekannten und von der Kritik geschätzten Kinofilm: <strong>Targets</strong> bzw. <strong>Bewegliche Ziele</strong> – so der deutsche Titel.<br />
Anstatt  jedoch aus dem Stockfootage und eigenem Material ebenfalls in Richtung  Gothic-Horror zu gehen, entschied sich Bogdanovich, im Stile des  aufblühenden New Hollywood-Kinos, den Horror der Neuzeit auf die  Leinwand zu bannen und gleichzeitig schuf er einen letzten  Genrehöhepunkt für den Altmeister Boris Karloff.<br />
<span id="more-1143"></span><br />
Die Geschichte  erstreckt sich dabei in zwei zunächst parallelen Handlungssträngen. Auf  der einen Seite verfolgt der Zuschauer den gealterten Horrorstar Byron  Orlok (Boris Karloff), der, sichtlich unzufrieden mit seinem letzten  Film, nach einem Testscreening – das Material von The Terror wird hier  teilweise eingesetzt – sein <img class="alignright size-medium wp-image-1147" title="Targets1" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Targets1-300x168.jpg" alt="Targets1 300x168 Opas Filmkiste: Bewegliche Ziele (1968)" width="300" height="168" />Karriereende bekannt gibt. Für seinen  Regisseur Sammy Michaels (Peter Bogdanovich) ist das ein Schock, hat er  doch die perfekte Rolle für Orlok in seinem nächsten Film, der ganz  anders sein soll, als die bisherigen Produktionen mit ihm. Doch Orlok  lässt sich nicht umstimmen, auch wenn Michaels ihn immer wieder  bedrängt. Orlok ist sich sicher, dass die (Schauspiel)Zeit für ihn  abgelaufen sei und die Menschen Angst vor ganz anderen Dingen hätten als  noch vor 30-40 Jahren. Nur zu einem letzten Auftritt lässt er sich  überreden: die Vorstellung seines neusten Films in einem örtlichen  Autokino.<br />
Nahezu gleichzeitig beobachtet man Bobby Thompson (Tim  O’Kelly), Typ Nachbar von nebenan, wie er in einem Waffengeschäft ein  Gewehr kauft. Anfangs nichts Ungewöhnliches, doch ein Blick in seinen  Kofferraum verheißt nichts Gutes: ein ganzes Waffenarsenal führt er mit  sich. Zusammen mit seiner Frau und seinen Eltern wohnt er in einem  Einfamilienhaus. Der Zuschauer merkt, dass es in ihm brodelt, und auch  Bobby bemerkt seine Entwicklung, doch zu einem Gespräch mit seiner Frau  kommt es nicht mehr, da sie während des täglichen Trotts scheinbar keine  Zeit für eine Aussprache haben. So folgt der Ausbruch des Vulkans  wenige Tage später und Bobby erschießt erst seine Frau, dann seine  Mutter und zieht, bis an die Zähne bewaffnet los, um von Industriesilos  vorbeifahrende Autos auf dem Highway zu beschießen. Als die Polizei dies  bemerkt, flüchtet er und sucht sich ein neues Ziel, indem er sich  hinter der Leinwand des nächsten Autokinos verbarrikadiert…</p>
<p style="text-align: left;">Nun  braucht man sicherlich kein Filmstudium um zu erahnen, dass es  schlussendlich zu einem Aufeinandertreffen zwischen Byron und Bobby  kommen muss, dem modernen Horror und der „antiken“ Variante, doch bevor  es soweit ist, bekommt der Zuschauer erst einmal einen Einblick in das  Leben der 60er, eine Zeit, die auch Byron nicht mehr zu verstehen  scheint. <img class="alignleft size-medium wp-image-1149" title="Targets2" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Targets2-300x168.jpg" alt="Targets2 300x168 Opas Filmkiste: Bewegliche Ziele (1968)" width="300" height="168" />Der Wandel in der Gesellschaft wird also anhand zweier  Personen, Byron und Bobby, dargestellt. So ist vor allem die mangelnde  Kommunikation der Menschen zu beobachten, die im Falle von Bobby zwar  unter einem Haus leben, sich aber nur über Nichtigkeiten austauschen  oder gemeinsam die Abende vor dem Fernseher verbringen, wenngleich Bobby  seine Probleme gegenüber seiner Frau andeutet, die ihn aber  zurückweist.<br />
Byron hingegen ist es Leid, wie ein Relikt vergangener  Tage in miserablen Produktionen angegafft zu werden – ein nicht zu  übersehender Seitenhieb auf so manch filmischen Ausrutscher in Karloffs  Karriere.</p>
<p>So ist der Film nicht nur von der Story her  zweigeteilt, sondern auch von der Atmosphäre. Immer wenn Bobby zu sehen  ist, macht sich ein Gefühl von Unbehagen breit, diese latente Gefahr,  die Ruhe vor dem Sturm und man denkt, er könne jederzeit explodieren.  Byrons Part wirkt dagegen viel gelöster, was auch an Sammys Charakter  liegt, der ja versucht, Byron noch umzustimmen und so z.B. mit ihm einen  Trinkabend in seinem Hotelzimmer veranstaltet, inkl. Kater und einem  „schrecklichen Erwachen“. Hier zeigt Karloff auch ungeahnte  komödiantische Talente. Deutlich merkt man auch den New  Hollywood-Einschlag. Einerseits anhand der Thematik und andererseits an  der Optik des Films. Besonders die Außenaufnahmen wurden hier im  Guerilla-Stil ohne Genehmigungen gedreht und auch sonst wird bei der  Inszenierung auf das Opulente der Spät 50er und 60er Jahre verzichtet  und so gibt sich der Film passend zu seinem Thema recht nüchtern, was  sich auch im Fehlen eines Score niederschlägt.</p>
<p>Mit <strong>Targets</strong> ist Bogdanovich jedenfalls ein überaus intelligenter und packender Film  gelungen, der jedem Interessierten ans Herz gelegt werden kann: 08/10.<img class="aligncenter size-medium wp-image-1148" title="Targets3" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/09/Targets3-300x168.jpg" alt="Targets3 300x168 Opas Filmkiste: Bewegliche Ziele (1968)" width="300" height="168" /></p>
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		<title>The Expendables &#8211; Review</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 00:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
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		<category><![CDATA[The Expendables]]></category>

