Veröffentlicht von omahabitch um 23:50 Uhr in Reviews | 2 Kommentare

battle los angeles Wackelkamera? Zur Hölle!   World Invasion: Battle Los Angeles Review

Was den Japanern ihr Gozilla, das sind den Amerikanern ihre Alien-Invasionsfilme. Wohl keine Angst sitzt in der letzten Weltmacht tiefer, als dass die stärkste Armee der Erde auf eigenem Grund und Boden von einer fremden, übermächtigen Macht bezwungen wird. Deshalb enden solche Filme dann auch meist im Triumph über die Invasoren, wenn sich amerikanische Moral und Patriotismus gegen die überlegene Bedrohung letztendlich doch durchsetzen. World Invasion: Battle Los Angeles macht hier keine Ausnahme. Angeblich konnte die Produktion auf Ausrüstung und Beratung des Pentagon zurückgreifen, dementsprechend wirkt der Film auch wie ein zweistündiger Werbespot für die Marines.

Wer über triefenden Pathos, schwache Story und Charaktere, sowie einige technische Holprigkeiten hinwegsehen kann, wird allerdings gut unterhalten. Denn eines muss man World Invasion: Battle Los Angeles trotz all seiner Fehler zugestehen: Er ist verdammt kurzweilig.

Schon zu Beginn wird der Zuschauer mitten ins Geschehen, sprich die Alieninvasion geschmissen und man möchte fast dafür danken dass hier auf eine lange Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere verzichtet wurde. Dummerweise springt der Film dann nach wenigen Minuten doch nochmal zurück und bietet nach einer albernen „24 hours earlier“ Einblendung doch noch das, was man eigentlich gar nicht vermisst hat: Exposition und die Einführung eindimensionaler Charaktere.

All diese Schwächen hätte der Film in seinen rasanten Actionsequenzen allerdings locker ausgleichen können, denn es kracht und knallt an allen Ecken. Das exzellente Sounddesign macht diese Szenen zu einem wahren Fest für die Ohren. Nur haben die Augen leider nicht annähernd so viel Spaß. Denn die Gleichung „wachelige Handkamera und hektische Schnitte ergeben für den Zuschauer ein Mittendrin Gefühl“ ging hier völlig nach hinten los. Der Soldat James Ryan und District 9 (Review) haben gezeigt dass man auch mit wackeligen Bildern mitreißende Action inszenieren kann, doch das muss man eben erst einmal schaffen. In World Invasion: Battle Los Angeles hat man als Zuschauer in den Actionszenen selten den Überblick über das Geschehen. Was punktuell eingesetzt sicher effektiv wäre und dem Zuschauer das Gefühl geben könnte, nah bei den Marines in der Schlacht zu sein, wirkt auf Dauer einfach ermüdend und dilettantisch.

Die bereits angesprochene Glorifizierung der Marines war von diesem Film ja nicht anders zu erwarten, wird hier aber derart auf die Spitze getrieben, dass Militärfetischisten zwar einen Ständer bekommen, alle anderen aber eher genervt die Augen verdrehen. Insgesamt ist World Invasion: Battle Los Angeles ein netter SciFi-Actionfilm für zwischendurch, der sicher nicht so schlecht ist wie ihn einige Kritiker darstellen, aber leider auch die hohen Erwartungen der extrem guten Trailer nicht erfüllen kann. Dem Transformers-Kinderkram von Michael Bay ist dieser Film meilenweit überlegen, doch ebenso weit bleibt er hinter District 9 (Review) zurück.

6/10

Trailer

pixel Wackelkamera? Zur Hölle!   World Invasion: Battle Los Angeles Review

2 Kommentare zu “Wackelkamera? Zur Hölle! – World Invasion: Battle Los Angeles Review”

    • Stephan sagte am 15. Februar 2012 um 09:30 Uhr

    • Ich fand den Film richtig gut. Aber man muss auch Filme wie Blackhawk Down mögen, ob WI Battle L.A. gut zu finden. In erster Linie ist er eben ein Kriegsfilm, nur mit Aliens. Dass da nichts mehr kommt wie bei E.T. oder Enemy Mine ist offensichtlich. Daher würde ich den Film auch in die Kategorie Action und weniger in Science-Fiction stecken.

    • Florian sagte am 18. März 2012 um 11:50 Uhr

    • Du sprichst mir aus dem Herzen … Die Kameraführung war einfach grottenschlecht. Was für einzelne Szenen passend sein kann, nervt über den ganzen Film hinweg gewaltig. Ich fand den Film selbst auch grottenschlecht. Klar, wer Action mag, der kommt auf seine Kosten. Aber wenn die Story so flach bleibt, dann tröstet mich das auch nicht. Man erfährt so gut wie nichts über die Aliens, der Handlungsstrang ist unbedeutend etc. Aber hauptsache die Amerikaner können ihre Marines feiern. ;) Eigentlich mag ich ein bisschen Patriotismus in Filmen, aber wenn mehr Patriotismus als Film vorhanden ist, wird es langweilig.

      Viele Grüße





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