dreadpic1b

Der introvertierte Filmstudent Stephen (Jackson Rathbone, Twilight) lernt den charismatischen Draufgänger Quaid (Shaun Evans) kennen, der seit er als Kind den brutalen Mord an seinen Eltern miterlebte fasziniert von der Furcht anderer Menschen ist. Er überredet Stephen dazu, für seine Abschlussarbeit einen Dokumentarfilm über eben jenes Thema zu drehen. Doch was als harmloses Interviewprojekt und Schularbeit beginnt, entwickelt sich bald zu einem tödlichen Spiel.

Nach Book Of Blood (Review) und Midnight Meat Train (Review) ist Dread bereits die dritte Verfilmung einer Kurzgeschichte des Horrorautors Clive Barker innerhalb kürzester Zeit. Pate für die Geschichte von Dread stand diesmal die Geschichte „Moloch Angst“, die sich deutlich vom übrigen Werk Barkers unterscheidet. Anstelle von explizitem, übernatürlichen Body Horror widmet sich Barker hier eher den psychologischen Abgründen der menschlichen Seele, was seine Geschichte keinesfalls weniger fürchterlich macht.

Mit seinem Debütfilm Dread liefert Regisseur Anthony DiBlasi, der mittlerweile Pascal Laugier (Martyrs) als Regisseur für das geplante Hellraiser Remake abgelöst hat, einen fiesen und verstörenden Psychothriller ab, der ohne viel Effekthascherei auskommt. Abgesehen von einigen durchaus blutigen Rückblenden und Alptraumsequenzen gibt es hier für eine Barkerverfilmung recht wenig Blut und Gekröse zu sehen, dennoch ist die psychische Gewalt in einigen Szenen so extrem, dass man kaum hinschauen möchte. Psychologischer Torture Porn sozusagen.

Unterstützt wird der Film vom jungen und noch recht unverbrauchten Cast, sowie DiBlasis stilsicheren Bildern. Leider können weder die Intensität noch die durchaus packende Stimmung von Dread darüber hinwegtäuschen, dass er bezüglich des Potentials seines eigenen Themas, der Angst und ihrer Wirkung auf die menschliche Psyche, nur an der Oberfläche kratzt und sich die große Erleuchtung, die der Film verspricht nicht so recht zu ergeben vermag. Dafür wird der Zuschauer am Ende nach einem spannenden und unterhaltsamen, wenn auch nicht gerade angenehmen, Film mit einem düsteren und bitterbösen Finale belohnt, wie man es von Barker kennt und liebt.

7/10 Punkten

midnightmeattrain

Der junge Fotograf Leon (Bradley Cooper) streift auf der Suche nach dem perfekten Bild durch eine amerikanische Großstadt. Als er eines Abends eine junge Frau vor einer drohenden Vergewaltigung rettet, und diese Frau wenig später spurlos verschwindet, bleibt als letztes Lebenszeichen sein Foto von ihr zurück, das sie beim Einsteigen in die U-Bahn zeigt. Da die Polizei kein richtiges Interesse an dem Fall zu haben scheint, stellt Leon eigene Ermittlungen an und ist bald davon überzeugt, dass eine Reihe von Vermisstenfällen mit dem U-Bahnsystem zusammenhängen.

Midnight Meat Train basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Clive Barker, die für den Film jedoch um einige Plotelemente und Charaktere erweitert werden musste. Dies ist auch durchaus gut gelungen, die Story wirkt in sich schlüssig und man kann nicht wirklich unterscheiden welche Teile auf die Kurzgeschichte zurückgehen, und was hinzugedichtet wurde. Lediglich der Abschnitt, in dem Leon detektivisch in Zeitungsausschnitten recherchiert und dem Geheimnis langsam aber sicher auf die Spur kommt, wirkt etwas uninspiriert. Ansonsten kommt durchaus Spannung auf in diesem Horrorthriller dem man deutlich anmerkt, dass die Vorlage von Clive Barker stammt. Es herrscht eine morbide und bizarre Athmosphäre, die teilweise an die frühen Horrorfilme von David Cronenberg erinnert, der wie Barker die Deformation und Zerstörung von Körpern als zentrales Stilelement nutzt. Körperzerstörung gibt es auch in Midnight Meat Train reichlich. Der Metzger, der da in den dunklen U-Bahnen seinem blutigen Handwerk nachgeht, geht äußerst rabiat vor, schlachtet seine Opfer mit einem Hammer, hängt die nackten Leichen wie Vieh an Fleischerhaken auf. Das ganze hört sich auf dem Papier aber wesentlich schlimmer und drastischer an, als es im Film rüberkommt, denn wenn es darum geht den sich langsam aufbauenden, subtilen Horror der Geschichte filmisch umzusetzen gehen mit dem Regisseur Ryuhei Kitamura (Versus) leider die Pferde durch…
Weiterlesen…

