Young People Fucking Review
Veröffentlicht von omahabitch um 20:13 Uhr in Reviews | 1 Kommentar

Young People Fucking. Was zunächst klingt wie das neue Skandalfilmchen von Larry Clark ist in Wirklichkeit eine kleine aber feine kanadische Komödie die neben dem reisserischen Titel tatsächlich auch Substanz bietet. Die Story ist schnell erzählt, denn der Name ist Programm: Der Film zeigt verschiedene Paare in voneinander unabhängigen Episoden, die alle dasselbe Ziel haben: Sex. Allerdings sollte man von Young People Fucking keinen pornographischen Pseudokunstfilm erwarten (wer so etwas sucht ist mit Intimacy und 9 Songs sicher besser beraten), denn der Film konzentriert sich ganz auf die korpulierenden Protagonisten, abgesehen von einigen harmlosen Nacktszenen bekommt man nicht wirklich etwas zu sehen. Dafür besticht der Film durch seine Situationskomik, die gezeigten Alltagssituationen wirken tatsächlich wie aus dem Leben gegriffen, die Dialoge sind lustig aber nie lächerlich oder peinlich.
Durch die einzelnen Episoden führen unterschiedliche Paare, im Einzelnen hätten wir da das “First Date”, bei dem sich der Mann stets konträr zu seinem eigentlichen Ziel, die Eroberung endlich flachzulegen verhält, und mit dieser Masche tatsächlich Erfolg zu haben scheint, ein junges Paar das schon seit Jahren zusammen ist, im Bett längst vor der Routine und Langeweile kapituliert hat, das Expärchen das nach einem “freundschaftlichen” Abend mal wieder etwas Spaß haben möchte, die besten Freunde die sich seit Jahren kennen aber nie Sex miteinander hatten, und schließlich ein “Dreier” zwischen einem Nerd, seinem Mitbewohner und dessen Freundin.
Diese einzelnen Geschichten werden wiederrum in Episoden unterteilt, vom Flirt über das Vorspiel und den eigentlichen Geschlechtsverkehr bis zu den Momenten danach. Durch das (abgesehen von der “Dreier” Geschichte, die eindeutig eher dem komödiantischen Aspekt dient) realitätsnahe Drehbuch macht es auch wirklich Spaß den verschiedenen Paaren auf ihren unterschiedlichen Wegen über diese Stationen zuzuschauen, die Geschichten sorgen oft für unerwartete und witzige Überraschungen, die aber nie unglaubwürdig wirken. Auch die noch recht unbekannten und unverbrauchten Darsteller wirken sympathisch und echt.
Es ist überraschend und erfrischend zugleich, dass der Film trotz seines provokanten Titels und des eindeutigen Themas immer niveauvoll bleibt, nie abdriftet in eine lächerliche Sexkomödie oder einen Softporno. Vielleicht trotzdem kein Film, den man mit seiner Mutter schauen möchte, aber insgesamt eine lustige und kreative Komödie über Sex und den Stress den sich die Menschen deswegen machen.
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Noch ne Teenie-Komödie die noch plumper auf Sexgags abziehlt…da zieh ich mir doch ein Larry-Clark-Filmchen vor!