
In meinem Watchmen Review habe ich ja bereits beschrieben, wie gut der Film in Verbindung mit der Graphic Novel funktioniert. Dass man das auch anders sehen kann, vor allem wenn man die Vorlage nicht kennt, habe ich ebenfalls angemerkt. Nun ist es aber nicht so dass sämtliche “Fanboys”, die den Comic lieben auch den Film kritiklos annehmen. Bestes Beispiel dafür ist folgende Debatte zwischen zwei Filmkritikern, die beide mit der Vorlage vertraut sind:
Einige der angesprochenen Kritikpunkte kann ich nachvollziehen, teile sie aber nicht. Zum Beispiel wird der 80er Jahre Soundtrack als “cliché” bezeichnet, der den Zuschauer aus dem Film herausreisst. Das habe ich nun wirklich nicht so empfunden. Ganz unabgängig davon, wie man zu 80er Jahre Musik steht ist der Watchmen Soundtrack eine weitere Hommage an den Comic, der viele Kapitel mit Textzitaten aus den Songs die im Film eingespielt werden beendet. Ganz abgesehen davon spielt Watchmen nunmal in den 80ern, die Verwendung von Songs aus jener Zeit macht also durchaus Sinn. Vor allem Bob Dylans “Times Are Changing” passt wunderbar zur Stimmung während der Eröffnungscredits.
Weiterhin wird kritisiert, der Film vernachlässige die in der Vorlage detaillierteren Beziehungen der Charaktere untereinander. Auch da muss ich widersprechen. Es mag sein, dass mir die Beziehungen nur tiefer vorkamen weil ich das Buch als Grundlage hatte, aber Watchmen lässt sich doch viel Zeit mit der Charaktisierung seiner Protagonisten. Sicher sind diesbezüglich im Vergleich mit dem Comic Abstriche zu machen, aber der Film kommt in diesem Punkt so nahe an die Vorlage heran wie es eben geht.
Dennoch sei nochmal sämtlichen Watchmen-affinen Menschen da draussen die Lektüre der Watchmen Vorlage
ans Herz gelegt, die das Filmerlebnis ganz erheblich aufwertet.


Frankie sagte am 16. März 2009 um 02:32
Irgendwie scheine ich diesen Post ein wenig übersehen/ignoriert zu haben aber bei der ganzen Watchmen-Diskussion und besonders deiner Empfehlung “Dennoch sei nochmal sämtlichen Watchmen-affinen Menschen da draussen die Lektüre der Watchmen Vorlage
ans Herz gelegt, die das Filmerlebnis ganz erheblich aufwertet.”, kommt mir der Gedanke in den Sinn – ich hab den Film übrigens inzwischen gesehen – ob der Film dann nicht “versagt” hat, wenn es nötig ist, die Vorlage zu lesen, um das Filmerlebnis “ganz erheblich” aufzuwerten?
omahabitch sagte am 16. März 2009 um 02:38
Naja ich finde nicht dass eine Literaturadaption die es schafft in Verbindung mit der Vorlage einen Mehrwert zu schaffen in diesem Sinne “versagt” hätte, das spricht für mich eher für den Film.
Aber über das Thema lässt sich sicher vorzüglich streiten/diskutieren *räusper* Podcast *räusper* ;)