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		<description><![CDATA[Man hat es heutzutage nicht leicht als Actionfan (mittleren Alters). War vor gut 20 Jahren die (Film)Welt noch in Ordnung und Leute wie Stallone, Schwarzenegger und Willis sorgten für Gerechtigkeit auf der Leinwand, so bekommt man jetzt Hänflinge in Comicverfilmungen oder halbseidenen Re-Boots vorgesetzt, die sich durch CGI-Welten kämpfen und zu allem Überfluss schwebt über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1136" title="Rentnergang" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/08/24.jpg" alt="24 The Expendables   Review" width="640" height="266" /><br />
Man hat es heutzutage nicht leicht als Actionfan (mittleren Alters). War vor gut 20 Jahren die (Film)Welt noch in Ordnung und Leute wie Stallone, Schwarzenegger und Willis sorgten für Gerechtigkeit auf der Leinwand, so bekommt man jetzt Hänflinge in Comicverfilmungen oder halbseidenen Re-Boots vorgesetzt, die sich durch CGI-Welten kämpfen und zu allem Überfluss schwebt über all dem das Damokles-Schwert der PG-13 Freigabe. Wie eine Befreiung kam anno 2008 Stallones <em>John Rambo</em> daher, der die Männerherzen zurück in die 80er schoss. Ein neuer Heiland ward geboren, nachdem er schon Rocky Balboa aus dem Veteranenheim auf die Leinwand zurückbrachte. Nun schreiben wir das Jahr 2010 und erneut nimmt Sly den Zuschauer auf eine Zeitreise mit. The Expendables, das ist der wahr gewordene Traum tausender Actionfans: Ein Ensemble-Film mit vielen alten und neuen Stars des Genres, inszeniert im Stile der 80s/90s – primitiv aber unterhaltsam. Wer also schon damals mit Filmen wie <em>Phantom Kommando</em> oder <em>Rambo III</em> nichts anfangen konnte, der wird auch mit <strong>The Expendables</strong> nur schwer glücklich werden.<span id="more-1135"></span></p>
<p>Der Rest genießt indes das Auflaufen jener Söldnertruppe, die von Barney Ross (Sylvester Stallone) angeführt wird und immer dann gerufen wird, wenn sich staatliche Institutionen nicht die Hände schmutzig machen wollen. So wird dann in der Eröffnungssequenz auch gleich ein von somalischen Piraten entführtes Schiff fachmännisch befreit. Wie es sich für einen Men on a Mission-Film gehört, besteht der Trupp aus unterschiedlichen Spezialisten, darunter der Messerexperte Lee (Jason Statham), der Martial Arts-Kämpfer Ying (Jet Li) oder die Männer fürs Grobe wie Hale (Terry Crews) oder Gunner (Dolph Lundgren). Letzterer übertreibt es dann auch gleich ein wenig, sprengt erst einen Piraten mittels Granatwerfer in tausend Stücke, um den nächsten kurzerhand zu hängen.<img class="alignleft size-medium wp-image-1139" title="Lee Messer" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/08/17-300x199.jpg" alt="17 300x199 The Expendables   Review" width="300" height="199" /><br />
Das Ganze ist dann auch erwartungsgemäß zünftig inszeniert, sodass dem Exitus des Einen auch stets ein markiger Oneliner des Anderen folgt und so fühlt man sich in diesen Momenten durchaus um Jahre zurückversetzt.</p>
<p>Gleiches gilt aber auch für die inhaltlichen Schwächen des Films, denn nach der markigen Opening Sequence beginnt auch gleich das Vorgeplänkel für das große Finale und die eigentliche Story des Films wird vorbereitet. Angeheuert von einer anonymen Institution – diejenigen, die den Trailer noch nicht gesehen haben, werden angesichts der Szenen freudig überrascht sein – gilt es, einen fiesen lateinamerikanischen Diktator auf einer kleinen Insel zu beseitigen.  Auch wenn hier immer wieder kürzere Actionszenen das Geschehen aufheitern, sind die nächsten Minuten dadurch geprägt, dass entweder Aufklärungsarbeit auf dem Eiland geleistet wird oder man sich um die zwischenmenschlichen Probleme daheim kümmert. Speziell Stathams Charakter steht dann im Mittelpunkt und während man vom Rest wenig erfährt: Li, Rourke oder Stallone, darf Lee um seine Freundin kämpfen. Ein Versuch der Story, die sonst auf jeden Bierdeckel passt, Tiefe zu verleihen? So klischeehaft wie das restliche Vorgehen im Film wird dann auch jener Akt abgehakt und man merkt, dass das Storytelling hier nicht im Mittelpunkt steht. Das ist aber insofern problematisch, als dass es eben auch nicht Action am laufenden Band zu bestaunen gibt und so muss man sich durch diese Episoden durchhangeln, wenn z.B. Rourke mit zittriger Stimme seine Kriegsgeschichtlein erzählt.<br />
Warum man in der Zeit nicht näher auf Lundgrens Charakter eingegangen ist, der ja durchaus das Potential hat, ist auch ein wenig schade, so bleibt er neben Jet Li von den namhaften Leuten noch am blassesten.<img class="alignright size-medium wp-image-1140" title="Sly Knarre" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/08/28-300x199.jpg" alt="28 300x199 The Expendables   Review" width="300" height="199" /></p>
<p>Sind jene zähen Minütlein aber überwunden, wird wieder ordentlich auf die Kacke gehauen, wenn dann nun endlich die Insel gestürmt wird. Auch hier tobt man sich prächtig aus, verteilt diverse Gewaltspitzen, die zum Teil an <em>John Rambo</em> erinnern. Störend sind hier aber zwei Dinge: auf die moderne Wackelkamera kann auch Stallone nicht ganz verzichten. Letzteres gilt auch für den schnellen Schnitt in den Actionszenen, der sicherlich auch das Alter der Protagonisten etwas kaschieren soll. Ebenfalls negativ auffallend ist die Tatsache, dass der Film stellenweise billig aussieht, was an der F/X liegt. Speziell die Feuerszene ist für eine Majorproduktion peinlich und auch die Explosionen hat man bei Genrebrüdern schon besser gesehen. Nach einem Budget von kolportierten $ 85 Mio. sieht das nicht aus. Insgesamt trübt das den Spaß der Szenen jedoch nicht besonders stark und so erfreut man sich lieber an der Wucht der automatischen Schrotflinte in der Hand von Terry Crews – sicherlich nicht nur mein Highlight des Films.</p>
