Das reiche Yuppie-Pärchen Peter (John Cavaziel) und Carla (Claudia Karvan) versucht seine kaputte Beziehung mit einem Wochenende an einem geheimen australischen Strand zu kitten. Doch der romantische Ausflug in die Wildnis gerät zum Horrortrip, denn die Natur scheint sich plötzlich gegen die Eindringlinge zu wehren…
Long Weekend ist ein Remake des (mir bisher leider völlig unbekannten) gleichnamigen Klassikers von 1978. Die Story beginnt zunächst recht unspektakulär. Die Protagonisten werden kurz eingeführt, schon hier merkt man dass deren Beziehung offensichtlich nicht ganz nach dem Bilderbuch verläuft, die Partner sind voneinander entfremded, haben sich nicht mehr viel zu sagen. Unsympathisch sind sie obendrein auch noch, vor allem John erinnert an einen neureichen, arroganten Schnösel. Ziel des Ausflugs ist ein unbekannter Strand irgendwo an der australischen Küste, an dem man wunderbar Surfen können soll, der aber auf keiner Karte verzeichnet. Dennoch findet das Paar den Weg und kommt an diesem menschenleeren, paradiesischen Ort an. Doch Respekt oder gar Ehrfurcht vor der Natur scheint den beiden Abenteuerurlaubern ein Fremdwort, da werden die Insekten auf dem Naturboden mit einer mitgebrachten Dose Insektenspray erledigt, John ballert mit seiner Schrotflinte durch die Gegend und überfährt Kangaruhs mit seinem Geländewagen. Doch die Reaktion der Natur lässt nicht lange auf sich warten, bald geschehe unheimliche Dinge und als die Menschen die Gefahr erkennen und den Strand verlassen wollen ist es bereits zu spät.
Die Natur als Bedrohung, als Killer oder Bösewicht ist vielleicht eines der ganz wenigen Horrorthemen das noch nicht bis zum Erbrechen durchgekaut wurde. Dem jungen Regisseur Jamie Blanks gelingt es auch gut, eine bedrohliche und unheimliche Athmosphäre zu schaffen, die an die guten alten Suspenseklassiker von Hitchcock erinnert. Long Weekend erliegt glücklicherweise nicht der Versuchung, diese Stimmung durch billige Schockeffekte und Action zu zerstören. Zwar nimmt der Film am Ende durchaus etwas an Fahrt auf, Gorefans und Actionfreunde werden hier aber eher nicht bedient. Long Weekend funktioniert in erster Linie alleine über seine Stimmung, die wenigen Schockmomente sind sehr rar über den Film verteilt, wobei der größte Schock leider schon im Trailer gespoiled wurde.
Auffällig sind auch die atemberaubenden Naturaufnahmen, die locker mit aufwändig produzierten Naturdokumentationen mithalten können. Die Natur ist der Star in Long Weekend, wird effektiv und beeindruckend in Szene gesetzt und macht aus dem Film einen äußerst sehenswerten, weil innovativen Ökothriller, der dem Zuschauer aber auch etwas Geduld abverlangt.
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