Knowing Review

Veröffentlicht von omahabitch um 00:37 Uhr in Allgemeines | 2 Kommentare

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Nach merjähriger Schaffenspause meldet sich Alex Proyas („The Crow“, „Dark City“, „I, Robot“) mit Knowing zurück und verfilmt die Geschichte eines High School Lehrers (Nicholas Cage), der in einer Zeitkapsel aus den 50er Jahren einen mysteriösen Zahlencode findet, der verheerende Katastrophen und das Ende der Welt ankündigt.

Zugegeben, der Plot klingt gar nicht mal soooo übel. Mit etwas Originalität und kreativem Talent hätte man aus der Geschichte sicherlich einen spannenden Mysterythriller machen können, und Proyas hat ja vor allem durch seine frühen Filme den Ruf des düsteren Genies, auch wenn er sich diesen mit der uninspirierten product placement Orgie I, Robot etwas angekratzt hat. Ich habe jedenfalls gehofft, dass Proyas mit Knowing wieder zu alter Stärke zurück findet, wurde aber bitter enttäuscht.

Knowing bietet spannungsarme, hollywoodtypische Durchschnittsware von der Stange, die anfangs noch recht interessante Prämisse wird durch dämliche Klischees und Löcher im Drehbuch verschenkt. Die Charaktere sind völlig unoriginell. Der alleinerziehende Vater, der nach dem Unfalltod seiner Frau immer schlecht drauf ist (und auf solche „30 Tage Regenwetter“ Rollen ist Cage ja mittlerweile abonniert), und durch Zufall auf das bevorstehende Armageddon aufmerksam wird. Natürlich glaubt ihm kein Mensch, allen voran sein bester Freund, ein Mathematiker ist skeptisch (weil Mathematiker = Skeptiker…), als Cage ihm die finstere Lösung der Zahlenkombinationen präsentiert. Dazu kommt noch Rose Byrne (danke an Florian) als ebenfalls alleinerziehende (was ein Zufall…) Mutter eines Mädchens, die in der Geschichte eigentlich kaum eine wichtige Rolle spielen, aber unglaublich nerven.

Eine Geschichte wie Knowing lebt natürlich von der Frage woher diese mysteriösen Zahlen kommen, und ob die Welt am Ende wirklich untergeht. Was der Film dann am Ende als Antwort aus dem Hut zaubert ist dann aber leider völlig abgedroschen und vorhersehbar (wer Cage bei seiner Schulstunde mit seiner Klasse zuhört kann den Braten spätestens ab diesem Zeitpunkt riechen), man fühlt sich an unzählige Akte X und Twilight Zone Folgen erinnert, die aber wenigstens keine vollen zwei Stunden brauchten, um dem Zuschauer so einen Nonsens zu präsentieren. Immerhin bemüht man sich ganz am Ende redlich, dem Film etwas Eigenständigkeit und Originalität einzuprügeln, indem man dem Film nur ein halbes Happy End spendiert, aber da ist es dann schon längst zu spät.

Überzeugen können in Knowing nur die Special Effects, diese hauen dafür aber auch ordentlich rein. Die Katastrophenszenen werden mit eindrucksvollen Actionsequenzen umgesetzt, in denen Proyas zumindest mal kurz andeutet warum er eigentlich doch kein Durchschnittsregisseur ist. Vor allem die letzten Szenen sehen einfach geil aus, selten wurde New York so gnadenlos und eindrucksvoll platt gemacht. Schade dass dieses zumindest optisch grandiose Finale den Abschluss eines insgesamt sehr unbefriedigenden Films darstellt.

Knowing ist insgesamt sicher kein richtig mieser Film, aber er ist eben konsequent mittelmäßig und auf keinen Fall gut. Das wäre auch überhaupt kein Problem, was mich aber wirklich ärgert ist die Mittelmäßigkeit mit der Cage und Proyas hier zu Werke gehen. Cage versumpft schon seit Jahren in 08/15 Rollen, in denen er nicht mehr tun muss als deprimiert in die Kamera zu starren. Dass er eigentlich mehr drauf hat kann man in Wild At Heart, Leving Las Vegas, Adaptation und Bringing Out The Dead sehen, aber diese Zeiten sind wohl leider schon lange vorbei.

Und Proyas? Als Optimist bin ich ja davon ausgegangen, er habe die Pause seit I, Robot genutzt um wieder zu sich zu finden, aber das war wohl nichts. Von seinem ursprünglich visionären Stil ist nichts mehr geblieben, das einzige was Knowing stilistisch von I, Robot unterscheidet, ist die Tatsache dass Apple wohl JVC als Hauptsponsor für das product placement abgelöst hat. Kaum zu glauben, dass Proyas die ganze Zeit auf ein würdiges Projekt gewartet, und dann ausgerechnet Knowing ausgewählt hat. Was die Filmauswahl angeht sitzen Proyas und Cage also im selben Boot, schade.

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2 Kommentare zu “Knowing Review”

    • Flo Lieb sagte am 13. April 2009 um 17:39 Uhr

    • Dazu kommt noch Jennifer Connelly (…)

      Bitte wie?! Wird hier schon die Jenny auf eine Stufe mit Rose Byrne gestellt. Wenn man im Kino ist, sollte man nicht nebenher “Der Tag, an dem die Erde still stand” auf dem Handy ansehen ;-)

    • omahabitch sagte am 13. April 2009 um 17:43 Uhr

    • Asche auf mein Haupt… Die Damen sehen sich aber gar auch nicht mal so unähnlich ;)





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