<p>Was bleibt abschließend zu sagen? Die Story kann man getrost knicken und in ihrer Komplexität passt sie auf einen Notizzettel. Gerade deshalb verlieren aber die „Lückenfüller“ im Mittelteil so an Wirkung, weil sie entweder nichtig sind oder nur als Vorspiel für das große Finale gesehen werden. Spannung oder gar Emotionen werden nicht aufgebaut. Auch Charakterentwicklung gibt es nicht und wie es eigentlich zu erwarten war, kommt der Cast dann auch zu kurz, was bei den im Film auftauchenden Schauspielern stellenweise schade ist. So kann <strong>The Expendables</strong> vor allem mit seiner selbstironischen Inszenierung punkten, den zünftigen Onelinern und harten Actionszenen und so fühlt man sich für knapp zwei Stunden durchaus um Jahre zurückversetzt. 6,5/10</p>
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		<title>Opas Filmkiste: Angriff der Riesenkralle (1957)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 18:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frankie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Opas Filmkiste]]></category>
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		<description><![CDATA[Tief in den Katakomben der großen Studios schlummer(te)n sie, die fast vergessenen „Perlen“ der diversen B-Movie-Abteilungen, deren Filme selten Preise gewannen oder groß im Rampenlicht standen, dafür aber oft das Rückgrat der Filmindustrie bildeten und als günstig produzierte Cash-Cows die berühmten Produktionen subventionierten. Einer der Herren dieser Einheiten war Sam Katzman, der als Produzent und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1001" title="6 giant claw PDVD_019" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/07/6-giant-claw-PDVD_0191.jpg" alt="6 giant claw PDVD 0191 Opas Filmkiste: Angriff der Riesenkralle (1957)" width="610" height="341" /></p>
<p>Tief in den Katakomben der großen Studios schlummer(te)n sie, die fast  vergessenen „Perlen“ der diversen B-Movie-Abteilungen, deren Filme  selten Preise gewannen oder groß im Rampenlicht standen, dafür aber oft  das Rückgrat der Filmindustrie bildeten und als günstig produzierte  Cash-Cows die berühmten Produktionen subventionierten.<a href="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/07/Giant-Claw.jpg" ><img class="alignleft size-medium wp-image-1002" title="Giant Claw" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/07/Giant-Claw-198x300.jpg" alt="Giant Claw 198x300 Opas Filmkiste: Angriff der Riesenkralle (1957)" width="198" height="300" /></a> Einer der Herren  dieser Einheiten war Sam Katzman, der als Produzent und Regisseur u.a.  für Columbia lange Jahre im Dienst war. Während er mit <em>Twist Around the Clock</em> (1961)  vielleicht seinen größten finanziellen Erfolg als Produzent feierte,  war Katzman aber auch für einen heute berüchtigten Film verantwortlich: <strong>The Giant Claw</strong> (1957). Berüchtigt, weil er sich einen Namen als einer „der  schlechtesten Filme aller Zeiten“ gemacht hat, was sicherlich  übertrieben ist. Nichtsdestotrotz  wandelt sich der von den Plakaten  proklamierte Angriff auf die Nerven zu einem unfreiwilligen Angriff auf  die Lachmuskeln und schnell ist es nachvollziehbar, warum dieser 50s  Sci/Fi-Horror-Genremix eine breite Fangemeinde hat.</p>
<p>Schon der  Beginn lässt aufhorchen, wenn ein bierernster Off-Kommentator erst die  Fortschritte menschlicher Ingenieurkunst lobt, um dann wenig später auf  die sog. Ruhe vor dem Sturm hinzuweisen. Während dieser Szenen lernt der  Zuschauer auch die menschlichen Hauptakteure kennen, die gerade mit der  Kalibrierung einer Radaranlage der USAF beschäftigt sind: der  Elektronikexperte Mitch (Jeff Morrow) und seine hübsche Partnerin, die  Mathematikerin Sally (Mara Corday). Das Unheil nimmt seinen Lauf, als  Mitch bei einem Probeflug ein unbekanntes Flugobjekt sichtet – das  geschulte Auge erkennt einen undefinierbaren Klumpen vorbeihuschen. Doch  weder das Radar noch die alarmierten Abfangjäger können am Himmel etwas  erkennen. Kein Wunder also, dass Mitch aufgrund des vermeintlichen  Scherzes vor allem bei General Van Buskirk in Ungnade fällt. Als dann  jedoch mehrere Flugzeuge vermisst werden und Mitch und Sally bei einem  Flug zurück nach New York ebenfalls attackiert werden und abstürzen,  nimmt das Militär die Sache etwas ernster, denn jedes Mal war nichts zu  erkennen auf dem Radarschirm. <a href="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/07/6-giant-claw-PDVD_021.jpg" ><img class="alignright size-medium wp-image-1004" title="6 giant claw PDVD_021" src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/07/6-giant-claw-PDVD_021-300x167.jpg" alt="6 giant claw PDVD 021 300x167 Opas Filmkiste: Angriff der Riesenkralle (1957)" width="300" height="167" /></a>Erst Aufklärungsbilder aus einem  Wetterballon bringen des Rätsels Lösung: man hat es mit einem Vogel zu  tun, der so groß wie ein Schlachtschiff ist. Alle Versuche, das  gefederte Monster abzuschießen, schlagen zuerst fehl, da der Vogel from  Outer Space einen Schutzschirm aus Antimaterie besitzt. Doch dann hat  Mitch die rettende Idee…</p>
<p style="text-align: left;">… und der Zuschauer liegt  zwischenzeitlich weinend auf dem Boden, den Bauch haltend aufgrund der  Lachkrämpfe. Dabei hätte der Film durchaus ordentlich werden können –  natürlich relativ gesehen angesichts der Geschichte – aber ein klammes  Budget durchkreuzte diese Pläne. Dass es nämlich auch anders geht, hat  Regisseur Fred F. Sears schon ein Jahr vorher bewiesen, wo er mit<em> Earth vs. the Flying Saucers</em> einen grundsoliden Genrebeitrag abgeliefert hat, inkl. der F/X des einzigartigen Ray Harryhausen. Jener war auch bei <strong>The Giant Claw</strong> im Gespräch, doch ohne Moos nix los und am Ende wurde nichts aus Stop  Motion-Effekten und dafür gab es diese mexikanische Vogelmarionette,  deren bizarres Aussehen – Irokesenschnitt, absurde Proportionen uvm. –  Lachanfälle auslöst, sobald sie auf der Leinwand auftaucht. Letzteres  dürften die Macher geahnt