bookofblood_scene_01

Spätestens seit der Hellraiser Filmreihe gilt Clive Barker neben Stephen King als der bedeutenste Horrorautor der Gegenwart. Ich muss zwar zugeben, noch nie ine Romanvorlage von Barker gelesen zu haben, doch zumindest der erste Hellraiser Film und Lord Of Illusions gehören zu meinen Lieblingsfilmen im Horrorgenre. Die neueste Barker Verfilmung Book Of Blood beginnt ähnlich düster-morbide wie diese Klassiker:
Ein Krimineller soll einen jungen Mann entführen und häuten, denn ein unbekannter “Sammler” hat es auf die in dessen Haut eingeritzten Geschichten abgesehen. In einer abgelegenen Waldhütte will sich der Gangster an sein blutiges Werk machen, zwingt sein Opfer aber zunächst, ihm die Geschichte zu erzählen.

Damit beginnt der Hauptteil des Films, in dem Simon (das Opfer aus der Einleitung) zusammen mit Mary, einer Professorin für paranormale Phänomene und einem Techniker ein altes Haus untersuchen will, in dem mysteriöse Dinge vor sich gehen, seit das Haus vor vielen Jahren Schauplatz eines grausamen Mordes war. Mary vermutet hier ein Tor zur Welt der Toten, das Simon als Medium für sie öffnen soll.

Book Of Blood beginnt wie ein Torture Porn, wandelt sich allerdings schnell zu einem recht spannenden Vertreter des Haunted House Genres. Das Gemäuer, in dem sich ein Großteil des Films abspielt schafft tatsächlich eine unheimliche Athmosphäre und es wird schnell eine bedrohliche Stimmung aufgebaut, die zwar nur selten durch Schockmomente ausgenutzt wird, aber dennoch wesentlich mehr Angst macht als die üblichen Horrorfilme die in einem Geisterhaus spielen.

Die ansonsten von Barkergeschichten bekannten Gewaltspitzen bleiben in Book Of Blood trotz des reisserischen Titels mit einer einzigen Ausnahme aus, hier steht tatsächlich noch der Suspense im Vordergrund. Leider konnte mich das Ende des Films nicht ganz überzeugen, die durchaus gruselige und morbide Stimmung wird am Ende durch einige billig aussehende Spezialeffekte durchbrochen, die der Geschichte nicht gerecht werden. Vor allem die Entwicklung des Charakters von Mary geht viel zu schnell, wird nicht ausführlich genug vorbereitet, ist daher nicht ganz nachvollziehbar.

Insgesamt aber ein leicht überdurchschnittlicher, und vor allem zu Beginn sehr dichter Grusler.

rating6base

pinhead-hellraiser

Hellraiser ist der erste Horrorfilm an den ich mich bewusst erinnern kann und gehört für mich noch heute zu den besten Vertretern des Genres. Clive Barkers morbide und bizarre Cenobiten jagen mir mehr Angst ein als alle Jason Vorhees, Fireflys und Folterknechte der Welt zusammen. Gerüchte über ein Remake des Kultfilms kursieren schon seit Jahren im Internet, jetzt nimmt die Sache aber langsam konkrete Züge an.

Als Regisseur wurde Pascal Laugier verpflichtet, der mit dem pöhsen, pöhsen Martyrs von sich reden machte und mit diesem Schocker wohl auch Hollywood auf sich aufmerksam machen konnte. Allerdings dreht Laugier natürlich kein schnödes Remake, nein ein Reboot soll es werden, denn man ist ja trendy. Ich habe Martyrs noch nicht gesehen, will das aber demnächst mal nachholen obwohl ich eher einen inhalts- und ideenlosen Pseudoschocker à la Inside erwarte als einen wirklich beängstigenden Film, aber wir werden sehen.

Was mich aber überrascht, ist dass Clive Barker selbst der ganzen Chose wohl optimistisch gegenübersteht. Im Interview mit bloody-disgusting sagte er:

“I liked Martyrs a lot. I’m very excited at the idea of him doing it [...] Pascal is a very talented filmmaker, obviously a lot more talented than I was when I stepped onto the sound stage on [the first] Hellraiser and I hadn’t really directed anything before… I am completely open and ready to be blown away. I don’t have any possessiveness about it. I just want people to have fun.”

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Remakes, Reboots, Sequels, Prequels oder was auch immer. Im schlimmsten Fall enttäuscht die neue Version, was an der Qualität des Originals ja nichts ändert. Bloss habe ich meine Zweifel ob eine “zeitgemäße” Hellraiser Interpretation sich nicht eher am allgemeinen Foltertrend orientiert und die morbide und bedrohliche Stimmung des Originals vernachlässigt. Am anfälligsten für solche Verschlimmbesserungen wäre wohl das Design der Cenobiten, allen voran Pinheads, wie erste Konzeptbilder schon deutlich machen. Da finde ich das Originaldesign wesentlich angsteinflößender.