
Ein Blick in die weite Welt des WWW zeigt, dass es aktuell fast nur ein Thema gibt, welches die Filmfans rund um den Globus beschäftigt. Der Grund dafür ist Zack Snyders Watchmen und da ich den Film aktuell noch nicht gesehen habe, konzentriere ich mich ein wenig auf die finanzielle Seite, wobei sich das nun nicht speziell nur auf diesen Film bezieht, sondern ganz allgemein. Immer montags oder dienstags, gibt es hier auf Filmabend einen kleinen Boxoffice-Bericht aus den Staaten, der die groben Geschehnisse zusammenfasst.
Wer es dann etwas genauer möchte, sollte ab ca. Donnerstag in meinem Blog vorbeischauen, wo es noch einmal eine ausführlichere Aufschlüsselung inkl. Ausblick auf das anstehende Wochenende gibt.
Doch genug geschwafelt. Im Grunde gab es nur eine einzige Frage bzgl. des Startwochenendes von Watchmen, nämlich ob der Film ein Opfer des eigenen Hypes werden wird oder sich doch zu einem großen Kassenerfolg mausert. Dabei hat sich Zack Snyder die Ziele selbst hochgesteckt, spielte seine Comicverfilmung 300 am zweiten Märzwochenende 2007 doch satte $ 70,89 Mio. ein und widerlegte damit endgültig die vorherrschende These, dass solche Zahlen nur von reinen Sommerblockbustern erreicht werden können. Kein Wunder also, dass Warner Bros. einen vergleichbaren Starttermin anvisierte, der nach dem Rechtehickhack mit Fox dann ja auch eingehalten werden konnte. Die Vorzeichen waren also positiv, die Blogs voll von Themen zum Film und die ersten Zahlen, die aus den USA gemeldet wurden, bestätigten den allgemeinen Run auf die Verfilmung. So konnten mehr Tickets für die Mitternachtspremieren verkauft werden als bei 300, was einem Einspiel von $ 4,55 Mio. zu $ 2,5 Mio. entsprach. Doch schon am Freitag zeigte sich, dass Snyder seine bisherige Bestmarke nicht erreichen wird. Bei einem Freitagsumsatz von $ 25,1 Mio. lag man wieder hinter den testosterongeladenen Spartanern und dieser Trend setzt sich über das gesamte Wochenende fort.
Bezeichnend an dem Abschneiden von Watchmen ist der Drop vom Freitag zum Samstag, der mit rund 25% relativ hoch ausfiel und durchaus als Indikator für das zweite Wochenende gesehen werden kann. Es scheint, als würde nicht genug Mund zu Mund Propaganda generiert, um auch den Ottonormalverbraucher in die Kinos locken zu können, was auch an der Marketingkampagne zu liegen scheint, die es auch ein wenig versäumt hat, nicht nur auf die spektakuläre Optik einzugehen, sondern auch die einzigartige Stellung der Vorlage zu würdigen, so dass sich der gemeine Zuschauer bewusst ist, es hier nicht nur mit einem “ordinären” Comicfilm zu tun zu haben. Nichtsdestotrotz sind die $ 55,21 Mio., die der Film an den US-Kinos einsammeln konnte, ein ordentliches Brett und das bisher beste Startwochenende des noch jungen Jahres bzw. das bisher drittbeste für den März insgesamt – hinter 300 und Ice Age: The Meltdown. Auch wurde erneut das Potential der gleichzeitigen IMAX-Auswertung unterstrichen, konnten doch fast 10% des Umsatzes alleine in den 124 Kinos erwirtschaftet werden, die mit dieser Technik ausgestattet waren – im Vergleich zu den normalen restlichen knapp 3500, die den Film sonst noch zeigen. Wegweisend für das Projekt wird auf jeden Fall das kommende Wochenende für den Film, denn da muss er beweisen, wieviel Substanz wirklich in ihm steckt. Die Konkurrenz wartet jedenfalls schon.