haben, deshalb muss man auch knapp eine halbe  Stunde auf den Auftritt warten. Doch damit nicht genug, glänzt der Film  weiterhin mit lächerlichen Rückprojektionsaufnahmen und exzessivem  Einsatz von Stock Footage – u.a. auch aus <em>Earth vs. the Flying Saucers</em> und vielen weiteren ähnlich gelagerten Genrebeiträgen – sodass es zu  atemberaubenden Kontinuitätspannen kommt, die die unfreiwillige Komik  fördern. Kombiniert mit der Tatsache, dass Cast &amp; Crew die Story an  sich trocken und ernst vortragen – der Off-Kommentator gibt sich die  größte Mühe – ist die Gaudi komplett. Dabei spielen Jeff Morrow und Mara  Corday gar nicht so übel und speziell die Szenen, in denen sie sich  Oneliner an den Kopf werfen dürfen, können überzeugen und bieten  (gewollt) humoristische Züge. Davon bleibt aber wenig in Erinnerung,  thront doch über Allem das mexikanische Antimaterie-Gummihühnchen und  wenn man dann auch noch liest, dass weder die Plakatgrafiker noch die  Schauspieler das „Monster“ vor der eigentlichen Premiere gesehen haben,  bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie in so manch B-Schmiede wohl  gearbeitet wurde. Andererseits wäre der Film wohl komplett in der  Anonymität der Masse verschwunden, wenn er nicht so wunderbar schlecht  gemacht wäre. Also doch ein cleverer Schachzug von Sam Katzman und  seinem Team? Rein objektiv betrachtet bleibt am Ende nur ein recht  vernichtendes Urteil übrig und so bekommt dieses skurrile  Marionettenkuddelmuddel noch knapp 3 Punkte, während er sich unter  Trashgesichtspunkten sicherlich volle 10 Zähler gesichert hat.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="../wp-content/uploads/2010/07/6-giant-claw-PDVD_020.jpg"><img class="aligncenter" title="6 giant claw PDVD_020" src="../wp-content/uploads/2010/07/6-giant-claw-PDVD_020-300x167.jpg" alt="6 giant claw PDVD 020 300x167 Opas Filmkiste: Angriff der Riesenkralle (1957)" width="300" height="167" /></a><em>Once more a frantic pilot radios in a report on a UFO. A bird. A bird as big as a Battleship!</em></p>
<p style="text-align: center;">Alle Wagemutigen können sich den Trailer nach dem Sprung anschauen.</p>
<p style="text-align: center;"><span id="more-998"></span></p>
<p><center><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6sKGz-hQ0yg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/6sKGz-hQ0yg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></center></p>
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		<title>Kick Ass Review</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 23:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daß Verfilmungen von Superheldencomics durchaus einträglich sein können, haben die Studiobosse längst gemerkt. Schließlich hat man mit den jeweiligen Comicfans schon mal eine relativ sichere Zielgruppe zur Verfügung und selbst Verfilmungen die als „Flop“ bezeichnet wurden erwiesen sich unterm Strich immer noch als profitabel. Umso überraschter muss Matthew Vaughn gewesen sein, als er auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/05/chloe_moretz_hitgirl2.jpg" alt="chloe moretz hitgirl2 Kick Ass Review" title="chloe_moretz_hitgirl2" class="aligncenter size-full wp-image-951" /></p>
<p>Daß Verfilmungen von Superheldencomics durchaus einträglich sein können, haben die Studiobosse längst gemerkt. Schließlich hat man mit den jeweiligen Comicfans schon mal eine relativ sichere Zielgruppe zur Verfügung und selbst Verfilmungen die als „Flop“ bezeichnet wurden erwiesen sich unterm Strich immer noch als profitabel. Umso überraschter muss Matthew Vaughn gewesen sein, als er auf der Suche nach Finanziers für seine Verfilmung des Graphic Novels „Kick Ass“ bei den Studios auf taube Ohren traf. Ausschlaggebend für diese Reaktion dürfte vor allem die Rolle von Hit Girl sein, einer 12jährigen Profikillerin die äußerst rabiat zur Sache geht und dabei Worte in den Mund nimmt, die selbst Linda Blair in Der Exorzist zur Ehre gereicht hätten.</p>
<p>Kick Ass eignet sich nun mal nicht zu einem PG-13 Vehikel und R-rated Superheldenfilme dürften für die Studios spätestens seit Watchmen leider tabu sein. Doch Vaughn wäre nicht der Ehemann von Claudia Schiffer, würde er sich von solchen Kleinigkeiten abhalten lassen. So produzierte er den Film kurzerhand auf eigene Faust und Verantwortung mit geliehenem Geld. Und die Sache hat sich gelohnt, wenn nicht in finanzieller, dann doch zumindest in qualitativer Hinsicht, denn Kick Ass ist pures Unterhaltungskino und liegt dabei doch so erfreulich weit neben der typisch amerikanischen Comedy-Spur.<br />
<span id="more-950"></span><br />
Dave Lizewski ist ein typischer Comicnerd ohne Selbstvertrauen oder Erfolg beim weiblichen Geschlecht. Er ist fasziniert von der Idee, seinen Comicidolen nachzueifern und als maskierter Rächer gegen das Böse zu kämpfen. Gleich bei seinem ersten Einsatz im Namen des Guten bekommt er allerdings nicht nur ein Messer in den Körper gerammt, sondern wird auch noch von einem Auto überfahren. Mit jeder Menge Stahlimplantaten im Körper wagt er einen neuen, etwas aber nicht gerade viel erfolgreicheren Versuch der Verbrechensbekämpfung und wird schnell zum Internetstar. In dem heroischen Vater-Tochter Gespann Big Daddy (Nicholas Cage) und Hit Girl (Chloe Moretz) findet er schnell Verbündete, in dem brutalen Mafiaboss Frank D`Amico aber auch einen gefährlichen Gegner.</p>
<p>Die Story klingt nach einer aus beliebigen Versatzstücken zusammengeschusterten Superheldenstory, doch Kick Ass ist im Grunde keine Fortführung der derzeitigen Comicfilmwelle sondern eher ein kleiner Bastard, ein Punk der die großen mit Pathos überfrachteten Vorbilder demontiert und ihnen (man verzeihe mir die allzu offensichtliche Floskel) in den Arsch tritt. Die Tagline auf dem deutschen Kinoplakat lautet dann auch nicht ohne Grund „keine Macht, keine Verantwortung“. Verantwortung und Moral kennt dieser Film in der Tat nicht. In Kick Ass wird geflucht, gewichst und gekillt, und zwar ordentlich. </p>
