punisherwarzone

Der Punisher ist zurück. Seit der durchaus gelungenen ersten Verfilmung aus dem Jahre 2004 (den grottigen Amateurfilm mit Lundgren verschweigen wir einfach mal) fordern die Fans eine Fortsetzung der Serie, vor allem Thomas Jane setzte so ziemlich alle Hebel in Bewegung um ein Sequel drehen zu können. Dass Jane nach der Lektüre des Drehbuchs für Punisher: War Zone plötzlich alles andere als begeistert war, und die Rolle dankend ablehnte sollte den Fans eigentlich Warnung genug sein, dazu kamen Gerüchte, dass die Mannheimer Regisseurin Lexi Alexander den Film mitten in den Dreharbeiten entzogen bekam und ersetzt wurde. Diese Gerüchte wurden später zwar dementiert, trotzdem stand der Film nie unter einem wirklich guten Stern.

Mit entsprechenden Befürchtungen lege ich also die US-DVD in den Player und leider sollten sie sich zu einem erheblichen Teil bewahrheiten. Doch ich will erstmal mit dem Positiven beginnen, denn an Punisher: War Zone ist zwar viel, aber nicht alles schlecht:

Lexi Alexanders Version hält sich wesentlich enger an der Marvel Comicserie, die als Vorlage diente. Auf die im ersten Film sporadisch eingesetzten Slapstick Szenen wird verzichtet, War Zone ist eine ganze Ecke düsterer und ernster. Auch die Actionszenen sind ungleich härter als im Vorgänger, und machen tatsächlich einiges her. Wenn beim Mafiabankett in der Eröffnungssequenz das Licht ausgeht, der Punisher dann plötzlich von einer roten Signalfackel beleuchtet auf dem Tisch steht, um sich wenige Sekunden später durch die Anwesenden zu metzeln, kommt schon Freude bei den Fans auf. In diesen Szenen bestätigt Lexi Alexander einmal mehr, dass sie es wie keine zweite Frau in Hollywood versteht (Kathryn Bigelow vielleicht einmal ausgenommen), Actionsequenzen zu inszenieren. Schon in Hooligans waren die Kloppereien das Beste am Film. Und Alexander haut hier richtig auf die Kacke. Der Gorefaktor ist extrem hoch, der Punisher schlägt Köpfe mit der bloßen Hand ein, verpulverisiert Parcourläufer in der Luft mit einem Granatenwerfer und ballert um sich was das Zeug hält. Das ist aber leider auch schon alles was man hier geboten bekommt. Am Anfang macht die Action noch Spaß, der Effekt nutzt sich aber schnell ab und dann werden die unzähligen Schwächen des Films deutlich.
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crimsondynamo

Endlich ist es offiziell: Nachdem Rourke schon seit Monaten als Schauspieler für die Rolle des russischen Iron Man Widersachers Crimson Dynamo gehandelt wurde, platzte der Deal zunächst weil die Produzenten ihm lediglich ein “Taschengeld” von 250.000 Dollar zahlen wollten. Ganz verstummen wollten die Gerüchte aber nie, und endlich ist es offiziell: Mickey Rourke hat für Iron Man 2 unterschrieben und wird dafür ein “bedeutendes (englischer O-Ton: significant) Entgelt erhalten. Freut mich für Rourke, er gehörte schon immer zu meinen Lieblingsschauspielern, vor allem Harley Davidson and the Marlboro Man werde ich nie vergessen.

Hoffentlich geht es so weiter mit seinem Comeback.

Quelle: /Film

UPDATE vom 12.3.2009: Wie Firstshowing berichtet, wird Rourke wohl nicht Dynamo verkörpern, sondern Whiplash.

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In meinem Watchmen Review habe ich ja bereits beschrieben, wie gut der Film in Verbindung mit der Graphic Novel funktioniert. Dass man das auch anders sehen kann, vor allem wenn man die Vorlage nicht kennt, habe ich ebenfalls angemerkt. Nun ist es aber nicht so dass sämtliche “Fanboys”, die den Comic lieben auch den Film kritiklos annehmen. Bestes Beispiel dafür ist folgende Debatte zwischen zwei Filmkritikern, die beide mit der Vorlage vertraut sind:

Einige der angesprochenen Kritikpunkte kann ich nachvollziehen, teile sie aber nicht. Zum Beispiel wird der 80er Jahre Soundtrack als “cliché” bezeichnet, der den Zuschauer aus dem Film herausreisst. Das habe ich nun wirklich nicht so empfunden. Ganz unabgängig davon, wie man zu 80er Jahre Musik steht ist der Watchmen Soundtrack eine weitere Hommage an den Comic, der viele Kapitel mit Textzitaten aus den Songs die im Film eingespielt werden beendet. Ganz abgesehen davon spielt Watchmen nunmal in den 80ern, die Verwendung von Songs aus jener Zeit macht also durchaus Sinn. Vor allem Bob Dylans “Times Are Changing” passt wunderbar zur Stimmung während der Eröffnungscredits.

Weiterhin wird kritisiert, der Film vernachlässige die in der Vorlage detaillierteren Beziehungen der Charaktere untereinander. Auch da muss ich widersprechen. Es mag sein, dass mir die Beziehungen nur tiefer vorkamen weil ich das Buch als Grundlage hatte, aber Watchmen lässt sich doch viel Zeit mit der Charaktisierung seiner Protagonisten. Sicher sind diesbezüglich im Vergleich mit dem Comic Abstriche zu machen, aber der Film kommt in diesem Punkt so nahe an die Vorlage heran wie es eben geht.

Dennoch sei nochmal sämtlichen Watchmen-affinen Menschen da draussen die Lektüre der Watchmen Vorlage
ans Herz gelegt, die das Filmerlebnis ganz erheblich aufwertet.

watchmen

OT: Watchmen
USA 2009
R: Zack Snyder
D: Jackie Earl Haley, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan, Patrick Wilson
IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0409459/

rating9base

Die USA in den 80er Jahren: Der Krieg in Vietnam ist gewonnen, Präsident Nixon regiert schon in seiner fünften Amtszeit, und die Welt steht Tage vor einem Atomkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sovjetunion. Düstere Aussichten, die Alan Moore da in seiner Über-Graphic Novel aus dem Jahr 1986 zeichnet. Und auch wenn der kalte Krieg mittlerweile längst vorbei ist, die Geschichte der Vorlage, die von der New York Times als einziges Comic in die Liste der besten 100 amerikanischen Romane aufgenommen wurde ist heute mindesten genauso aktuell wie zu ihrer Entstehungszeit. Der ideale Zeitpunkt also für eine Verfilmung des Werks, das lange als das wohl einzige unverfilmbare Comic galt.

Zack Snyder hat es trotzdem getan und eigentlich konnte der Mann nur alles falsch machen. Watchmen ist kein Spiderman oder Batman und vor allem kein X-Men. Die Charaktere eignen sich nicht für kinotaugliche Actionfilme sondern funktionieren nur im Kontext der fast schon monströsen Hintergrundgeschichte. Die Vorlage ist derart komplex und tiefgründig, dass man mit einer detailgenauen Verfilmung wohl viele Nichtkenner der Graphic Novel und die Mehrheit der Kinogänger vor den Kopf stösst, die einen kurzweiligen Popcornspaß erwarten. Gestaltet man den Film massenkompatibel muss man zwangsläufig den engen Rahmen der Vorlage verlassen und vergrault die Fanboys. Und das letzte was sich Snyder erlauben kann sind angepisste Fanboys. Ein Dilemma also, das Snyder aber so gut lösen könnte wie es eben ging.

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