<p>Maßgeblich daran beteiligt ist Hit Girl, die eigentliche Attraktion des Films. Einerseits kleines, knuffiges Mädchen das am liebsten heisße Schokolade mit Marshmellows trinkt, andererseits fluchende Killer-Lolita, die in Sachen Gewalt nicht nur austeilt, sondern auch ordentlich einsteckt. Man fragt sich zwangsläufig wie Vaughn es geschafft hat, die durch ein kleines Mädchen verübten Gewaltorgien, vor allem die Szenen in denen dieses kleine <del datetime="2010-04-30T23:03:30+00:00">wehrlose</del> Ding von erwachsenen Männern mit Schüssen und Fausthieben malträtiert wird zu Publikumsunterhaltung zu machen, ohne dass der Zuschauer dabei das Gefühl hat es gehe zu weit oder sei nicht richtig, aber er hat es geschafft. Denn schaltet man erstmal jegliche moralischen Vorbehalte ab und lässt sich auf diese wilde Achterbahnfahrt ein, macht Kick Ass jede Menge Spaß. </p>
<p>Und mehr will dieser Film auch nicht. Man kann sicher einen Haufen Kritikpunkte finden wenn man denn will, vor allem Kenner der Vorlage werden einige Änderungen der Story bemängeln, man kann aber auch einfach mal anderthalb Stunden abschalten und Spaß an endlos verherrlichter Gewalt (mit der FSK 16 Freigabe übertrifft sich die FSK mal wieder selbst) haben ohne sich von den moralischen Dilemmas der ach so deprimierten Batmans und Spidermans der Welt runterziehen zu lassen. Wer Lust auf einen absolut nicht ernst gemeinten Kracher für einen Filmabend mit Männern hat, wird langfristig nicht an Kick Ass vorbeikommen.</p>
<p><strong>9/10 </strong></p>
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		<title>Splice Review</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 19:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Adrien Brody]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest Nights 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Polly]]></category>
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		<category><![CDATA[Vincenzo Natali]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Forscherpärchen Elsa (Sarah Polly) und Clive (Adrien Brody) kreuzen in ihrem Labor die DNA verschiedener Tierarten, um aus deren Genen Medikamente gegen menschliche Krankheiten gewinnen zu können. Doch der Chefetage ihres Konzerns geht die Entwicklung nicht schnell genug voran. Um ihr Projekt zu retten, mixen die beiden daraufhin menschliche DNA in den Gencocktail. Wissenschaftler, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2010/03/splicefilmabend.jpg" alt="splicefilmabend Splice Review" title="splicefilmabend" class="aligncenter size-full wp-image-931" /></p>
<p>Das Forscherpärchen Elsa (Sarah Polly) und Clive (Adrien Brody) kreuzen in ihrem Labor die DNA verschiedener Tierarten, um aus deren Genen Medikamente gegen menschliche Krankheiten gewinnen zu können. Doch der Chefetage ihres Konzerns geht die Entwicklung nicht schnell genug voran. Um ihr Projekt zu retten, mixen die beiden daraufhin menschliche DNA in den Gencocktail. </p>
<p>Wissenschaftler, die Gott spielen und dabei aus Neugier die Grenzen des moralisch Vertretbaren überschreiten liefern seit jeher interessanten Stoff für Sci-Fi-Horrorgeschichten der unterschiedlichsten Facetten. Doch während Geschichten wie &#8220;Frankenstein&#8221;, &#8220;Re-Animator&#8221;, &#8220;Die Fliege&#8221; oder &#8220;Jurassic Park&#8221; die monströsen Konsequenzen der Experimente im Vordergrund stellen und hierüber den Horror schaffen, legt Regisseur Vincenzo Natali („Cube“, „Cypher“, „Nothing“) den Fokus auf die Menschen und wie diese auf die Ereignisse reagieren. Splice wird dadurch über weite Strecken zu einem charakterbasierten Drama mit Science Fiction Elementen, bei dem die Protagonisten Elsa und Clive im Vordergrund stehen, nicht die Kreatur.<br />
<span id="more-930"></span></p>
<p>Tatsächlich funktioniert dieser Betrachtungswinkel überraschend gut, die Dynamik zwischen beiden Teilen des Pärchens ist von Anfang an interessant und wird durch ihre unterschiedlichen Reaktionen auf das seltsame Adoptivkind wider Willen auf ein neues Level katapultiert. Während Clive in der Beziehung derjenige mit dem Kinderwunsch ist und Elsa davon nichts wissen will, ist sie doch diejenige, die mütterliche Gefühle für die liebevoll „Dren“ („Nerd“ rückwärts) getaufte Kreatur entwickelt, während Clive zunächst nicht von seiner wissenschaftlich-distanzierten Betrachtung des Wesens abrückt. </p>
<p>Natali inszeniert den klassischen Horrorstoff also eher als eigenwilliges Beziehungsdrama mit leichten Horroranklängen, das dürfte viele Zuschauer die hier einen Kracher wie „Species“ erwarten enttäuschen, lässt man sich aber darauf ein, wird man mit einem spannenden Psychogramm über falschen Ehrgeiz und wissenschaftliche Ignoranz und Arroganz belohnt.</p>
<p>Optisch zieht Natali, dem bereits seit „Cube“ ein Ruf als Visionär vorauseilt, wieder alle Register. Bereits die opening credits, die einen Geburtsvorgang aus der Egoperspektive des Fötus zeigen, machen Eindruck. Auch im Rest des Films spielt Natali immer wieder mit interessanten Kameraperspektiven und Bildern. Wesentlich zur optischen Brillianz von Splice trägt auch das für einen Film dieses Maßstabs erstaunlich gute CGI sowie das Design Drens bei. Während die Kreatur zu Beginn noch komplett computergeneriert wurde, wird sie später von einer Schauspielerin (Delphine Chanéac) verkörpert, die trotz des etwas vefremdeten, nur andeutungsweise menschlichen Gesichts mit ihrer Mimik eine Unmenge an Emotionen zum Ausdruck bringt.</p>
<p>Am Ende opfert Natali die originelle Idee seines Sci-Fi Dramas dann leider doch noch einem typischen creature horror Showdown, bei dem die komplizierten emotionalen Verhältnisse zwischen Dren und ihren „Eltern“ auf der Strecke bleiben, wohl ein Zugeständnis an das diesmal doch ein bisschen höhere Budget.</p>
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		<title>Tief im bayerischen Wald &#8211; Hinter Kaifeck Review</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 00:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Maria Lara]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Fürmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hinter Kaifeck]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Filmindustrie ist ja nicht gerade für spannende Thriller- oder Horrorfilme bekannt, das überlässt man lieber den Amerikanern, obwohl Filme wie Tattoo, Das Experiment und Antikörper durchaus gezeigt haben, dass ab und an auch hierzulande interessante Thrillerproduktionen entstehen. Hinter Kaifeck ist zumindest an der Oberfläche ein durchaus solider Mystery-Thriller, der sich an internationalen Standards [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2009/10/HinterKaifeck.jpg" alt="HinterKaifeck Tief im bayerischen Wald   Hinter Kaifeck Review" title="HinterKaifeck" class="aligncenter size-full wp-image-874" /></p>
<p>Die deutsche Filmindustrie ist ja nicht gerade für spannende Thriller- oder Horrorfilme bekannt, das überlässt man lieber den Amerikanern, obwohl Filme wie <em>Tattoo, Das Experiment</em> und <em>Antikörper</em> durchaus gezeigt haben, dass ab und an auch hierzulande interessante Thrillerproduktionen entstehen. <em><a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt1170398/" >Hinter Kaifeck</a></em> ist zumindest an der Oberfläche ein durchaus solider Mystery-Thriller, der sich an internationalen Standards messen lassen kann.</p>
<p>Auf der Suche nach Motiven für sein Buch über bayerische Bräuche und Traditionen verschlägt es den Fotografen Marc (Benno Fürmann) mit seinem Sohn in das abgelegene bayerische Dorf Hinterkaifeck. Bald wird er von kryptischen Alpträumen und Visionen geplagt, die in Verbindung mit einem grausamen Mord zu stehen scheinen, der sich hier vor 80 Jahren ereignet hat. </p>
<p><em>Hinter Kaifeck</em> versteht es von Anfang an, eine intensive und unheilvolle Stimmung aufzubauen, und verzichtet dabei erfreulicherweise auf zu viele vorhersehbare Schockmomente. Der Gruselfaktor ergibt sich hier eher aus der ruhigen Erzählweise in Verbindung mit den grauen Bildern des ständig von dichten Nebelschwaden umgebenen Dorfes. Die rätselhaften Visionen der Hauptfigur sorgen schnell für Suspense und es dauert nicht lange bis dem Zuschauer die einzelnen Puzzlestücke präsentiert werden, die das Rätsel um Marcs Verbindung mit dem Mordfall Stück für Stück offenbaren. </p>
<p>Die Regisseurin <em>Esther Gronenborn</em> ergänzt das Ratespiel durch eine beeindruckende Bildästhetik, vor allem die bedrohlichen Traumszenen werden audiovisuell hervorragend inszeniert, handwerklich braucht Hinter Kaifeck hier keinen Vergleich mit Hollywood zu scheuen. Leider ist <em>Benno Fürmann</em> mit seiner Rolle im Gegensatz zu <em>Alexandra Maria Lara</em>, die hier wie gewohnt eine solide Vorstellung abliefert, sichtlich überfordert. Er wirkt hölzern und unsympathisch, in den Dialogen hat man fast das Gefühl er würde seinen Text ablesen.</p>
<p>Darüber hinaus geht Hinter Kaifeck nach dem großen Twist leider schnell die Luft aus. Auch wenn die Lösung des Rätsels noch durchaus Sinn macht, kippt der zuvor so angenehm atmosphärische Grusler schnell in altbekannte Action und abgedroschene Klischees. Das ist schade, weil der Film das eigentlich gar nicht nötig hätte. So bleibt Hinter Kaifeck ein vor allem zu Beginn spannender und handwerklich beeindruckender deutscher Thriller auf internationalem Niveau, der inhaltlich aber leider nichts Neues zu bieten hat. <strong>6,5/10</strong></p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/FCCMBj8DcO8&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/FCCMBj8DcO8&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
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		<title>Aufstand im Alienghetto &#8211; District 9 Review</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 21:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>omahabitch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[District 9]]></category>
		<category><![CDATA[Neill Blomkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Jackson]]></category>

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		<description><![CDATA[Südafrika gilt unter Europäern heute weithin als Urlaubsparadies, dessen blutige Apartheitsgeschichte spätestens seit Nelson Mandela weit weg scheint. Dass das Land noch immer mit den Auswirkungen der jahrzehntelangen Rassentrennung zu kämpfen hat, vergisst oder verschweigt man dabei gerne, indem man die unzähligen Ghettos und Townships, in denen ein großer Teil der schwarzen Bevölkerung noch heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2009/09/district_91.jpg" alt="district 91 Aufstand im Alienghetto   District 9 Review" title="District 9" class="aligncenter size-full wp-image-839" /></p>
<p>Südafrika gilt unter Europäern heute weithin als Urlaubsparadies, dessen blutige Apartheitsgeschichte spätestens seit Nelson Mandela weit weg scheint. Dass das Land noch immer mit den Auswirkungen der jahrzehntelangen Rassentrennung zu kämpfen hat, vergisst oder verschweigt man dabei gerne, indem man die unzähligen Ghettos und Townships, in denen ein großer Teil der schwarzen Bevölkerung noch heute lebt, einfach ignoriert. Der südafrikanische Werbefilmer Neill Blomkamp, der schon mit einem international bekannten <a target="_blank" href="http://www.youtube.com/watch?v=D5kD4O2ATJU" >Citroen Werbespo</a>t seiner Science Fiction Affinität Ausdruck verlieh, verarbeitete die Missstände in seinem Heimatland vor einigen Jahren mit dem Kurzfilm <a href="http://www.filmabend.info/district-9-kurzfilmvorlage-fur-peter-jacksons-sci-fi-kracher/" >Alive In Joburg</a>. In Form einer Mockumentary wird statt der schwarzen Bevölkerung eine außerirdische Rasse Opfer der Apartheit. Die intelligente Kombination von Science Fiction und Sozialkritik brachte ihm nicht nur ein Engagement als Regisseur der Computerspielverfilmung Halo ein, sondern erregte auch die Aufmerksamkeit keines geringeren als des Erfolgsregisseurs und -produzenten Peter Jackson. Während aus der Sache mit Halo abgesehen von einem durchaus beeindruckenden <a target="_blank" href="http://www.youtube.com/watch?v=kyKSaXsg-PE" >Promospot</a> leider nichts wurde, und Blomkamp seine Rückkehr zu dem Projekt mittlerweile kategorisch ausschließt, entstand aus der Zusammenarbeit mit Peter Jackson nun <a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt1136608/" >District 9</a>, eine abendfüllende Adaption seines Kurzfilms.</p>
<p>Johannesburg in einer nahen Zukunft: Die Rassentrennung zwischen Weißen und Schwarzen Südafrikanern ist vollständig überwunden, stattdessen werden die Ghettos nun von einer außerirdischen Rasse bewohnt, die vor 20 Jahren mit ihrem Mutterschiff über der Stadt Halt machte. Zur Aufrechterhaltung des status quo wurde die privatisierte Behörde Multinational Unit (MNU) ins Leben gerufen, die mit militärischer Gewalt für Ruhe in den Ghettos der von den Menschen wegen ihres Aussehens abschätzend als &#8220;prawns&#8221; (Garnelen) bezeichneten Ausserirdischen sorgen soll.</p>
<p><span id="more-838"></span></p>
<p>Da sich die Menschen von den prawns dennoch bedroht und belästigt fühlen, sollen die Ghettos in einer großangelegten Aktion gesäubert und deren Bewohner weit abseits der Städte in Konzentrationslager umgesiedelt werden. Verantwortlich für den sauberen Ablauf dieses Unterfangens ist Wikus Van Der Merwe (Sharlto Copley), ein eher einfältiger Trottel, der seinen Job lediglich seinem Schwiegervater verdankt. Als Wikus in Ausübung seiner Pflichten in Kontakt mit einer außerirdischen Substanz gerät, und sich seine DNA mit der der prawns mischt, wird er plötzlich selbst zum Ziel der MNU, die in ihm die Chance sieht, die Waffen der Ausserirdischen nutzen und kopieren zu können. Gejagt von einer überaus brutalen Spezialeinheit flieht Wikus schließlich selbst in das Ghetto District 9.</p>
<p>Wie schon Alive In Joburg beginnt auch District 9 als Mockumentary. Ein Kamerateam begleitet Wikus und die MNU Soldaten auf ihrer Tour durch District 9, immer wieder unterbrochen durch Intervieweinschübe, die die Hintergrundgeschichte näher beleuchten. In diesen Szenen ist District 9 eine clevere Allegorie auf die Apartheit im Speziellen, und rassistische Terrorregime im Allgemeinen. Wie in jeder Diktatur wird versucht, dem Terror eine rechtliche Legitimation zu geben, in dem die Ausserirdischen wie schon die Juden im Dritten Reich kurz vor dem Abtransport Verfügungen zugestellt bekommen, die Handlanger dieses Regimes sind wie Wikus völlig normale Menschen, Räder im System, die mit der Sorgfältigkeit und Gründlichkeit eines Beamten &#8220;nur&#8221; ihren Job machen. Wikus betrachtet die prawns wie die meisten anderen Menschen nicht als Lebewesen, sondern als rechtlose Objekte, als die er die unwillkommen Besucher studiert und deren Sprache gelernt hat.</p>
<p>Wäre District 9 ein Hollywoodfilm, könnte man den Rest des Films und vor allem die Entwicklung Wickus zum geläuterten Freiheitskämpfer für die unterdrückte Spezies schnell absehen. Interessanterweise geht Blomkamp diesen Schritt nicht. Selbst als Wickus zum Gejagten wird, und in ihm durchaus so etwas wie moralische Bedenken aufkommen, überschreitet er nie die Grenze zum Helden, seine Motive für die notgedrungene Verbrüderung mit den prawns bleiben immer hauptsächlich egoistisch aber eben auch nachvollziehbar. Kein strahlender Held, der selbstlos den Kampf der Schwachen gegen den übermächtigen Gegner führt. Das macht seinen Charakter zwar nicht wirklich sympathisch, aber sehr realistisch und ermöglicht dem Zuschauer dadurch dennoch die Identifikation mit Wickus. Insgesamt ist District 9 in seinen besten Momenten ein intelligenter, und vor allem überaus origineller Science Fiction Film, der mit seinem neuen Ansatz und dem ungewöhnlichen Protagonisten das Zeug zu einem zeitlosen Genreklassiker hätte.</p>
<p>Da ist es fast ein bisschen ärgerlich, dass Blomkamp nach den ersten, sehr ambitionierten zwei Dritteln des Films jeglichen inhaltlichen Anspruch fallen und es von hier an nur noch krachen lässt. Denn die letzte halbe Stunde von District 9 ist reines Bombastkino mit schneller und lauter Action, zerplatzenden Körpern, Kopfschüssen und einer ganzen Menge Explosionen. Zumindest sind diese Sequenzen handwerklich extrem gut gemacht, vor allem das für einen Film von diesem Ausmaß fast schon lächerliche Budget von 30 Millionen Dollar scheint weder Blomkamps Kreativität noch dem adrenalingeladenen Krawall auf der Leinwand Grenzen gesetzt zu haben. Die Feuergefechte mit den MNU Soldaten sind packend inszeniert, vor allem eine kurze aber beeindruckende Egoshootersequenz sticht hier heraus. Und wenn Blomkamp Wikus am Ende in einem Roboteranzug auf die Soldatenschergen hetzt, fragt man sich fast wer nochmal dieser Michael Bay war.</p>
<p>Auch wenn Blomkamp mit diesem Teil des Films sein außergewöhnliches Talent als Science Fiction und Actionregisseur zeigt, wirkt der plötzliche Richtungswechsel doch ein bisschen als Bruch im gesamten Film. Dem kommerziellen Erfolg hat das natürlich nicht geschadet, und immerhin ist es erfreulich dass ein über weite Strecken cleverer und origineller Film wie District 9 auch an den amerikanischen Kinokassen im großen Stil abkassierte. Dem Sequel, für das die Tür am Ende des Films weit aufgemacht wird, darf man jedenfalls erwartungsvoll entgegenblicken, und wenn Neill Blomkamp nicht richtig Mist baut dürfte ihm eine steile Hollywoodkarriere sicher sein.</p>
<p><b>8/10</b></p>
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		<title>Von Priestern und Vampiren &#8211; Thirst (Durst) Review</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 19:49:59 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.filmabend.info/wp-content/uploads/2009/09/THIRST_21.jpg" alt="THIRST 21 Von Priestern und Vampiren   Thirst (Durst) Review" title="THIRST_2" class="aligncenter size-full wp-image-835" /></p>
<p>Der Priester Sang-hyeon hadert mit seiner Existenz als Diener Gottes auf Erden, genauer gesagt in einem Krankenhaus. Anstatt den Bedürftigen tatsächlich helfen zu können, kann er im Rahmen seiner Arbeit nur den Sterbenden Trost spenden. Getrieben vom Verlangen, Krankheit und Tod auch aktiv bekämpfen zu können, treibt es ihn nach Afrika, wo er an einem medizinischen Experiment zur Heilung des EV-Virus teilnehmen will. Die Überlebenschancen der Testpersonen sind aussichtslos gering, und dennoch überlebt Sang-yeon die Versuchsreihe als einziger der 500 Probanden. Es zeigt sich allerdings schnell, dass sein Überleben einen Preis hat, denn Sang-hyeon ist zu einem Vampir geworden, eine Existenz die für einen Priester natürlich ein Dilemma darstellt: denn wie soll er seinen Blutdurst stillen, wenn er nicht töten darf?</p>
<p><span id="more-834"></span></p>
<p>Noch problematischer wird die Situation für Sang-yeon, als er Tae-joo trifft, die er schon als kleines Mädchen kannte. Tae-joo ist unfreiwillig und unglücklich mit dem Sohn ihrer Adoptivmutter verheiratet, und wird von beiden als Hausmädchen gehalten. Durch diese Begegnung wird Sang-hyeon erstmals mit Verführung und irdischen Gelüsten konfrontiert, denen er (so viel sei verraten) schnell erliegt. Trotz seiner anfänglichen Gegenwehr fallen Sang-hyeons Prinzipien von nun an wie Dominosteine, und die Beziehung mit Tae-joo schlägt eine immer destruktivere Richtung ein.</p>
<p>Als &#8220;Park Chan-wooks erster Vampirfilm&#8221; wird <i>Thirst</i> beworben. Dieser Satz ist zwar sicher eher Marketing-Gag und Anspielung auf seine Rachetrilogie (<i>Sympathy for Mr. Vengeance</i>, <i>Oldboy</i>, Lady <i>Vengeance</i>) als das Versprechen einer neuen Vampirtrilogie, täuscht aber auch darüber hinweg, dass sich Chan-wook hier keinesfalls in neue Gefilde begibt. Die philosophischen Themen Moral, Schuld und Verantwortung spielen in <i>Thirst</i> eine ebenso prominente Rolle wie in seiner Rachetrilogie, selbst die fast schon inzestuösen Verhältnisse in Tae-joos &#8220;Familie&#8221; erinnern nicht ganz entfernt an Oldboy. Bei <i>Thirst</i> handelt es sich auch nicht um einen klassischen Vampirfilm, denn die übernatürlichen Elemente dienen hier ähnlich wie schon beim grandiosen Let The Right One In lediglich als Metapher. In <i>Thirst</i> geht es nicht um einen blutsaugenden Vampir, sondern um einen Menschen in einer Identitätskrise, dessen Prinzipien in Frage gestellt werden, hier um einen Priester der vom Glauben abfällt. Dabei ist dieses an sich schon komplexe Thema nur eines der vielen existentiellen Elemente, die Chan-wook hier Schicht für Schicht übereinander legt. Trotz gelegentlicher Zugeständnisse, die Chan-wook an das Horrorgenre in Form vereinzelter (aber höchst expliziter) Gewaltausbrüche macht, bleibt <i>Thirst</i> in erster Linie ein komplexes Drama, kein unterhaltsamer Horrorfilm.</p>
<p>Wo <i>Oldboy</i> mit der Suche seines Protagonisten nach dem wer und warum noch einen zwar komplexen aber zugänglichen weil klassischen Spannungsbogen hatte, dem Zuschauer am Ende aber ein kryptisches Rätsel als Lösung präsentierte, fehlt es in <i>Thirst</i> an solch einer klassischen Narrative. Stattdessen setzt Park Chan-wook fast ausschließlich auf die Entwicklung seiner Charaktere und die Wucht seiner Bilder. Und das gelingt ihm ausgesprochen gut. Es wurde schon viel über die herausragende Szene geschrieben, in der Sang-hyeon mit Tae-joo in den Armen über die Dächer der Stadt springt, und die Kamera dabei immer eng auf dem Gesicht seiner freudestrahlenden Angebeteten bleibt, dem Zuschauer ein echtes &#8220;mittendrin&#8221; Gefühl gibt, das ein leises aber kollektives Raunen durch das Kinopublikum gehen lies. Doch auch die übrigen Szenen sind nicht nur einfach &#8220;schön&#8221; gefilmt, sondern zerbersten fast vor Ästhetik und Symbolik und machen <i>Thirst</i> zu einem handwerklich exzellenten Film, der einfach auf der großen Leinwand gesehen werden muss.</p>
<p>Und bei aller Komplexität der behandelten Themen wirkt <i>Thirst</i> doch nicht wirklich schwerfällig oder gar pretentiös, wird immer wieder durch komische Momente und Situationen aufgelockert, bietet überraschende, teilweise bizarre Wendungen. Gerade in diesen grotesken kleinen Momenten, die teilweise brüllend komisch, teilweise erschreckend sind, läuft der Regisseur zu Höchstform auf. Dadurch wird <i>Thirst</i> trotz seiner Laufzeit und der fehlenden klassischen Narrative nie langweilig, was den Film wohl leider nicht davor bewahrt, dennoch von einem großen Teil des Publikums nicht angenommen zu werden. Denn wenn Park Chan-wook in der zweiten Hälfte des Films surreale Elemente einbindet, Traum und Realität in ästhetisch zwar höchst anspruchsvollen aber eben auch verwirrenden Bildern fließend vermischt, verlangt er vom Zuschauer, dass er sich nach dem bisher ohnehin schon ungewöhnlichen Film nun auch noch auf diesen Schritt einlässt. Diesem Wunsch wird sicher nicht jeder nachkommen können oder wollen. Es spricht aber für ihn, dass er trotz seinem gefestigten Status immer noch Risiken eingeht, neue Wege geht, die dann zu solchen Perlen des asiatischen Kinos wie Thirst führen.</p>
<p><b>9,5/10</b></p>
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